Meinung In der Zwickmühle

Beim Tiefengeothermie-Projekt geht es um die Wärmeversorgung der Zukunft. Angesichts unterschiedlicher Meinungen steht die Kommu
Beim Tiefengeothermie-Projekt geht es um die Wärmeversorgung der Zukunft. Angesichts unterschiedlicher Meinungen steht die Kommunalpolitik jedoch zwischen den Fronten.

Das Informationsbedürfnis zum Tiefengeothermie-Projekt in Waldsee ist hoch. Die Bürgerinitiative hat den Diskurs beeinflusst. Kommunalpolitiker werden dadurch zu Getriebenen.

Es ist müßig, im Nachhinein zu sagen, wer wann wie hätte informieren müssen. Die Stadtwerke Speyer, die Stadt Schifferstadt und Geopfalz haben seit Jahren über ihr angestrebtes Geothermie-Projekt informiert – nur stand lange kein, sondern erst im Sommer ein konkreter Standort für die Anlage fest. Der ist nun auch wieder Geschichte, sodass zurzeit im Grunde wieder alles offen ist. Fakt ist nur, dass die geologisch vielversprechendsten Bohrziele in bis zu 3500 Meter Tiefe im Nordosten von Waldsee und dem Wolfgangsee liegen. Geopfalz ist auf der Suche nach einem neuen Standort.

Die Waldseer Kommunalpolitik ist solche Großprojekte und Widerstand in der Bevölkerung nicht gewohnt. Abgesehen von der klaren Dagegen-Haltung der Freien Wählergruppe (FWG), zeigen die Stellungnahmen der anderen Gemeinderatsfraktionen eindeutig: Es wird abgewogen – auf der einen Seite müssen die Ängste in der Bevölkerung berücksichtigt werden, auf der anderen Seite will zukunftsorientiert gedacht werden. In einer solchen Gemengelage werden schnell die Rufe nach einem Bürgerentscheid laut. Doch es ist fraglich, ob dieser überhaupt kommen kann. Die Gemeinde steuert weder ein Grundstück für den Standort der Geothermie-Anlage bei, noch kann zum jetzigen Zeitpunkt von einer Beteiligung am Projekt gesprochen werden.

Zurzeit geht es einzig und allein darum, einen Schritt nach dem anderen zu machen: Die entscheidenden Fragen sind, wo wird der neue Standort der Geothermie-Anlage sein und wer kann wie angeschlossen werden, womit dann auch erst konkret die von einigen propagierten Vorteile des Projekts für Gemeinde und Bevölkerung herausgearbeitet werden können. Das eine baut auf das andere auf. Solange kein Standort feststeht, können Trassenverlauf und kommunale Wärmeplanung nicht konkreter werden. Es braucht nun also vor allem Geduld und weniger Aufregung.

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