Maxdorf RHEINPFALZ Plus Artikel Landratswanderung: Über Gräben und durch Heidewald

Zum Ende des Sommerferien hat Landrat Clemens Körner noch mal zu einer Wanderung auf Kreisgebiet geladen.
Zum Ende des Sommerferien hat Landrat Clemens Körner noch mal zu einer Wanderung auf Kreisgebiet geladen.

Ohne Schorle endet auch diese Landratswanderung mit Clemens Körner (CDU) nicht. Zuvor muss die Gruppe von rund 50 Kreisbürgern aber ihre Belohnung erlaufen.

Treffpunkt ist der Parkplatz zwischen Tennisclub, Angelsportverein und Boule-Anlage. „Der teuerste Parkplatz der Pfalz“, scherzt Paul Poje (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Maxdorf bei der Begrüßung der Wanderschar. Der Erdaushub hatte Arsenbelastung aufgewiesen und musste als Sondermüll entsorgt werden, wodurch sich die Baukosten fast verdoppelten. Gleich dahinter führt der Weg am Maxdorfer Weiher entlang. „Der Maxdorfer sowie der Lambsheimer Weiher entstanden während der Bauphase der A 61 zur Generierung der Sandressourcen“, erklärt Maxdorfs Ortsbürgermeister Werner Baumann (CDU) und macht die Gruppe auch auf das mit Solarpanels betriebene Wasserregenerierungsgerät in der Mitte des Weihers aufmerksam. Weiter geht es zum Wasserwerk. Dieses werde, so informiert Landrat Clemens Körner, neben den Standorten Hochdorf und Wachenheim von der Friedelsheimer Gruppe betrieben. „Maxdorf ist mit 1,3 Millionen Kubikmetern Wasser der Hauptförderer“, weiß er außerdem zu berichten – und, dass die Region durch zehn Tiefbrunnen zwischen 200 und 300 Metern Länge versorgt wird. Wasserknappheit gibt es hier nach seiner Aussage nicht.

Am Kreishallenbad vorbei geht es den Ochsengraben entlang und durchs Landschaftsschutzgebiet Heidewald. Nächster Halt ist einer der Tiefbrunnen, an dem Landrat Körner neben einigen Erklärungen auch ein Späßchen zum Besten gibt: „Hätte ich gewusst, wie gut Wasser schmeckt, hätte ich mein Häusel noch!“. Die Gruppe lässt nun den Modellflugverein Bad Dürkheim rechts liegen und den oft so bezeichneten Akazienwald hinter sich. Eigentlich seien es ja Robinien, erklärt Naturbeauftragter Martin Westrich. Robinien kommen ursprünglich aus den Appalachen (Nordamerika), wachsen in den ersten Jahren sehr schnell und sind als Pionierpflanzen oft die ersten Bäume auf Brachflächen. Aber Robinien sind auch invasiv, verbreiten sich dort, wo man sie nicht will. Werner Baumann ergänzt noch: „Hier ist der größte Robinienwald nördlich der Alpen“.

Es wird die L 454 gequert und der Weg der Isenach folgend bis zum Eyersheimer Hof fortgesetzt, wo sich auch das Renaturierungsgebiet des Erpolzheimer/Birkenheider Bruchs befindet. Walter Gramlich, NABU-Vorstand der Gruppe Heidewald, erinnert an die dort ehemals angesiedelte Eyersheimer Mühle, auf deren Jahrhunderte alte Geschichte nur noch der Name und die an der Hofeinfahrt aufbewahrten Mühlsteine hinweisen.

Diskussion am Albertgraben

Als nächstes erreichten die Wandersleute Gramlichs persönliches Eldorado, eine von ihm betreute 5000 Quadratmeter große Fläche um einen Storchenturm herum, eine Heimat für Eidechsen, Insekten und über 50 Vogelarten. „Da verbringe ich meine Abende und genieße mein Paradies“, verrät er dem beeindruckten Publikum. Das bewegt sich dann weiter in Richtung Albertgraben und steht plötzlich vor einer Furt. Man diskutiert scherzhaft, ob hier, um nicht nasse Füße zu bekommen, lieber Trittsteine verlegt oder eine Fähre verkehren sollte, biegt dann aber doch nach links ab und stoppt erst wieder beim Rückhaltebauwerk. Die Rückhaltung bewirkt eine natürliche Reinigung des Wassers und durch Niederschläge steigende Wassermengen können reguliert werden.

Am Seegraben geht es wieder zurück durch den Heidewald und an der Bienenhaltung des Hobbyimkers Michael Seiverth vorbei, wo dieser mit 30 Bienenvölkern Erträge von zehn bis 20 Kilogramm Honig pro Ernte erzielt. Über den Jubiläumspfad gelangt die Wanderschar rund um den Landrat wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die Runde um den Maxdorfer Weiher ist nun vollständig , und dort am Wasser lassen sich alle nach rund 8,5 erlaufenen Kilometern beim ansässigen Angelsportverein Schorle, belegte Brötchen und Honigbrote schmecken. Richard Lichti war schon bei den meisten dieser Wanderungen dabei. „Die Themen sind vielfältig, man lernt immer etwas und sie sind immer wieder eine Bereicherung“, lautet das Resümee des Kleinniedesheimers.

x