Waldsee
Herr Nieser, was machen Sie, dass Ihr Garten so schön blüht?
„Meine Frau wäre stolz“, sagt Alois Nieser und schmunzelt. Der 90-Jährige steht in seinem Garten, an dem vor allem morgens und abends jetzt, wenn es wieder länger hell ist, zahlreiche Spaziergänger, Hundebesitzer und Jogger vorbeikommen. Auf 1800 Quadratmetern am Ortsrand hinter dem Rathaus hat sich Nieser sein Reich geschaffen – gemeinsam mit seiner vor acht Jahren verstorbenen Frau Klara. „Wir sind viel rumgekommen, haben uns viele Anregungen geholt“, erinnert sich Nieser, der bis zu seinem Ruhestand einen landwirtschaftlichen Betrieb führte.
In seinem Garten mit einer großen geschwungenen Rasenfläche finden sich ein Bachlauf, der in einen Teich mündet, kleine Rastplätze mit Stühlen sowie Beete mit zahlreichen Rosenstöcken und Büschen. „Es sind 380 Rosen unterschiedlichen Alters. Wir haben für den Dorfmarkt immer Rosen gekauft. Die, die übrig waren, habe ich bekommen“, sagt Nieser und erklärt damit, wie seine Sammlung so stattlich anwachsen konnte. Seine Tochter Elke Nieser führt seit vielen Jahren den Dorfmarkt in der Ludwigstraße. Die Rosen in Niesers Garten werden je nach Witterung ab Mai/Juni blühen.
Jetzt ist aber erstmal der Phlox dran – die Bauerngartenpflanze schlechthin. Die Blütenkissen an der Terrasse sind zwischen drei und zehn Jahre alt. Am Eingang zu seinem Garten hat Nieser vor eineinhalb Jahren weitere lilafarbene gepflanzt, die jetzt ebenfalls blühen. „Es ist traumhaft“, sagt der Senior, der gerne Besuch empfängt. Damit Rasen, Rosen und Co gut gedeihen, kann Alois Nieser einfach mehrere Wasserhähne aufdrehen. Er hat ein Beregnungssystem installiert, damit in heißen Sommern jede Pflanze ausreichend Wasser bekommt und nicht die Blätter hängen lassen muss. Die Rosen spritzt er fünf bis sechs Mal im Jahr gegen Pilze. Blattläuse bekämpft er nicht mehr. „Die gehen von alleine wieder“, sagt der 90-Jährige und lacht. Sein grünes, blühendes Reich ist viel Arbeit, aber: „Wenn ich morgens durch den Garten laufe, geht es mir gut. Wenn ich im Garten bin, vergesse ich die Zeit“, sagt Alois Nieser.