Speyerer Umland / Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Kein Netz, kein Empfang: Warum Mobilfunk in Speyer und Umland immer wieder ausfällt

Kommt immer wieder vor: Kein Mobilfunknetz für das Handy.
Kommt immer wieder vor: Kein Mobilfunknetz für das Handy.

Kein Mobilfunknetz, kein Internet: Handynutzer berichten von Funklöchern in Speyer und dem Umland. Was sagen die Netzbetreiber dazu?

„Telefonieren geht gerade noch so, wenn auch eingeschränkt. Der Abruf von mobilen Daten funktioniert überhaupt nicht.“ So umschreibt ein Handynutzer zurzeit die Situation in Mechtersheim – genauer gesagt, in der Philippsburger Straße am Fußballplatz. Aber auch anderswo in Römerbergs südlichstem Ortsteil ist auf das Mobilfunknetz kein Verlass. Während die RHEINPFALZ mit einem Leser telefoniert, bricht die Verbindung immer wieder ab. Aber nicht nur aus Mechtersheim gibt es Klagen über ein mangelhaftes Mobilfunknetz. Der Schulleiter der Realschule plus in der Iggelheimer Straße in Dudenhofen berichtete vor ein paar Wochen, dass es ihm nicht möglich gewesen sei, mit dem Handy mit der Polizei zu kommunizieren, als eine Bombendrohung seine Schule erreicht hatte. Auch aus Waldsee, Otterstadt und der Heinrich-Heine-Straße in Speyer wird von instabilem Mobilfunknetz berichtet.

Die Bundesnetzagentur sieht den Ausbau der Netze angesichts des Klimaschutzes, der Energiewende und der Digitalisierung als entscheidend für eine erfolgreiche Zukunft des Standorts Deutschlands an. Sie begleitet diesen Ausbau und macht auf RHEINPFALZ-Anfrage deutlich, dass Anbieter gesetzlich verpflichtet seien, Störungen unverzüglich und unentgeltlich zu beseitigen – sofern der Verbraucher seinem Anbieter die Störung gemeldet hat und nicht selbst dafür verantwortlich ist. Der Anbieter müsse die Nutzer außerdem über eine Störung informieren, wenn er sie nicht innerhalb eines Tages beseitigen kann. Bei einem längeren vollständigen Ausfall von Diensten haben die Verbraucher laut Bundesnetzagentur einen pauschalierten Entschädigungsanspruch. Wer Probleme mit seinem Anbieter hat und diese mit dem Unternehmen nicht klären kann, könne sich an die Bundesnetzagentur wenden. Sie hat eine Aufsichtsfunktion und soll den Rahmen für „einen fairen Wettbewerb“ der Anbieter im Sinne der Verbraucher setzen.

Bundesnetzagentur macht Auflagen, Umsetzung obliegt den Netzbetreibern

Doch was tut die Bundesnetzagentur dafür, dass die Telekommunikationsinfrastruktur in Deutschland verbessert wird? „Die Bundesnetzagentur verknüpft die Zuteilung von Mobilfunkfrequenzen mit Auflagen zur Verbesserung der Netzabdeckung“, teilt ein Sprecher mit. Seinen Angaben zufolge sollen die Netzbetreiber ab dem Jahr 2030 unter anderem sicherstellen, dass 99,5 Prozent der bundesdeutschen Fläche mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde versorgt ist. „Weiterhin sehen die neuen Auflagen unter anderem vor, 99 Prozent der Haushalte in dünn besiedelten Gemeinden mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde ab 2029 zu versorgen.“

Der Bundesnetzagentur-Sprecher macht auf Nachfrage allerdings auch deutlich, dass die Netzbetreiber entscheiden, wie die Netze aufgebaut und Frequenzen genutzt werden: „Die Bereitstellung von Telekommunikationsdienstleistungen sowie Bau und Betrieb von dazu erforderlichen Infrastrukturen sind keine hoheitliche Aufgabe, sondern privatwirtschaftlich organisiert. Eine konkrete Standortwahl ist das Ergebnis einer von den Betreibern verantworteten Funknetz- und Versorgungsplanung.“ Die Bundesnetzagentur nimmt somit keinen Einfluss darauf, wo Mobilfunkmasten installiert werden und in welchem Abstand sie zueinander stehen. Dabei spiele die Entfernung zur nächsten Mobilfunkstation durchaus eine Rolle und könne die Signalstärke beeinflussen, heißt es von Anbietern selbst.

Telekom plant neue Mobilfunkantennen in Speyer, im Kreis Germersheim und im Rhein-Pfalz-Kreis

Telefonica, Telekom und Vodafone sagen auf Anfrage, dass sie ihre Netze kontinuierlich ausbauen, also „neue Mobilfunkstandorte errichten, verfügbare Netzkapazitäten erweitern und den modernen 5G-Standard in immer mehr Gemeinden bringen“. Eine Telekom-Sprecherin kündigt gegenüber der RHEINPFALZ zwei neue Mobilfunk-Dachstandorte für Speyer an. Im Rhein-Pfalz-Kreis seien sechs neue Standorte angedacht. Im Kreis Germersheim sollen ihren Angaben zufolge elf neue Mobilfunkmasten hinzukommen. Wo sich die Standorte befinden, sagt die Sprecherin nicht. Sie verweist auf die „noch sehr frühe Planungsphase“.

Angesprochen auf die genannten Funklöcher in Speyer und den Umlandgemeinden bestätigen die Mobilfunkanbieter einige Ausfälle in jüngster Vergangenheit. Nur von der Telekom heißt es, dass in diesem Jahr keine Störungen an Sendemasten des Unternehmens in Speyer und dem Umland festgestellt worden seien. Eine Telefonica-Sprecherin spricht ebenfalls von einem „reibungslos“ funktionierenden Mobilfunknetz in Speyer, im Kreis Germersheim und im Rhein-Pfalz-Kreis. Sie gibt dann aber zu, dass es im Oktober an zwei Tagen – am 7. und 9. Oktober – in Otterstadt zu lokalen Beeinträchtigungen im Mobilfunknetz gekommen sei. Die Störung sei von Netztechnikern schnellstmöglich behoben worden, heißt es.

Bauarbeiten Grund für Netzausfälle in Mechtersheim

Und was ist in Mechtersheim los? Das Vodafone-Presseteam erläutert auf Anfrage, dass die Netzausfälle dort auf eine Antennenabschaltung zurückzuführen sind. Diese sei aufgrund von Umbaumaßnahmen notwendig. Die Arbeiten finden seit dem 8. Oktober statt. Sie sollen am 17. November beendet sein und dienten dazu, die Netzqualität langfristig zu verbessern. Weitere Investitionen in die Netzabdeckung in Speyer, dem Rhein-Pfalz-Kreis und dem Kreis Germersheim plant Vodafone laut dem Presseteam nicht.

Aus Speyer oder Dudenhofen sind dem Unternehmen keine Einschränkungen oder Massenstörungen bekannt. Eine mangelhafte Mobilfunkversorgung könne auch auf bauliche Gegebenheiten wie dicke Wände, moderne Dämmmaterialien oder metallische Fassaden zurückzuführen sein, die Mobilfunksignale abschwächen, heißt es von Vodafone. Abgesehen von unzureichender Infrastruktur könnten Hackerangriffe ein weiterer Grund für Funklöcher oder Netzausfälle sein. Die Telekom lässt dazu verlauten, dass das Unternehmen eine Vielzahl technischer und strategischer Maßnahmen zur Verbesserung der Mobilfunkabdeckung verfolge – dazu zählten auch Sicherheitsstrategien gegen Hackerangriffe.

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