Waldsee Kinder bekommen Preis für kuriose Kartoffel
Die Freude war groß, als die Kinder im Spätsommer mehr als 200 Kartoffeln unterschiedlicher Größe geerntet haben. Mica und Cornelius haben die kuriose Kartoffel mit noppenartigen Auswüchsen ausgegraben. „Wir waren überrascht, als wir sie gefunden haben“, sagt Mica. Er und seine Mitschüler haben sie „Kartoffelfisch“ getauft. Lehrerin Veronika Ziegler sendete ein Foto an die Lokalredaktion und reichte den „Kartoffelfisch“ bei der RHEINPFALZ-Gartenolympiade ein. Dabei wird alle vier Jahre mit dem Start der Olympischen Sommerspiele kurioses, großes, schweres oder exotisches Obst und Gemüse gesucht und prämiert.
Eine Jury aus Gartenbauexperten kam zu dem Schluss, dass der „Kartoffelfisch“ etwas Besonderes ist. Die Waldseer Grundschüler belegten in der Kategorie „Kurios“ den zweiten Platz. Am Freitag gab es für die 17 Kinder der Klasse 2a jeweils eine Brotdose, Malstifte, Luftballons und ein Nils-Nager-Plüschtier fürs Klassenzimmer. „Die Urkunde wird in den Flur gehängt“, sagt Lehrerin Veronika Ziegler. Sie beteiligt sich seit mindestens zehn Jahren an der Aktion „Kids an die Knolle“. Dabei erhält die Schule Saatkartoffeln von der Vereinigung Pfälzer Grumbeere in Kooperation mit dem Deutschen Kartoffel-Handelsverband.
Die Kartoffeln wuchsen hinter dem Schulgebäude in einem großen Beet, das die Schüler aus dem Klassenzimmerfenster sehen konnten. Die Kinder waren in Teams eingeteilt, die jeweils eine Kartoffelreihe im Beet zugeteilt bekamen. Dort mussten sie Unkraut jäten und ab und zu gießen, was Monzer am meisten gefallen hat. „Wir mussten aber auch schauen, dass die Kartoffelpflanzen nicht ertrinken“, sagt Julia und spielt damit auf den vielen Regen in diesem Jahr an. Der Niederschlag tat den Pflanzen so gut, dass sie größer wurden als Mica, erzählen die Kinder und lachen.
Gärtnern macht Freude
Die Arbeit im Schulgarten hat den Zweitklässlern Spaß gemacht. Den meisten hat natürlich die Ernte am besten gefallen. Die Kartoffeln wurden danach gemeinsam zu Kartoffelsuppe und Pellkartoffeln verarbeitet. Als Beilage brachten die Kinder mit, was sie gerne essen. Sie zählen als Beispiele Paprika und Quark auf.
Zurzeit wächst in dem großen Beet Gelbsenf. Dieser dient als Dünger, damit sich der Boden erholen kann. Zuletzt haben die Kinder in einem Hochbeet Tulpenzwiebeln gesetzt. Nächstes Jahr werden sich die Zweitklässler wieder um Kartoffeln, Beeren und einen Apfelbaum kümmern. „Sie lernen dabei auch, dass es Zeit braucht, bis das Obst und Gemüse reif ist“, sagt Lehrerin Veronika Ziegler. Ihr ist wichtig, dass die Kinder begreifen, wo Obst und Gemüse herkommen. Allen Kindern haben die Kartoffeln sehr gut geschmeckt und teilweise viel besser als zu Hause, rufen sie im Chor.
Vielleicht haben sie nächstes Jahr Glück und ernten wieder einen „Kartoffelfisch“ oder eine andere Kartoffel in kurioser Form. Nils Nager wünscht den Schülern der Hermann-Gmeiner-Schule jedenfalls weiterhin viel Spaß beim Gärtnern und viel Erfolg bei der Ernte!