Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Labormobil untersucht Brunnenwasser: Eine saubere Sache

Sechs der 50 abgegebenen Brunnenwasser-Proben hat Physiker Harald Gülzow direkt vor Ort auf Nitrate untersucht. „Das sieht diesm
Sechs der 50 abgegebenen Brunnenwasser-Proben hat Physiker Harald Gülzow direkt vor Ort auf Nitrate untersucht. »Das sieht diesmal ganz gut aus«, sagt er.

Früher hatte fast jeder Schifferstadter in seinem Garten einen eigenen Brunnen. Über die Qualität des Wassers machte man sich nicht viele Gedanken. Wer heute wissen will, ob sein selbst gefördertes Wasser schadstofffrei und sicher ist, kann es untersuchen lassen. Das Labormobil des Vereins zum Schutz des Rheins und seiner Nebenflüsse machte nun Halt auf dem Schillerplatz.

Nitrate, Bakterien und Kohlenwasserstoffe können die Qualität des Wassers eigener Brunnen verschlechtern. Trinkwasser, das in Schifferstadt aus dem Leitungsnetz der Pfälzischen Mittelrheingruppe (PMG) kommt, wird in kurzen Abständen immer wieder auf Schadstoffe und Bakterien untersucht. Anders ist es jedoch bei Brunnen im eigenen Garten. Auch die Herkunft des Wassers ist verschieden. Die PMG fördert das Trinkwasser aus 200 Metern Tiefe, das Wasser ist über Jahrtausende abgeschlossen von der Oberfläche vom Pfälzerwald Richtung Rhein geflossen. „Die selbst gebohrten Brunnen im Garten sind fünf bis zehn Meter tief und holen damit Wasser aus den beiden obersten Grundwasserschichten“, sagt der Physiker Harald Gülzow vom Labormobil des Vereins zum Schutz des Rheins und seiner Nebenflüsse bei seinem Besuch auf dem Schifferstadter Schillerplatz. Dieses Wasser sei Einflüssen von der Oberfläche am stärksten ausgesetzt.

Bis kurz vor Ende der Standzeit des Labormobils haben 50 Schifferstadter eine Flasche mit ihrem selbst geförderten Wasser abgegeben. Sechs davon hat Gülzow noch vor Ort auf Nitrate untersucht. „Das sieht diesmal ganz gut aus“, sagt er. Außergewöhnliche Nitratbelastungen habe er dabei nicht gefunden. Je nach Wunsch werden die abgegebenen Proben auf verschiedene Belastungen untersucht. Das hängt auch von der Verwendung des Brunnenwassers ab: Werden Bäume und Sträucher gewässert, der Gartenteich mit Fischbesatz gefüllt, Gemüse zum eigenen Verzehr gegossen – oder soll das Wasser sogar trinkbar sein?

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„Im Sommer kommen mehr“

Einer derer, der eine Probe seines Brunnenwassers am mobilen Labor abgibt, ist Klaus Flörchinger. Sein 150 Quadratmeter großer Garten liege in der Stadtmitte und das Wasser sei für Bäume und Sträucher. Im Sommer verwende er das Wasser auch für eine Gartendusche. Er habe schon bei zwei früheren Besuchen des Labormobils Proben abgegeben, die für seine Zwecke auch in Ordnung waren, erzählt er. Miguel Molina hat einen 250 Quadratmeter großen Garten, in dem er Bäume und Sträucher mit einer automatischen Anlage bewässert. Als er noch in der BASF arbeitete, habe er sein Brunnenwasser dort testen lassen, jetzt als Rentner kommt er zum Labormobil. Er möchte sicher sein, dass das Wasser in Ordnung ist und keine Gefahr für Pflanzen oder Boden davon ausgeht. Und bislang habe er auch gute Wasserqualität aus seinem Brunnen bekommen.

Harald Gülzow ist mit der Resonanz in Schifferstadt für das Untersuchungsangebot zufrieden. „Im Sommer kommen mehr Leute, aber für die Jahreszeit und mit Corona ist das eine gute Nachfrage“, lautet sein Resümee. Detaillierte Ergebnisse bekommen die Brunnenbesitzer in drei bis vier Wochen per Post, wenn das Labor die Proben ausführlich analysiert hat. Dazu gehören auch Empfehlungen für die Verwendung des Wassers und mögliche Einschränkungen.

Brunnenwasser wird gerne im Garten eingesetzt.
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