Rhein-Pfalz-Kreis / Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Landwirte in der Südpfalz nutzen Brunnen

Verwenden Landwirte zu viel Wasser? Naturschutzverbände und Forscher üben Kritik.
Verwenden Landwirte zu viel Wasser? Naturschutzverbände und Forscher üben Kritik.

Während die Felder in der Vorderpfalz seit Jahrzehnten mit Rheinwasser beregnet werden, kommt das Wasser in der Südpfalz nach wie vor aus rund 2500 privaten Brunnen, wie die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd kürzlich der RHEINPFALZ mitgeteilt hat. Die Landwirte können das Wasser nutzen, müssen lediglich für die Infrastruktur aufkommen, also beispielsweise für Leitungen und Aggregate.

Das soll sich allerdings ändern. Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, wonach die Landwirte für den Verbrauch von Grundwasser künftig zur Kasse gebeten werden sollen. Konkret hieße das: Wer pro Jahr mehr als zehn Millionen Liter Grundwasser für die Beregnung seiner Felder aus dem Brunnen zapft, muss ab dieser Marke sechs Cent pro Kubikmeter bezahlen. Das Land erhofft sich von der Einführung des Wassercents einen sorgsameren Umgang mit der Ressource.

Bauern kritisieren Wassercent

Viele Landwirte sind über die Pläne wenig erfreut. Die Bauern könnten das Grundwasser zwar kostenfrei nutzen, die Infrastruktur für die Feldberegnung sei aber teuer. Wer seine Produkte in den Supermarktregalen anbieten wolle, der müsse nun mal den Preiskampf mit den Großhändlern bestehen, heißt es aus der Bauernschaft. Ein Wassercent würde das erschweren.

Umweltschützer sehen das anders. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz, aber auch Forscher betonen seit Jahren, dass viele Landwirte deutlich mehr Wasser aus ihren Brunnen zapfen als erlaubt. Wegen dieses stellenweise verschwenderischen Umgangs sei auch der Grundwasserspiegel in der Südpfalz gesunken.

Ein Ausweg aus diesem Kampf zwischen Landwirtschaft und Umweltschutz könnte die Gründung eines Beregnungsverbands sein nach vorderpfälzischem Vorbild, der die Geschäfte zentral regeln würde. Hinzu käme der Bau einer Rheinwasserentnahmestelle wie in Otterstadt mit entsprechendem Verteilungsnetz. Schätzungen zufolge würde dieses Vorhaben aber rund 120 Millionen Euro kosten. Ob die öffentliche Hand bereit wäre, sich daran zu beteiligen, ist fraglich. Und ob die Landwirte dies alleine stemmen wollten, ebenfalls. ansc

x