Mutterstadt
Kindercampus: Projektsteuerer soll Bauamt entlasten
Beim Bau des Kindercampus an der Pestalozzi-Grundschule geht es planmäßig voran, wie Bürgermeister Thorsten Leva (SPD) dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung berichtete. Im Januar sollen die Betonierarbeiten für die Bodenplatte erledigt werden. Damit es zu keinen Verzögerungen kommt, möchte die Gemeindeverwaltung einen Projektsteuerer einstellen, der die Bauarbeiten vor Ort leitet und weisungsbefugt ist.
Über den Kindercampus wacht bereits Altbürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD). Er hat das Projekt in seiner Amtszeit auf den Weg gebracht, das vor allem wegen der vier Fördergeber viel Planung, Umplanung und Antragsaufwand mit sich brachte. Mit seiner Kenntnis wurde er als Koordinator beauftragt. „So konnte er auch mich zu Beginn meiner Amtszeit entlasten“, erklärte Bürgermeister Leva. Seine Aufgabe beschränke sich hauptsächlich auf die Koordination der Fördergelder. Schneider sei kein technischer Fachmann.
Zeitintensive Feinabstimmungen
Und genau dieser werde nun aber gebraucht, sagte Thorsten Leva. Der Projektsteuerer soll im Wesentlichen in Abstimmung mit der Verwaltung die Schnittstelle für die Fachplaner sein, den bautechnischen Ablauf vor Ort im Namen der Gemeinde koordinieren und die Unterlagen für die Bauverfahren fach- und fristgerecht bereitstellen. Wie der Bürgermeister weiter erläuterte, seien diese Arbeiten so umfangreich, dass die Bauabteilung diese nicht allein leisten könne. Auch weil dort derzeit noch zwei Stellen vakant seien, wovon eine im Verwaltungs-, nicht aber im technischen Bereich ab Januar besetzt werde.
In den vergangenen Monaten habe sich gezeigt, dass vor allem die Feinabstimmungen mit den einzelnen Planern sehr zeitintensiv seien, mitunter müssten phasenweise 40 bis 50 Prozent der Arbeitszeit in der Bauabteilung dafür aufgewendet werden, erklärte Stefan Bummel, Leiter des Fachbereichs Bauen, dem Gemeinderat. Die Mehrkosten sollen investiert werden, damit sichergestellt werden kann, dass der sehr enge Terminplan eingehalten werde.
Wer haftet bei Versäumnissen?
Die Kosten für einen solchen Projektsteuerer werden auf etwa zwei Prozent der Nettobaukosten (etwa 14,5 Millionen Euro) geschätzt, wenn dieser von Anfang an für das Projekt eingesetzt gewesen wäre. „Das wären dann etwa 300.000 Euro bei vollem Honorar“, rechnete Stefan Bummel vor. Er schätzt, dass ein Drittel, also 100.000 Euro, an Kosten realistisch wären.
Andreas Zeller (CDU) wollte wissen, inwieweit der Projektsteuerer auch für nicht korrekt ausgeführte Arbeiten, etwa schuldhafte Versäumnisse, haftbar sei. Bummel stellte klar, dass der Projektsteuerer kein bestellter Bauleiter sei. In der Regel haften die Fachplaner. Bei Vertragsabschluss würde aber ein sogenanntes Pflichtenheft konkret beschreiben, was zu leisten sei. Dann könnten auch Haftungsmodalitäten festgelegt werden, sagte Bürgermeister Leva.
Hartmut Magin, Fraktionsvorsitzender der FWG, war das zu unkonkret. Weder sei klar, wer diese Stelle bekommen, noch wie viel es wirklich kosten soll. „Wir entscheiden nicht über den Betrag, sondern generell, ob ein solcher Projektsteuerer beauftragt werden soll. Danach erst wird es zur Ausschreibung kommen“, erklärte Thorsten Leva. Dennoch sollte schnell und sehr genau definiert werden, was der Projektsteuerer zu leisten habe, mahnte Zeller an. „Das werden wir so mitnehmen“, sagte Leva. Bei vier Enthaltungen und zwei Gegenstimmen erhielt die Verwaltung grünes Licht, die Stelle des Projektsteuerers auszuschreiben und zu vergeben.