Bobenheim-Roxheim
Gemeinderat stimmt für Einzäunung
Der Vandalismus und die „Vermüllung“ des Willersinn-Betriebsgeländes hätten ein derart großes Ausmaß angenommen, dass sich die Firma im Zugzwang sehe – das machte Geschäftsführer Hans-Peter Böhn in der Sitzung deutlich. Böhn nannte auch konkrete Beispiele. So seien dreimal Scheiben des Herrenhauses eingeworfen, zuletzt auch „gezündelt“ worden. Zudem gebe es immer mehr ungebetene Gäste, die auf der Suche nach sexuellen Abenteuern seien. „Wir sehen uns in der Pflicht, unser Betriebsgelände zu schützen, und wir werden diesen Zaun bauen.“
Wie berichtet, war die mögliche Einzäunung des Betriebsgeländes bereits Thema im Bauausschuss. Der verwies den Bauantrag an den Rat. Einige Gremiumsmitglieder sprachen sich dafür aus, den Rundweg auch künftig für Spaziergänger außerhalb der Badesaison offenzuhalten. „Uns war klar, dass der Rundweg der Knackpunkt der Störung ist“, sagte Böhn. Dabei sei das in der Winterzeit wegen der Rastvögel problematisch.
FWG kündigt Enthaltung an
Christian Reber (CDU) respektierte den Wunsch, meinte aber: „Ein Zaun darf keine endgültige Lösung sein.“ Seine Fraktion trete für eine weitere öffentliche Nutzung des Silbersees und des Rundwegs ein. Frank Sommer (Grüne) fragte, warum die Einzäunung jetzt passieren solle, wo doch die Auskiesung am Silbersee am Auslaufen sei. Mit Blick auf den gekippten Bebauungsplan solle Willersinn mit der Einzäunung noch warten. Manfred Schärf (FWG) kündigte an, dass sich seine Fraktion bei der Abstimmung enthalten werde. „Wir sind unschlüssig, aber wir haben ja eh keine Entscheidungsgewalt“, sagte er mit Blick auf das letzte Wort der Kreisverwaltung, die bereits Zustimmung zur Einzäunung signalisiert hatte. „Viele meinen, wir reden hier über Eigentum der Gemeinde. Wir reden aber über Privatbesitz“, sagte Hans Reiner Schiffmann (SPD). Sachlich seien die Argumente von Willersinn nachvollziehbar. Hans-Georg Löcher (FWG) appellierte an Willersinn: „Ich habe Verständnis, kann mich aber nicht freuen. Bleiben sie kompromissbereit.“ 14 Ratsmitglieder votierten für den Bauantrag, fünf dagegen. Acht Mitglieder enthielten sich.