Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Großbaustelle Bonnau: Plateau für Kieswerk wächst

Rund 140.000 Kubikmeter Erde müssen in der Bonnau bewegt werden, um das Plateau für die Kiesgewinnungsanlage bauen zu können.
Rund 140.000 Kubikmeter Erde müssen in der Bonnau bewegt werden, um das Plateau für die Kiesgewinnungsanlage bauen zu können.

Die Zufahrtsstraße ist gebaut, jetzt geht es im Gewann Bonnau mit dem Bau der neuen Sand- und Kiesabbaustätte weiter. Zunächst einmal muss ganz viel Erde bewegt werden. Und Bauarbeiter, Radfahrer und Spaziergänger müssen ziemlich aufpassen.

Über knapp drei Kilometer zieht und windet sich die einspurige Werkszufahrt zwischen der K1 südlich der Petersau und Rheinufer 2 sowie zwischen B9 und Rhein. Von Oktober bis Februar wurde sie gebaut. Sie sieht aus wie ein asphaltierter Feldweg für die Landwirte. Und tatsächlich können deren Traktoren hier schon fahren. An diesem Vormittag sind aber hauptsächlich Sattelzüge und riesige Baumaschinen der Mannheimer Unternehmensgruppe Diringer & Scheidel unterwegs.

Im Moment wird der Weg benötigt, damit diese Fahrzeuge die große Baustelle am Rheinhauptdeich erreichen und Erde ausheben, verdichten sowie zwischenlagern können. Wenn die Werksanlage einmal in Betrieb ist, werden auf der Straße hauptsächlich Transportfahrzeuge Sand und Kies abholen und diese Rohstoffe zu Abnehmern im Umkreis von etwa 50 Kilometern fahren, sagt Christoph Kopper, Geschäftsführer der Alois Omlor GmbH und ihrer Tochterfirma Willersinn Minerals GmbH.

Der promovierte Jurist ist zur turnusgemäßen Baustellenbesprechung gekommen und nimmt sich Zeit, der RHEINPFALZ zu erklären, was gerade auf dem Gelände passiert. „Auf einer Fläche von circa fünf Hektar wird bis Jahresmitte die Warft aufgebaut, ein Erdplateau, das zum Schutz vor Rheinhochwasser so hoch wie der Hauptdeich sein muss“, erläutert Kopper. Darauf werde anschließend die Kiesgewinnungsanlage gebaut. Sie soll bis Ende des Jahres stehen, sodass sie Anfang 2023 in Betrieb gehen kann. Ein Zehn-Millionen-Euro-Projekt.

Förderband unter K10 hindurch

Später wird noch eine Schiffsbeladestelle am Rheinufer eingerichtet. Dafür muss eine 1700 Meter lange Förderbandanlage gebaut werden. Sie wird mittels Trogbauwerk aus Stahlbeton auf 16 Metern unter der Kreisstraße 10 hindurchgeführt. „Das ist technisch die sauberste Lösung“, sagt Kopper. Ursprünglich war geplant, dort, wo das Förderband die Straße kreuzt, eine Brücke zu bauen.

Wenn das letztlich 81 Hektar Ackerland benötigende Werk Bonnau eröffnet ist, wird Abschnitt für Abschnitt, Jahr für Jahr, bis zu 15 Meter tief gebaggert und gesaugt, um den Hunger der Region nach Sand und Kies beziehungsweise nach dem Endprodukt Beton zu stillen. Dieser Zweck ist den Äckern, die laut Kopper hauptsächlich der Familie von Heyl gehören, schon vor vielen Jahren im Regionalplan vorbestimmt worden. Und die Planungen dafür, den Zweck zu erfüllen, laufen ebenfalls schon lange, initiiert damals durch die Firma Gebrüder Willersinn. Am Ende der bis 2050 befristeten Kiesausbeute wird ein durchaus gewaltig zu nennender Baggersee entstanden sein. Die Erwartung ist, dass er nicht nur der Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch naturliebenden Menschen von großem Nutzen sein wird.

Arbeiter und Passanten müssen Rücksicht nehmen

Doch zunächst einmal müssen die Menschen, die in der Bonnau Erholung suchen, Lärm und Dreck ertragen. Wo momentan die Container für das Baupersonal stehen, kreuzt der Weg der Bagger den stark frequentierten Deichverteidigungsweg. Auffällige Schilder warnen vor den Gefahren. Nach den Beobachtungen von Christoph Kopper nehmen Bauarbeiter wie Spaziergänger viel Rücksicht aufeinander, und die Leute seien doch sehr an dem Projekt interessiert. „Unser Bauleiter wird ständig angesprochen“, sagt der Firmenchef. Er hofft für die kommenden Monate auf das richtige Wetter: Gegen Staub durch Trockenheit können die Fahrer der Reinigungswagen etwas tun, „aber lang anhaltender Regen beim Erdabbau wäre schlecht“.

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