Lambsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Helfer aus Pandemie-Zeiten geben DRK Aufwind

Zu den fünf Blutspendeterminen des DRK Lambsheim-Heßheim kommen laut dem stellvertretenden Vorsitzenden Serge Endrizzi inzwische
Zu den fünf Blutspendeterminen des DRK Lambsheim-Heßheim kommen laut dem stellvertretenden Vorsitzenden Serge Endrizzi inzwischen jeweils zwölf bis 15 Erstspender.

Während andere Vereine in der Pandemie länger pausieren mussten, hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in der Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim den Turbo eingeschaltet. Das wird den Verein auf längere Sicht prägen, meint der Vorstand.

Zehntausende Antigen-Schnelltests in Schulen, Kitas und Teststellen. Mehrere Tausend Schutzimpfungen gegen Covid-19 im kommunalen Impfzentrum. Hunderte von Blutspenden in der Lambsheimer Schule und der Großniedesheimer Friedenshalle. Was der DRK-Ortsverein Lambsheim-Heßheim in der Corona-Pandemie geleistet hat und immer noch leistet, ist beachtlich. Vorsitzender Uli Geibel und sein Stellvertreter Serge Endrizzi blickten in der Mitgliederversammlung am Mittwoch im DRK-Heim Lambsheim auf die Anstrengungen der vergangenen drei Jahre zurück. Ungefähr so lange liegt die letzte Generalversammlung zurück.

Mittlerweile ist der Ortsverein auf rund 100 aktive Mitglieder gewachsen, und das ist im Prinzip der Corona-Krise zu verdanken, denn in Spitzenzeiten waren es laut Endrizzi 103 Personen, die in den örtlichen Teststellen der Verbandsgemeinde (VG) mitgeholfen haben, Abstriche zu machen, um Infektionen frühzeitig zu erkennen. „Der harte Kern der Tester waren dann 40 Leute“, berichtete der stellvertretende Vorsitzende. Auf jeden Fall seien etliche der Helfer ins DRK eingetreten und geblieben. Und: Die Schnelltest-Einsätze hätten Menschen aus den sechs Ortsgemeinden der VG zusammengeführt, so Endrizzi. Die Teststellen sind mit dem Ende der kostenlosen Bürgertests aufgegeben worden und werden laut Endrizzi auch nicht mehr aktiviert.

In der Corona-Pandemie packten viele Menschen vor Ort zum Beispiel in Testzentren mit an. Die meisten sind danach beim DRK Lambs
In der Corona-Pandemie packten viele Menschen vor Ort zum Beispiel in Testzentren mit an. Die meisten sind danach beim DRK Lambsheim-Heßheim geblieben,

„Impfzentrum wird bleiben“

Anders verhält es sich mit dem kommunalen Impfzentrum in der Großniedesheimer Eckbachhalle. An dessen Betrieb war und ist Michael Walther (SPD), Ortsbürgermeister und seit vielen Jahren DRK-Mitglied, maßgeblich beteiligt, schon allein, weil er die Halle in- und auswendig kennt. Er verspricht: „Solange das Impfzentrum der Verbandsgemeinde gebraucht wird, wird es bleiben.“ Man habe genügend Ärzte dafür an der Hand. Der nächste Impftermin ist Samstag, 19. November, 10 bis 13 Uhr. Walther wünscht sich, dass sich die Menschen anmelden, statt spontan zu kommen, denn nur so könne man die richtige Menge an Impfstoff bestellen.

„Jeder kann sich impfen lassen“, antwortet Walther auf die Frage nach Altersbeschränkungen. „Die Booster-Impfung muss aber mindestens sechs Monate zurückliegen und eine etwaige Corona-Infektion drei Monate.“ Der offenbar unbeliebte Impfstoff von Novavax werde künftig nicht mehr besorgt. Um den Kinderimpfstoff sicher einsetzen zu können, werde bei den Terminen einen Kindernotarzt in Reichweite sein, kündigt Serge Endrizzi an.

Eine Erfolgsgeschichte ist ihm zufolge auch der Blutspendedienst an fünf Terminen im Jahr. Die 112 Plätze pro Termin in der Lambsheimer Schulen seien 2019, 2020 und 2021 restlos ausgebucht gewesen, sodass der Ortsverein jetzt jeweils zwei Blutspendeteams am Start habe und 142 Spender annehmen könne. In Großniedesheim bleibe es bei einem Team mittlerer Größe für rund 80 Spenderplätze. Endrizzi ist froh, dass zu jedem Termin inzwischen zwölf bis 15 Erstspender kommen. Die blieben zwar nicht alle bei der Stange, aber die, die weitermachten, reichten aus, um die Abgänge von Stammspendern durch Alter oder Krankheit zu ersetzen.

Treffen für Ukrainer eingestellt

Die zusätzlichen Aktivitäten des DRK Lambsheim-Heßheim haben seinen Schatzmeister Swen Decker ziemlich gefordert, denn die Buchungen hätten sich wegen der Abrechnung von Tests und Helferstunden sowie Spenden und dem Zulauf bei den Blutspendeaktionen vervielfacht, berichtete er in der Versammlung. Keine Aktivitäten gab es hingegen in der DRK-Seniorenarbeit, weil man die älteren Teilnehmer der Treffen und Ausflüge in der Pandemie nicht gefährden wollte. Das Angebot soll aber keinesfalls aufgegeben werden, auch wenn in den vergangenen drei Jahren Helfer abhanden gekommen sind. „Gebraucht werden Leute, die helfen, unsere Seniorenarbeit wieder in Gang zu bringen“, sagte Vorsitzender Geibel. Eingestellt wurden die Treffen für ukrainische Flüchtlinge, weil sie zuletzt nur noch von wenigen in Anspruch genommen wurden. Es laufen laut DRK-Vorstand aber verschiedene Aktionen in Zusammenarbeit mit Vereinen, zum Beispiel hätten kürzlich rund 40 Ukrainerinnen die Landfrauen besucht.

Einen großen Wunsch von jungen Mitgliedern des Ortsvereins will Serge Endrizzi künftig mit Nachdruck verfolgen: die Sanitäterausbildung, damit das DRK Lambsheim-Heßheim irgendwann einmal wieder einen Bereitschaftsdienst hat. In dieser Sache könnte die Kooperation und die Kommunikation mit dem Kreisverband Vorderpfalz besser sein, meint Endrizzi. Sein ehrgeiziges Ziel ist es außerdem, eine Psychosoziale Notfallversorgung für den DRK-Kreis am Standort Lambsheim aufzubauen.

Termine

Corona-Impfungen in der Eckbachhalle Großniedesheim, Samstag, 19. November, 10 bis 13 Uhr. Anmeldung online unter ogy.de/corona-la-he oder telefonisch unter 062333791-215.

Blutspenden in der Lambsheimer Karl-Wendel-Schule, Mittwoch, 18. Januar und 29. März, jeweils 17 bis 20.30 Uhr. In der Großniedesheimer Friedenshalle am Donnerstag, 12. Januar und 6. April, jeweils 17 bis 20.30 Uhr. Die Anmeldung erfolgt über den DRK-Blutspendedienst West.

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