Mutterstadt
Leute im Landkreis: Frank Pfannebecker startet als neuer Beigeordneter
„Wenn ich was mache, will ich es auf jeden Fall richtig machen“, sagt der 52-Jährige. Deswegen ist er gerade dabei, sich einen Überblick zu verschaffen über die Fachbereiche, um die er sich als Beigeordneter kümmern wird. Seit 1. Oktober ist der Christdemokrat im Amt als Nachfolger von Klaus Lenz, der nach langjähriger Amtszeit zurückgetreten ist. Mit ihm bespricht er derzeit, was alles so ansteht, es gebe eine geordnete Übergabe. Denn auch wenn er „Ur-Mutterstadter“ und fest verwurzelt ist, ist doch einiges neu.
Mit Lenz verbindet ihn auch der Beruf: Bauingenieur. Nach einer Ausbildung zum Industriemechaniker hat Pfannebecker in Darmstadt an der Fachhochschule studiert, dann zunächst beim Ludwigshafener Straßenbauunternehmen Eurovia Teerbau gearbeitet. Die Weiterbildung zum technischen Betriebswirt hat er „draufgesattelt“, wechselte dann zur Stadtverwaltung Frankenthal, wo er am Ende Abteilungsleiter und stellvertretender Baudirektor war. Seit 2016 ist der verheiratete Vater einer 16-jährigen Tochter und eines 13-jährigen Sohnes in Diensten der SGD Süd in Neustadt. Der Diplom-Bauingenieur ist Leiter des hydrologischen Dienstes.
„Selbst etwas bewirken“
Wirtschaft – Stadtverwaltung – Landesbehörde ... von dieser vielfältigen Erfahrung profitiere er, sagt Pfannebecker. Und: Durch die Arbeit in der Frankenthaler Stadtverwaltung ist er zur Politik gekommen. Denn dort habe er als Vertreter der Bauabteilung in vielen Rats- und Ausschusssitzungen gesessen und viele politische Diskussionen mitbekommen: „Da habe ich beschlossen, mich selbst zu engagieren.“ Denn eines steht für ihn fest: „Man darf nicht einfach nur meckern, sondern muss selber was tun, wenn man etwas bewirken will.“
Im Februar 2012 ist der Mutterstadter in die CDU eingetreten. Zunächst wurde er Mitglied in Gremien, im Bau- und Rechnungsprüfungsausschuss etwa. Schließlich rückte er in den Gemeinderat nach und wurde dann bei der jüngsten Kommunalwahl 2019 wiedergewählt. Jetzt wechselt er aus dem Plenum an den Verwaltungstisch. Pfannebecker übernimmt die Fachbereiche, die sein Vorgänger bearbeitet hat: Kultur, Heimatpflege, Städtepartnerschaften und Tourismus zum einen, Verkehrsangelegenheiten und das Gremium für Verkehrsfragen zum anderen.
„Gegenseitig Rücksicht nehmen“
Wie öffentlichen Verkehrsraum gestalten, wie den Verkehr der Zukunft entwickeln, auch im Hinblick auf den Klimawandel? Diese Themen beschäftigen Pfannebecker schon lange. Von seinem Haus blickt er ein gutes Stück über die vielbefahrene Ludwigshafener Straße – und zeigt einen Plan von 1983, wo ein Ausbau dieser Straße auf bis zu fünf Spuren vorgesehen war. Die autogerechte Gemeinde eben – heute undenkbar, meint er. Sichere Räume für Fußgänger und Radfahrer gelte es zu priorisieren, sagt der begeisterte Radler. Gegenseitige Rücksichtnahme sei das A und O, „man muss Lösungen finden und dabei alle mitnehmen – da ist oft auch ein Umdenken erforderlich“.
Mutterstadt (noch) lebenswerter machen, dazu gehöre auch ein lebendiges Vereins- und Kulturleben. Hier will Pfannebecker rasch Kontakte knüpfen und Gespräche führen – „ich bin immer für einen direkten Draht“ – , wobei er selbst in Vereinen aktiv ist. Im Tischtennisverein zum Beispiel. Bis zur Zweiten Bundesliga hat der 52-Jährige gespielt, das allerdings nicht in seinem Heimatverein. Hier wiederum hat er lange die Jugend trainiert. Überhaupt der Sport – da habe er eben jene „ausgeprägte Macke“. Triathlon, Mountainbike fahren, Wakeboard mit seinem Sohn – Sport nimmt viel Raum ein, sagt der Familienmensch. Auch wenn er inzwischen etwas kürzer tritt, auch aus Zeitgründen.
Für seine Arbeit als Beigeordneter hat er sich vorgenommen: „bestmöglich einbringen, gut zuhören und genau hinschauen“.