Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Großes Interesse an Gewerbegebiet: Warten auf Erweiterung

131.000 Quadratmeter groß: das Gewerbegebiet in Dudenhofen.
131.000 Quadratmeter groß: das Gewerbegebiet in Dudenhofen.

Ein großer Branchenmix, eine gute Lage, aber leider voll belegt – so fasst Dudenhofens Ortsbürgermeister Jürgen Hook (SPD) den Zustand des Gewerbegebiets zusammen. „Eine notwendige und potenziell mögliche Erweiterung werde ich nicht mehr erleben“, bedauert er und verweist auf die langen Wege der Bürokratie.

Das dicht belegte Gewerbegebiet Südwest „Am Gewerbering“ besteht aus zwei Teilen: das Ursprungsareal und die Erweiterung „Rucksäckel“ von 950 Quadratmetern. „Insgesamt ist die Fläche rund 131.000 Quadratmeter groß“, sagt Hook. Die etwas mehr als 13 Hektar liegen am Ortsrand in Richtung der gut vier Kilometer entfernt liegenden Nachbargemeinde Harthausen. Lärmprobleme gebe es dadurch keine im Innerort. Der Bebauungsplan für das Gewerbegebiet datiert aus dem Jahr 1994.

Das Areal schließt sich direkt an die „Keimzelle“, die 1980 eingetragene Firma Gläser am Ortsausgang in Richtung Tabakdorf zwischen Hainbach und L537, an. „Die Firma Gläser gab es schon lange vor dem Gewerbegebiet. Große Teile der Fläche der ehemaligen Firma sind verpachtet“, erläutert Hook. Gegenstand der heute nicht mehr existierenden Firma war der Betrieb eines Betonstein- und Marmorwerks und aller Geschäfte, die branchenüblich hiermit zusammenhängen, sowie der Handel von Betonsteinen, Marmor, Graniten, artverwandtem Material und Artikeln.

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Das zweitälteste Unternehmen am Platz ist Fensterbau Lehr. Das Unternehmen zieht 1996 aus dem Dorfinnern in den Neubau im Gewerbegebiet. Ein typisches Beispiel für das Entstehen der Gewerbemeile. Im Zentrum der Gemeinde wird es zu eng, deshalb folgt die Aussiedlung. Bei der bisher jüngsten Ansiedlung wiederholt sich der Prozess. Das frühere Autohaus Dambach verlässt seinen Gründungssitz an einer engen Stelle der Landauer Straße und baut direkt an der Landstraße neu. Inzwischen ist daraus das Nachfolgeunternehmen, seit 2022 Pfalzwerkstatt Autohaus GmbH, geworden.

Zufrieden seien die angesiedelten Betriebe nach seinem Wissen jedoch alle mit der Lage und der Situation vor Ort, betont der bei der Kommunalwahl im Juni für eine zweite Amtszeit bestätigte Ortschef. Ein kleines Problem sei hin und wieder die Verkehrsanbindung, wenn es um die enge Kurve an der Kapelle in der Berghäuser Straße zur B9 geht. „Der letzte Abschnitt ist für die Anlieger mitunter unerfreulich“, räumt Hook ein. Als unerfreulich notieren muss er daneben das sukzessive Verschwinden alteingesessener Handwerks- und Familienbetriebe in seiner Gemeinde. So bedauert er den Verlust der Metzgereien im Ort, weiß seine Gemeinde mit den Einkaufs- und Supermärkten im Zentrum jedoch gut aufgestellt. „Diese Märkte mit einem ganz breiten Sortiment haben unter anderem viele Kunden aus Speyer. Die Nähe zahlt sich aus“, sagt er.

„Ein Segen für die Gemeinde“

Einen bestimmten Schwerpunkt an Unternehmen gibt es nicht in der Spargelgemeinde. „Das geht quer durch die Branchen“, betont Hook und stellt fest: „Das Gewerbegebiet ist ein Segen für unsere Gemeinde.“ Hook nennt einige Kennzahlen: An Gewerbesteuerzahlungen verbuchte die Gemeinde im vorigen Jahr 1,5 Millionen Euro. Es ist der zweithöchste Betrag hinter Römerberg im Bereich der VG. Die Anzahl der Arbeitsplätze lasse sich nicht ermitteln. Aber das Interesse. Jährlich landen etwa 15 bis 20 Anfragen interessierter Betriebe auf seinem Tisch, die sich gerne ansiedeln oder aber erweitern würden, berichtet er. „Die Flächenwünsche reichen von 2500 bis 20.000 Quadratmeter. Anbieten können wir akut aber gar nichts“, bedauert der Bürgermeister.

Umso schärfer ist Hook deshalb auf eine Erweiterung des Gewerbegebiets. Eine Option ist der Bau einer südlichen Ortsumgehung, der sogenannten Süd-Tangente. Zwischen Dorf beziehungsweise bestehender Gewerbefläche und neuer Tangente wäre Platz für vier größere Flächen, weiß Hook. „Die Realisierung (…) ist eines der wichtigsten Verkehrsinfrastrukturprojekte für Dudenhofen und legt den Grundstein für eine fortschrittliche Dorfentwicklung. Denn ohne eine drastische Verkehrsentlastung werden die (…) negativen Auswirkungen weiter zunehmen und Dudenhofen extrem belasten“, schreiben die Unterstützer vom Ortsverein Dudenhofen 2020 auf ihrer Homepage.

„Erstmals war das Thema 2006 auf der Tagesordnung. Der erste Aufstellungsbeschluss erfolgte am 27. September 2007. Jetzt haben wir 2024, das Thema hängt zwischen Aufsichtsbehörde ADD und Ministerium in Mainz fest“, verweist der Ortsbürgermeister auf Ohnmacht gegenüber langen Wegen der Bürokratie. Gut und hilfreich, dass Jürgen Hook sich einen „unverbesserlichen Optimisten in jeder Beziehung“ nennt.

Bürgermeister möchte alle Betriebe besuchen

Seinem Kalender möchte Bürgermeister Hook sich aber nicht ohnmächtig ergeben. Stolz verweist er auf rund 390 eingetragene Gewerbeadressen in Dudenhofen – von klein bis groß und nicht nur im Gebiet am Ortsrand, sondern über das ganze Dorf verteilt. „Ich möchte möglichst viele davon persönlich aufsuchen“, hat er sich vorgenommen. „Das habe ich während meiner ersten Amtszeit einfach nicht geschafft“, muss er zugeben. Außer vielen anderen Terminen habe ihn die Corona-Pandemie massiv ausgebremst. Er geht davon aus, dass allen so etwas vorerst erspart bleibt und ist: natürlich optimistisch.

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