Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Kitas: Eltern in Sorge um Betreuungsplätze

Kindertagesstätte: Mit den bestehenden Einrichtungen kann der Bedarf in Dudenhofen gedeckt werden, sagen die Verantwortlichen de
Kindertagesstätte: Mit den bestehenden Einrichtungen kann der Bedarf in Dudenhofen gedeckt werden, sagen die Verantwortlichen der Kreisverwaltung.

Junge Eltern (nicht nur) in Dudenhofen sorgen sich um ihre Lebensplanung, die von der Verfügbarkeit von Betreuungsplätzen für den Nachwuchs abhängt. Dass der Bau einer neuen Kita auf Eis gelegt wurde, sorgte deshalb für Aufregung im Ort. Bei einem Infoabend im Bürgerhaus versuchten die Verantwortlichen vor rund 40 Interessierten die Wogen zu glätten.

Dass Eltern, auch Mütter, wieder arbeiten gehen möchten, wenn das Kind zwei Jahre oder auch erst ein Jahr alt ist, das ist mittlerweile die Regel. Auch die Arbeitgeber müssen planen. Deshalb ist es ein Problem, wenn es nicht mit einem gewissen Vorlauf eine feste Zusage für einen Betreuungsplatz für den Sohn oder die Tochter gibt. Das zeigte sich beispielhaft an den Schilderungen einer jungen Mutter am Donnerstagabend im Dudenhofener Bürgerhaus: Sie habe im Januar ein Kind bekommen. Ihr sei schon signalisiert worden, dass es schwierig werde mit einem Betreuungsplatz – zumindest bevor dieses zwei Jahre alt ist. „Planungsmäßig ist es eine Katastrophe. Ich weiß nicht, was ich meinem Arbeitgeber sagen soll“, berichtete sie.

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Das eine sind die persönlichen Erfahrungen, das andere sind die nackten Zahlen. Und die sehen in Dudenhofen laut Klaus Krieger vom Kreisjugendamt so aus, dass die derzeitige Stärke der Geburtenjahrgänge es nicht hergibt, in nächster Zeit eine neue Kita zu bauen. 284 Kita-Plätze für Zwei- bis Sechsjährige gibt es im Ort, dazu elf Plätze für unter Zweijährige, auch eine Tagesmutter bietet Betreuung an. Vor fünf, sechs Jahren habe ein Jahrgang noch aus zirka 75 Kindern bestanden. Laut Krieger habe das Jugendamt deshalb mit einem Bedarf von zirka 350 Plätzen gerechnet. Mittlerweile seien die Jahrgänge deutlich kleiner – zirka 55 Kinder kämen im Jahr zur Welt. Seine Schlussfolgerung: „Es sind nur noch zirka 275 Plätze nötig. Das kann man mit den bestehenden Einrichtungen abbilden.“

Auch für das kommende Kita-Jahr könnten alle Dudenhofener Kinder ab zwei Jahren versorgt werden. Durch die Neubaugebiete Dreißig Morgen, Hainbach und Goethestraße, die Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD) aufzählte und in denen mit rund 400 zusätzlichen Bürgern zu rechnen ist, steige die Zahl der Kinder im Kita-Alter statistisch gesehen nicht so stark an, dass ein neuer Kindergarten gebraucht werde. Dabei sei eine neue Kita auf dem Pfarrheim-Gelände nicht komplett vom Tisch, sondern werde als mögliche Ausbaufläche vorgehalten, sagte Krieger.

Ganztagsplätze nachgefragt

Soweit die Zahlen, nun kommt wieder die persönlichen Perspektive ins Spiel: „Wenn ich noch mal ein Kind kriege, habe ich Sorgen, einen Kita-Platz zu bekommen“, sagte eine Mutter. Die Erfahrung in Römerberg habe gezeigt: Mit einem Neubaugebiet seien plötzlich Kinder da und dann fehle eine Kita, wenn diese nicht frühzeitig gebaut werde. Besonders groß – auch das wurde deutlich – ist der Bedarf an Ganztags-Betreuungsplätzen. „Wir haben einen Rechtsanspruch“, rief ein Vater in Erinnerung. Gleichzeitig befürchten die Eltern, dass durch die nötigen Umbauten sogar noch Plätze wegfallen. Tatsächlich soll in der Kita Sandhase eine Gruppe geschlossen werden, wie Simone Brill von der VG-Verwaltung berichtete. Am Ende des Prozesses wird es nur noch Plätze mit durchgehender siebenstündiger Betreuung geben – und zwar genug für alle Kinder, wie Krieger versicherte. Beim Tempo der Umwandlung gelte aber: „Dass alle Kinder versorgt sind, geht uns vor einer Über-Mittag-Betreuung.“ Sprich: Auch in näherer Zukunft werden viele Kita-Plätze Teilzeitplätze sein.

Die Erste Kreis-Beigeordnete Bianca Staßen (SPD) erklärte, dass man die Kinderzahlen im Blick behalte. Da sind sie also wieder die Zahlen, und eine davon ist sogar siebenstellig: Zirka vier Millionen Euro würde laut Gunter Stemmann vom Bauamt der Verbandsgemeinde der Bau einer neuen Kita wohl kosten. Man müsse verantwortungsvoll mit Steuergeld umgehen und könne nicht einen Kindergarten für eine solche Summe bauen, wenn dieser dann leerstehe, waren sich die Verantwortlichen einig. Eine weitere Zahl besagt aber auch, dass es vier, fünf Jahre ab Planungsbeginn dauern kann, bis eine neue Einrichtung in Betrieb gehen könnte. Das wiederum bereitet den Eltern Sorgen, die zudem anzweifelten, dass in den Neubaugebieten tatsächlich mit so wenigen Kindern zu rechnen sei, dass die bestehenden Kitas ausreichen. Dass durch Neubaugebiete ein vorübergehender zusätzlicher Bedarf an Plätzen entsteht, bestritt auch Krieger nicht, doch glaubt er, diesen abfangen zu können, indem die bestehenden Kindergärten zeitweise ein paar Kinder mehr aufnehmen, „weil die Bedarfsspitze irgendwann durch ist“ – das sagen zumindest aus der Erfahrung seine Zahlen.

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