Schifferstadt
Heinz Illner und Gerhard Kief begeistern im Schreiwer-Hais’l
„De Hoinz un’ de Gerhard“ nennen sie sich. Ihr Programm heißt „Pälzisch soi duud guud“. Alla hopp, denkt man. Mal hören, was dahinter steckt. Die beiden sind oft als „Hüttenmusiker“ im Pfälzerwald anzutreffen. Im Schreiwer-Hais’l haben sie schon ein Heimspiel. „Des is praggdisch wie unser Wohnzimmer“, sagte Hoinz.
Und die Veranstaltung hatte eine sehr familiäre Atmosphäre. Die beiden Musiker erzählten von anderen Mundart-Künstlern, mit denen sie sich gut verstehen. Da werden auch mal Lieder getauscht oder gegen Naturalien überlassen, wie etwa „ä paar Flasche Woi“. Und es werden Grüße bestellt.
Der hoch betagte Paul Tremmel wolle mal wieder kommen und lasse Grüße ausrichten. Interessant war es, die Autoren von Stücken zu erfahren, die man schon lange kennt. „Die Pälzer Nas’“ stammt von Kurt Kotterer aus Berghausen, der das vom Alkohol verfärbte Riechorgan in buchstäblich blühenden Farben betextet hat: „Wie ä Ricklischt strahlt de Zinke, des kummt net vum Wassertrinke.“
Nachdem eine RHEINPFALZ-Kollegin mal bemängelte, dass bei Hoinz und Gerhard immer nur Kerle besungen werden, haben die beiden nachgebessert. „Des hän mer als Anreschung genumme“, sagte Hoinz. Gesungen haben sie dann über „Pälzer Mädcher“, nach dem alten Cliff-Richard-Hit „Rote Lippen soll man küssen“, neu getextet von Woifeschtkänisch Monji El Beji.
Die Kritik, dass die Ehefrau bei älteren Liedern, wie von Kurt Dehn, als „moi Aldi“ bezeichnet wird, geht vielleicht auf mangelnde Dialektkenntnisse zurück. „Fer moi Aldi bin isch doch aa ehrn Alde“, erklärte Hoinz. Im zweiten Teil ging es weiter mit Liedern, die aus dem Französischen stammen. Ein Pfälzer Klassiker, gesungen und gedruckt auf T-Shirts, ist der „Riesling Schorlé“. Den wunderbaren Pfälzer Text auf Joe Dassins „Champs-Élysées“ haben Manuel Gräff aus Hochdorf und der Schifferstadter Hans Berkel auf einer Pfälzerwald-Hütte geschrieben.
Natürlich wurde im Schreiwer-Hais’l mitgesungen. Das gilt auch für „Moi Mudder hodd än Gutselschtand“, ein sicher mehr als 100 Jahre altes Volkslied. Sehr witzig waren die absichtlich nicht akzentfreien „Übersetzungen“ in andere Sprachen. Die „Schääne Zuständ in Mudderstadt“ stammen ursprünglich von einem Lied aus der Karibik, das genau das gleiche Thema hat. Die Übertragung ins Pfälzische hat Gerhard Weber gemacht.
Hoinz und Gerhard haben die Feier umrahmt, als kürzlich ihr Kollege, Liedermacher Uli Valnion, mit der Verdienstmedaille des Landes ausgezeichnet wurde. Von ihm haben sie „Bei uns in de Palz“ gesungen. Da geht es darum, dass es hier viele Religionen und politische Richtungen gibt, für die es alle Platz gibt, solange sie demokratisch sind. Natürlich war das Programm von Hoinz und Gerhard voller Heimatliebe – aber eben nicht in einem überheblichen oder ausschließenden Sinn, sondern ohne Chauvinismus. Stattdessen waren die Lieder bunt und vielfältig. Die Zugabe brachte das auf den Punkt: das „Pfalzlied“ der Anonyme Giddarischde.