Mutterstadt
Keine Jubiläumsfeier: 40 Jahre Historischer Verein
Man muss nicht jedes Fest feiern. Den 40. Vereinsgeburtstag wollte die Ortsgruppe Mutterstadt des Historischen Vereins gar nicht groß angehen. Nicht wegen Corona. Nein. „Wir hätten das 40-jährige Bestehen nicht gefeiert – es ist ja kein rundes Jubiläum“, sagt Vorsitzender Lutz Bauer. Aber es gibt vieles andere, das im Laufe des Jahres der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen ist: „Wir hatten so viel geplant – alles musste ausfallen“, bedauern er und seine Vorstandskollegin Eva Maria Auer. Denn die Ortsgruppe des Historischen Vereins beteiligt sich schon seit vielen Jahren an der Kerwe und am Weihnachtsmarkt – jeweils mit einer Ausstellung und einem dazu passenden Vortrag.
An den Adventswochenenden hätten eigentlich die Mutterstadter und auswärtigen Besucher nachgebaute Objekte nach Originalzeichnungen von Leonardo da Vinci bei der Ausstellung des Vereins im Historischen Rathaus bewundern können. Sie stammen aus der Sammlung von Rainer Brand aus Bobenheim-Roxheim, der inzwischen 60 Nachbauten, darunter eine Druckerpresse, ein Trommelwagen, eine hydraulische Säge, einen Flaschenzug und vieles mehr angefertigt hat.
Zwischendurch ist zumindest Kreistanz erlaubt
Doch die Ausstellung musste ebenso wie der Weihnachtsmarkt ausfallen. „Wir hatten dazu immer an den beiden Adventswochenenden im Historischen Rathaus Kaffee und den Verkauf von Gebasteltem angeboten. Das ist immer sehr gut angenommen worden und hatte sich bewährt“, bedauert Bauer, dass auch diese liebgewordene Tradition nicht stattfinden konnte.
Einige Monate zuvor wurde schon die Kerwe wegen Corona abgesagt – und damit auch die Kerwe-Ausstellung mit Bildern und Keramik. Auch die Volkstanzgruppe ist betroffen, berichtet Tanzleiterin Eva Maria Auer. Auf ihre Übungsstunden ebenso wie ihre Tagesausflüge mussten die Mitglieder verzichten. Zwischendurch war Kreistanz mit Abstand noch erlaubt gewesen. „Die Tanzpaare sind todunglücklich, dass sich nicht mehr tanzen dürfen“, sagt Auer.
„Die Geselligkeit fehlt“
Der Vorstand versucht, den Kontakt zu halten – über Rundschreiben für die Mitglieder und Geburtstagsgrüße mit kleinen Geschenken, sowie übers Telefon, vor allem auch über den Nachrichtendienst Whatsapp. „Es gab sogar einen Stammtisch per Videokonferenz“, berichtet Auer, die selbst einmal für ein befreundetes Mitglied einer brasilianischen Tanzgruppe Geige gespielt hat: „Über Video am PC“, erzählt sie mit einem Lachen. Aber: „Die Geselligkeit fehlt“, sind sich Eva Maria Auer und Lutz Bauer einig. „Es ist traurig, das wir nichts mehr machen können – zumal die Ausstellungen und Ausflüge sehr schön waren und man dabei immer Leute kennenlernt“, findet Bauer.
„Wir möchten gern alles, was in diesem Jahr ausfallen musste, gerne nächstes Jahr zeigen. Sofern das möglich ist“, sagt der Vorsitzende, der den Plan B schon eingetütet hat: „Wir haben alle Termine schon in unserem Vereinskalender 2021 stehen.“ Doch was wird das neue Jahr bringen? „Was können wir dann machen, wie sieht es aus?“, fragen sich die Mitglieder des Historischen Vereins. Es sei in der Schwebe. Der Vorsitzende ist skeptisch mit Vorhersagen und plädiert für Gelassenheit: „Man darf sich nicht aufregen und muss das Beste daraus machen.“ Das ist auch die Devise von Eva Maria Auer, wie sie mit der Corona-Pandemie umgeht: „Ich bin optimistisch.“ Der Verein muss also abwarten und „man kann nur hoffen, dass uns Corona nicht noch mal einen Strich durch die Rechnung macht“.