Bobenheim-Roxheim
Gibt es Jobs für geflüchtete Ukrainer?
Ende April hieß es aus Neustadt, mangelnde Deutschkenntnisse seien bei Globus kein Ausschlusskriterium – zumindest nicht bei allen Jobs. So könnten sich aktuell auch geflüchtete Ukrainer in der Warenverräumung, Bäckereiverpackung und Spülküche auf Teilzeitjobs bewerben. Silke Neu-Huener von der Globus-Personalabteilung sagte gegenüber der RHEINPFALZ: „In einigen Bereichen haben wir russische Mitarbeiter, eine Verständigung auf Russisch ist also möglich.“ Um hier zu arbeiten, brauchen die Bewerber aus der Ukraine demnach aber eine Fiktionsbescheinigung von der Ausländerbehörde.
Kollegen dolmetschen
Gilt das auch für den Bobenheim-Roxheimer Globus? „Grundsätzlich sind die Gobus Markthallen in der Einstellung ihrer Mitarbeiter eigenständig“, antwortet Geschäftsleiter Andreas Fuß. „Aber wie für den Standort in Neustadt gilt auch für die anderen Standorte in der Region, wie Ludwigshafen oder Bobenheim-Roxheim, dass neue Mitarbeiter gesucht werden und interessierten Bewerbern egal welcher Nationalität möglichst unkompliziert geholfen werden soll.“ Sprachen seien für jede Tätigkeit wichtig, sagt Fuß, „aber auch hierfür finden wir flexible Lösungen, beispielsweise mit der Hilfe von Kolleginnen und Kollegen, die sich bereit erklären, zu dolmetschen.“
Andreas Fuß ist laut der zentralen Pressestelle des St. Wendeler Einzelhandelsunternehmens Geschäftsleiter des Globus-Standorts Ludwigshafen und leitet seit 1. Februar kommissarisch auch die Markthalle in Bobenheim-Roxheim. Zur Frage, warum der langjährige Marktleiter Carsten Karger das Unternehmen beziehungsweise den Standort verlassen hat, machte der Pressesprecher keine Angaben.
Kritik an Russland-Kurs
In Neustadt hat der RHEINPFALZ-Bericht über Jobs für Ukrainer bei Globus sowie eine Spende des Supermarkts an ein örtliches Flüchtlingshilfe-Netzwerk Kritik von Lesern nach sich gezogen, weil das Unternehmen mitgeteilt hat, an seinen Märkten in Russland festhalten zu wollen. Eine Unternehmenssprecherin teilt auf Anfrage mit, dass Globus seine „Investitionen in die Expansion“ in Russland frühzeitig gestoppt habe. „Wir fokussieren uns derzeit nur noch auf unser Kerngeschäft, die Grundversorgung der Zivilbevölkerung mit Lebensmitteln.“ Das gehöre ebenso zur Menschlichkeit dazu, wie mit Hilfsorganisationen und privaten Initiativen in der Flüchtlingshilfe zusammenzuarbeiten oder Ukrainer mit Sach- und Geldspenden zu unterstützen.
In Russland beschäftige Globus in 19 Märkten 9900 Mitarbeiter, meist Verkäuferinnen und Kassiererinnen, „also ganz normale Menschen, die nicht zur Elite des Landes zählen. Diese machen wir nicht verantwortlich für diesen Krieg“, so die Sprecherin. „Wir tragen auch für sie und ihre Familien Verantwortung.“