Neuhofen
Kreisel: Mit Zuschuss gegen hohe Verkehrsbelastung
Wenn man lange genug in der Lokalpolitik unterwegs ist, dann lernt man, manche Situationen mit Humor zu nehmen. Entsprechend muss Ralf Marohn (FDP) auch erst mal lachen, als er auf den Kreisel zu sprechen kommt, der am Ortseingang von Neuhofen aus Richtung Limburgerhof kommend entstehen soll. Die Geschichte ist ein Beispiel dafür, dass in der berühmt-berüchtigten deutschen Bürokratie die Mühlen manchmal wirklich langsam mahlen. Und dass die Lösung eines Problems bisweilen ganz banale Gründe haben kann.
Der Neuhofener Bürgermeister muss – wie schon bei der Sanierung der Rottstraße – etwas weiter ausholen. „Als sich Aldi vor zehn, 15 Jahren im Gewerbegebiet angesiedelt hat, musste ein Verkehrskonzept erstellt werden“, berichtet Ralf Marohn. Denn: Die Kreuzung am Neuhofener Ortseingang, wenn man von Limburgerhof aus in den Ort fährt, ist hohen Belastungen ausgesetzt. Zu hohen. Und deshalb müsse sie ausgebaut werden.
Also hat sich die Gemeindeverwaltung an die Arbeit gemacht. Ein vorhabenbezogener Bebauungsplan wurde erstellt. Und auch die Finanzierung des Kreisels, im Behördendeutsch Kreisverkehrsplatz genannt, wurde in Angriff genommen. Zum einen muss der Kreisel von den Gewerbetreibenden in der Jahnstraße mitfinanziert werden. Diese Gelder seien laut Marohn auch geflossen.
Zusätzlich habe die Gemeinde beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Speyer immer wieder Anträge für Zuschüsse gestellt – ohne Erfolg. „Das ist immer abgelehnt worden“, erinnert sich Marohn. Und er muss wieder schmunzeln. Weil er schlussendlich doch Geld vom Land für die Neugestaltung der Kreuzung bekommt. Denn die Jahnstraße war lange eine Kreisstraße. Dann wurde sie – analog zur Rottstraße – in eine Gemeindestraße umgewidmet.
Der Faktor Zeit
Auf einmal war also nicht mehr der Rhein-Pfalz-Kreis, sondern die Gemeinde Neuhofen der Baulastträger. Und plötzlich klappte es auch mit der Bewilligung des Zuschusses. „Wir haben einen neuen Antrag gestellt. Über ein Förderprogramm für Gemeindestraßen bekommen wir jetzt 800.000 Euro“, erzählt Ralf Marohn und kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Die Verwunderung war groß. Wenn wir das vorher gewusst hätten, wäre bei uns selbstverständlich die Motivation auch höher gewesen, die Straße schon früher umzuwidmen. Bis der Antrag dann gestellt war, ist noch mal ein Jahr ins Land gegangen.“
Die Zeit ist selbstverständlich auch bei diesem Projekt ein nicht unerheblicher Faktor. „Irgendwann hat Aldi natürlich mal angefragt, wo der Kreisel denn nun bleibe“, berichtet Marohn. Dann sei das Fitnessstudio noch in der Jahnstraße entstanden. Die Hornbach Bau-Union sei auch noch da. „Da haben wir noch mal geschaut, dass wir das Thema forcieren“, betont Marohn. Baubeginn soll jetzt im Februar 2024 sein.
Tankstelle geplant
Eng mit dem Kreisel ist auch noch ein weiteres Bauprojekt verbunden. Denn in diesem Kreuzungsbereich, wenn man von Limburgerhof in die Jahnstraße einbiegt auf der rechten Seite, soll auch noch eine Tankstelle entstehen. Und auch hier dauert es länger als geplant. „Die Pläne sind alle fertig. Wir haben alles gemacht, was wir tun konnten. Und auch der Bauantrag für die Tankstelle liegt jetzt schon fast ein Jahr zur Genehmigung bei der Kreisverwaltung“, erläutert der Neuhofener Ortschef. Ein Problem sei hier gewesen, dass – wie bei den anderen Bauten auf dieser Seite der Jahnstraße – aus Hochwasserschutzgründen eine Aufschüttung nötig sei.
Allein: Eine Genehmigung für das Projekt liegt noch nicht vor. Zur abschließenden Bearbeitung fehlen noch Unterlagen sowie die Stellungnahme einer Fachbehörde, heißt es dazu aus dem Kreishaus.
„Rom hat entschieden“
Ansiedeln will sich dort das italienische Unternehmen Eni (vormals Agip). Und auch das hat für Ralf Marohn trotz aller Verzögerungen doch seine heiteren Momente. „Wir haben am Anfang immer gehört: Rom hat noch nicht entschieden“, verweist er auf die Entscheidungsfindung des Mutterkonzerns, der seinen Sitz in der italienischen Hauptstadt hat. „Irgendwann hieß es dann: Rom hat entschieden – In Neuhofen kommt eine Tankstelle hin.“
Auf einer Fläche von circa 3000 Quadratmetern in unmittelbarer Nachbarschaft zur Gärtnerei Frosch und zu Aldi entsteht dann eine Tankstelle, dazu sollen noch eine Waschanlage und der fast schon obligatorische Shop kommen. Das Projekt hat für die Ortsgemeinde übrigens noch einen weiteren Vorteil: „Zwischen Aldi und das Tankstellengelände kommt noch die Erschließungsstraße für das neue Gewerbegebiet ,Mutterstadter Horst’ hin“, erläutert Marohn.
Dass eine Tankstelle in Neuhofen ihre Kundschaft findet, davon ist der Ortschef überzeugt. Zum einen sei die Lage direkt an der B9, am Ortseingang und mit dem Zugang zum Gewerbegebiet sehr günstig. Zum anderen habe er aus der Bevölkerung schon viel positive Resonanz ob der Tatsache bekommen, dass die Leute bald nicht mehr aus dem Ort raus zum Tanken fahren müssen.