Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kerwe und Gondelfest: Kosten sollen sinken

Im Jahr der Kerwefusion und danach leistete sich Bobenheim-Roxheim Bands wie die Beat Brothers, um dem Publikum etwas zu bieten.
Im Jahr der Kerwefusion und danach leistete sich Bobenheim-Roxheim Bands wie die Beat Brothers, um dem Publikum etwas zu bieten. Das ist mit Haushaltsmitteln bald nicht mehr zu stemmen.

Auf dem Roxheimer Altrhein herumzugondeln, während Anfang Juli auf dem Festplatz groß gefeiert wird, das ist passé. „Zu teuer“, hieß es am Donnerstag im Kulturausschuss.

Die gute Nachricht des Ersten Beigeordneten Georg Zwilling (CDU) am Tag nach der Ausschusssitzung lautet: „Es haben sich Bobenheim-Roxheimer zu einem Kuk, einem Kerweumzugskomitee, zusammengefunden.“ Eine Handvoll Menschen, hauptsächlich aus der Vereinswelt, wollten sich die Verantwortung für den Straßenumzug und die Erarbeitung eines Sicherheitskonzepts teilen, damit die Veranstaltung am letzten Septemberwochenende nicht noch einmal mangels Organisatoren ausfallen muss.

Die eigentliche Kerwe, die seit der Zusammenlegung der beiden Kirchweihfeste Bobenheim und Roxheim 2015 auf der Rathauswiese gefeiert wird, hat ein anderes Problem: Sie kostet die Gemeinde zu viel Geld, das sie nicht hat. Im Entwurf des Haushaltsplans 2025 steht ein Defizit von mehr als 2,9 Millionen Euro. Und dass die Kommunalaufsicht bei der Genehmigung des Etats freundlich nickt, wenn die Gemeinde freiwillig 30.000 Euro locker macht, um das Defizit der Veranstaltung auszugleichen, darf bezweifelt werden.

Bands und Sicherheitsdienst sind teuer

Eine Aufstellung der Verwaltung zeigt, dass über Standgebühren, Sponsoring und Umlagenerhebung, etwa für Strom, knapp 6200 Euro in die Kasse kommen. Auf der anderen Seite stehen 36.400 Euro, die für Dinge wie Bühnentechnik, Bands und Security anfallen. Noch gravierender ist es beim Gondelfest, bei dem im vergangenen Jahr eine Lücke von 50.000 Euro zu schließen war.

Georg Zwilling und der Fachbereich Bürgerdienste sehen kein Einsparpotenzial mehr, wenn die beiden Festkonzepte so bleiben wie bisher. Der Beigeordnete und der für die Feste zuständige Gemeindemitarbeiter Mike Lemke überlegen deshalb, die Festorganisation komplett an einen Dienstleister abzugeben und am Ende statt 80.000 Euro nicht mehr als 45.000 Euro zuschießen zu müssen. Im Schaustellerbereich klappt das auf dem Gondelfest seit 2022 offenbar schon ganz gut. Die Firma Schneider aus Bürstadt wickelt auf der Grundlage eines Generalpachtvertrags das Geschäft mit den Fahrgeschäften und Buden ab. So ein Generalpächter will allerdings Geld verdienen, weshalb es fraglich ist, inwieweit dann Vereine noch Stände betreiben können oder wollen, um Einnahmen für sich zu generieren. Vermutlich müssten sie höhere Standgebühren bezahlen.

Kaputte Gondeln werden nicht ersetzt

Der Kulturausschuss hat am Donnerstag noch nichts beschlossen, „aber das Meinungsbild war so, dass man den Vorschlag als gangbaren Weg gesehen hat“, so Zwilling. „Ich bin für alle anderen Vorschläge offen, aber die Kosten müssen geringer werden.“ Er nimmt aus der Sitzung den Auftrag mit, die Idee der Generalpacht zu konkretisieren. Was die Kerwe betrifft, so muss in etwa zwei Jahren ohnehin wieder ein neues Konzept her, denn dann wird auf dem Rathausplatz gebaut, um Kindergartenplätze zu schaffen.

Schon beschlossen, und zwar laut Zwilling einstimmig, hat der Ausschuss, dass die beiden venezianischen Gondeln, die nicht immer, aber doch viele Jahre lang das Gondelfest geschmückt und bereichert haben, weder restauriert noch ersetzt werden. Die Gondelfahrten bereiten der Gemeinde nämlich nicht nur finanzielle, sondern inzwischen auch personelle und haftungsrechtliche Probleme. Im Dezember hatte Mike Lemke berichtet, dass der langjährige ehrenamtliche Gondoliere nun einen Personenbeförderungsschein vorweisen müsse und deshalb nicht mehr mit Festbesuchern auf dem Roxheimer Altrhein fahren wolle.

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