Lambsheim
Interview: Designierte Bürgermeisterin geht „mit Lust“ in ihr Amt
Barbara Eisenbarth-Wahl (45, CDU) hat am Sonntag die Stichwahl gewonnen und wird Ortsbürgermeisterin des mit 7100 Einwohnern größten Dorfs in der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim. Waltraud Werdelis hat die erste Frau in diesem Amt gefragt, wie sie sich jetzt fühlt.
Frau Eisenbarth-Wahl, 62,6 Prozent der Wählerstimmen im Duell mit SPD-Kandidat Uwe Volk – das ist ein Ergebnis, auf dass Sie stolz sein können. Wie haben Sie das am Sonntag gefeiert?
Mit Sekt und etwas zum Essen, aber an dem Abend war ja Fußball, und die meisten mussten am Montag wieder zur Arbeit. Eine richtige Feier wird nachgeholt, auch weil ich vielen zu danken habe, vor allem dem Team vom CDU-Ortsverband, das toll mit mir an einem Strang gezogen hat. Ich freue mich sehr über das Ergebnis und habe richtig Lust auf die Aufgabe. Denn ich habe inzwischen viel Erfahrung und Wissen, auch weil ich seit 2022 Erste Beigeordnete bin, und ich traue mir das Amt auch zu. Als feststand, dass Herbert Knoll nicht mehr kandidiert, habe ich mir nach einiger Überlegung gesagt: Das musst du jetzt eigentlich probieren. Man wächst in so ein Amt ja auch hinein, und durch das bisherige gute Miteinander in den Gremien fühle ich mich gestärkt.
Es kann nerven, wenn Frauen in Führungsämtern diese Frage gestellt bekommen, aber ich stelle sie trotzdem. Weil sie nämlich den Punkt betrifft, warum so wenige Frauen ein kommunalpolitisches Amt anstreben. Wie werden Sie den Bürgermeisterjob, Ihr Familienleben mit dem fast achtjährigen Sohn und die halbe Stelle im Bauamt der Bad Dürkheimer Stadtverwaltung in Einklang bringen?
Ohne im Beruf die Stundenzahl noch etwas zu reduzieren, wird es vermutlich nicht gehen. Da finden noch Gespräche mit meinem Chef statt. Mein Mann kann als Biologe bei der BASF öfter mal im Homeoffice arbeiten. Das entlastet ein wenig, auch wenn die Arbeit natürlich trotzdem geschafft werden muss. Und dann sind da noch ein digitaler Familienkalender sowie meine Eltern und Schwiegermutter in Lambsheim und Frankenthal, die ihren Enkel ja ohnehin gern regelmäßig sehen möchten. Ich bin außerdem froh, dass die Lambsheimer Gremiensitzungen inzwischen um 19 Uhr und nicht mehr um 18.30 Uhr stattfinden. In modernen Familien ist meist das Abendessen die einzige gemeinsame Mahlzeit, und das wird schwierig, wenn die Abendsitzungen so früh stattfinden. Um die Verschiebung habe ich lange gekämpft.
Apropos Großeltern. Ihr Vater Erich Eisenbarth war als Bürgermeister der Vorgänger von Herbert Knoll (CDU), damals noch hauptamtlich, weil Lambsheim eine verbandsfreie Gemeinde war. Wie geht es ihm damit, dass seine Tochter in seine Fußstapfen tritt?
Mein Vater ist darauf sehr stolz und glücklich. Auch weil das Amt bei der CDU bleibt. Er war nach vielen Jahrzehnten mit sozialdemokratischen Bürgermeistern und einem parteilosen der erste christdemokratische Ortschef. Mein Vater ist mir ein guter Gesprächspartner und Ratgeber, aber mit viel Verständnis, dass ich meinen eigenen Weg gehen muss.

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