Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Kein Weg für Notfälle zwischen Silbersee und Altrhein

Relativ neu ist dieses Boot, das die Feuerwehr auf dem Silbersee einsetzt. Deshalb muss sie nicht unbedingt in jeden Winkel des
Relativ neu ist dieses Boot, das die Feuerwehr auf dem Silbersee einsetzt. Deshalb muss sie nicht unbedingt in jeden Winkel des Gebiets mit Fahrzeugen vordringen können.

Der Weg zwischen Silbersee und Hinterem Roxheimer Altrhein bleibt gesperrt. Das missfällt einem Leser aus Bobenheim-Roxheim, der in der Debatte den Aspekt etwaiger Notfälle in dem Gebiet vermisst. Gemeinde und Feuerwehr sehen das anders.

Stefan Bechtold hat die Berichterstattung der RHEINPFALZ zu dem Thema verfolgt. Aus dem Gemeinderat kamen mehrfach Vorstöße für die Beseitigung der Astbruchgefahr mit anschließender Öffnung des seit zwei Jahren gesperrten Spazierwegs. Die Gemeinde und zuletzt auch der Gemeinderat wollen lieber dem Rat und der Forderung von Naturschutz-Fachleuten folgen, den Weg zugunsten des dortigen Vogelschutzgebiets aufzugeben und Besucher langfristig zu anderen Stellen im großen Silberseegebiet zu lenken.

Der Weg werde aber doch trotz des Betretungsverbots häufig von Spaziergängern und Badegästen genutzt, schreibt Bechtold. „Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass in diesem gesperrten Bereich einmal eine Person Hilfe benötigt oder aus Leichtsinn einen Brand verursacht.“ Deshalb müsse der Weg als Rettungsweg und Feuerwehrzufahrt erhalten bleiben.

Streitpunkt Naturschutz

Er müsse ja nicht sofort wieder begehbar gemacht werden, sondern man könne dem Naturschutz genüge tun, indem jedes Jahr nur wenige der alten, nicht mehr standfesten Bäume gefällt würden. „Dann finden die darin nistenden Tiere immer noch genügend Ausweichquartiere“, meint der Bobenheim-Roxheimer.

Für den Ersten Beigeordneten Frank Peter (CDU) kommt das nicht in Betracht, denn die kürzlich gehörte Sachverständige habe doch sehr deutlich gemacht, dass sich ein öffentlicher Weg dort nicht mit den Bestimmungen für das europäische Naturschutzprogramm Natura 2000 vertrage.

Der Leiter der Bobenheim-Roxheimer Feuerwehr, Kai Neiheiser, widerspricht ebenfalls. Der Weg sei für die bis zu 15 Tonnen schweren Einsatzfahrzeuge völlig ungeeignet und berge sogar für das kleine Löschfahrzeug (3,5 Tonnen) und seine Besatzung ein Risiko. Bei Brandschutzeinsätzen rund um den Silbersee handelt die Freiwillige Feuerwehr laut Neiheiser so: „Ist eine Einsatzstelle am Silbersee mit Fahrzeugen nicht erreichbar, werden Mannschaft und Löschgerät mit dem Rettungsboot übers Wasser ans Ufer gebracht.“ Erfahrungsgemäß bedeute das keinen zeitlichen Verzug. Es seien in unwegsamem Gelände viele Fälle denkbar, in denen die Einsatzkräfte sich etwas einfallen lassen müssten.

Wird ein Badeunfall gemeldet, werden Rettungsmaßnahmen laut Neiheiser ohnehin nur von der Wasserseite oder auf dem See durchgeführt. „Fahrzeuge der Feuerwehr und des Rettungsdienstes bilden ,Meldekopf und Sammelstelle’ am Südufer am Eingang zum Badestrand und an der Slipstelle der Feuerwehr.“ Zum Schluss weist der Wehrleiter noch darauf hin, dass in allen abgesperrten Bereichen des großen Silbersee gilt: Betreten auf eigene Gefahr.

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