Bobenheim-Roxheim
Sorgen um Heimatfeste: Wer übernimmt Verantwortung für künftige Kerweumzüge?
Der Erste Beigeordnete Georg Zwilling (CDU), in dessen Ressort die Heimatfeste fallen, hatte nach dem Umzugsdebakel angekündigt, das Thema mit Blick auf die Kerwe 2025 frühzeitig auf den Tisch zu bringen, und er hat Wort gehalten. Kürzlich wurde im Sozial- und Kulturausschuss darüber gesprochen. Herausgekommen ist dabei allerdings nichts, vielmehr herrschte weitgehend betretenes Schweigen, als Zwilling berichtete, dass bei einer Zusammenkunft noch kein Ruck durch die Bobenheim-Roxheimer Vereinswelt gegangen war.
Es habe sich niemand bereiterklärt, sich für den Umzug den Hut aufzusetzen, jedoch brauche es eine Person, die man offiziell als Veranstalter benennen könne. Die Gemeinde könne unterstützen, aber nicht den Umzug selbst ausrichten, weil sie die Genehmigungsinstanz sei. „Es ist bislang noch nicht einmal gelungen, ein Umzugskomitee zu bilden“, so Zwilling. Vier Personen haben sich offenbar in Sachen Umzug als eine Art Arbeitsgruppe zusammengetan, wie ein Ausschussmitglied informierte, bei der Gemeinde gemeldet hätten sie sich aber nicht, sagt der Beigeordnete.
Bedenken wegen der Haftpflicht seien unbegründet. „Wenn ein geprüftes und genehmigtes Umzugskonzept vorliegt, besteht kein Grund, vor der Haftung Angst zu haben“, versicherte Zwilling. Außerdem, so ergänzte Mike Lemke vom Fachbereich Bürgerdienste, habe die Gemeinde eine Veranstalterhaftpflichtversicherung abgeschlossen, in der Umzugsverantwortliche aufgenommen werden können. Beide hoffen, dass die Dorfgemeinschaft Anfang des nächsten Jahres einen Schritt weiterkommt.
Gondelfest in der Krise
Auch mit dem Thema Gondelfest verbreitete der Kulturdezernent keine gute Laune. „Wie zufrieden sind wir denn damit?“, fragte er in die Runde. Es fehlten eindeutig die Gondeln, hieß es traurig. Zur Erinnerung: Die beiden venezianischen Gondeln sind nicht nur reparaturbedürftig, sondern ihnen fehlen auch qualifizierte Fahrer. Der langjährige Gondoliere benötigt mittlerweile von Gesetzes wegen einen Personenbeförderungsschein, den er als Ehrenamtlicher aber nicht erwerben will. „Einen Gondoliere anzuheuern sei zu teuer“, sagte Mike Lemke und nannte einen Tagessatz von 1500 Euro.
Ein gravierenderes Problem sei aber der Zustand der beiden Gondeln, bei einer davon sei der Boden verrottet. Die Reparatur durch einen Bootsbauer koste 40.000 Euro, das sei weit mehr als man für eine gebrauchte Gondel ausgeben müsse, nämlich circa 25.000 Euro. Für die Bürgervertreter schwer verdaulich dürfte außerdem die Botschaft sein, dass auch die sogenannte Rialtobrücke am Altrhein marode ist. Die Attrappe professionell zu erneuern würde laut Lemke 15.000 Euro kosten. „Und die Pumpe für die Fontäne war ebenfalls schon kaputt“, so Lemke. Zusammen damit, dass sich die Gemeinde bereits vom Tretbootbetrieb verabschiedet hat, sind das keine guten Aussichten für das größte und für Auswärtige attraktivste Bobenheim-Roxheimer Fest.