Römerberg RHEINPFALZ Plus Artikel „Großer Unmut in der Bevölkerung“

Hohlbrunnenfest im vergangenen Jahr: An dem Standort gibt es Probleme mit dem Naturschutz.
Hohlbrunnenfest im vergangenen Jahr: An dem Standort gibt es Probleme mit dem Naturschutz.

Das Fortbestehen der Dorffeste hat am Dienstagabend auch den Römerberger Ortsgemeinderat beschäftigt. Sowohl CDU- als auch Grünen-Fraktion hatten Anträge zu dem Thema vorbereitet, die einhellig unterstützt wurden. Die CDU regte das Schaffen eines Runden Tischs an, an dem sich Vertreter der an den Festen beteiligten Vereinen und Ansprechpartner der Verwaltung austauschen können. Ein Problem sieht die Fraktion insbesondere im neu gefassten Polizei- und Ordnungsbehördengesetz sowie im Landes-Imissionsschutzgesetz. Die Verbandsgemeindeverwaltung müsse den Gesetzesvorgaben zwar nachkommen, habe aber auch Spielräume. Die Grünen plädierten dafür, die Verwaltung Möglichkeiten prüfen zu lassen, die bestehende Nachtruhe für einen begrenzten Zeitraum außer Kraft zu setzen. Am besten soll das für die ganze Verbandsgemeinde geregelt werden.

CDU-Ratsmitglied und Heiligensteiner Ortskartellvorsitzender Helge Harder beklagte, dass er bei der Römertafel am freitagmittags noch nicht gewusst habe, ob er abends das Fest eröffnen könne. Laut Bürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) gab es kurz vor Festbeginn noch eine Befahrung mit der Feuerwehr, da nicht klar war, ob die Rettungswege ausreichend sind. Harder befürchtet außerdem, dass alle Veranstaltungen von der Straße geholt werden sollen. Er sprach sich außerdem für eine Satzung aus, in der – ähnlich wie in Speyer – die Dorffeste geregelt seien.

Probleme gab es laut Hoffmann dieses Jahr beim Hohlbrunnenfest, das in einem Landschaftsschutzgebiet liege. Vor dem Fest habe eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Naturschutzgesetz vorgelegen. Ein Gutachten habe aber gezeigt, dass es weniger Beeinträchtigungen für die Natur gibt, als erwartet. Bei der Kerwe in Berghausen wolle die Verwaltung eine Regelung einführen, wie sie auch bei anderen Kerwen gelte – nämlich dass am Dienstag um 22 Uhr Schluss ist.

Jürgen Schall (Grüne) spürte „großen Unmut in der Bevölkerung“ angesichts der vielen Reglementierungen. Die Interessen der Mehrheit sollten stärker berücksichtigt werden. Er will das Problem auch auf Ebene der Verbandsgemeinde thematisieren. Herbert Martin Kälberer (SPD) geht „auf den Zeiger, dass uns einige wenige das Feiern vergällen wollen“. Er hätte sich einen gemeinsamen Antrag aller Fraktionen gewünscht. Für Wilfried Röther (CDU) zeigte der Umstand, dass zwei Fraktionen Anträge gestellt haben, nachdem sie von Bürgern angesprochen wurden, wie sehr die Römerberger das Problem umtreibt.

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