Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Silbersee: Willersinn reicht Bauantrag für Einzäunung ein

Die Firma Willersinn will ihr Betriebsgelände am Silbersee und auf der Halbinsel Scharrau einzäunen, weil es zuletzt viele Fälle
Die Firma Willersinn will ihr Betriebsgelände am Silbersee und auf der Halbinsel Scharrau einzäunen, weil es zuletzt viele Fälle von Vandalismus und Müllablagerungen gegeben hat.

Die Firma Willersinn meint es offenbar ernst mit der angekündigten Einzäunung ihres Werksgeländes am Silbersee. Die Mitglieder des Bauausschusses in Bobenheim-Roxheim haben sich am Mittwoch mit dem entsprechendem Bauantrag befasst. Die Entscheidungsgewalt liegt aber an anderer Stelle.

Der Antrag ging kurzfristig bei der Verwaltung ein – am 25. August, dem Tag der Ausschusssitzung. Das kritisierten mehrere Gremiumsmitglieder. Willersinn-Geschäftsführer Hans-Peter Böhn hatte Mitte Juli angekündigt, das betriebseigene Gelände am Silbersee und auf der Halbinsel Scharrau wegen der zunehmenden Fälle von Vandalismus und Müllablagerungen dort einzäunen zu wollen. Bürgermeister Michael Müller (SPD) machte deutlich, dass die Gemeindeverwaltung nicht die Genehmigungsbehörde für diesen Bauantrag sei. „Wir können Ja oder Nein sagen. Die Entscheidung darüber fällt aber der Kreis und hier wurde bereits signalisiert, dass man dem zustimmen will.“

Laut Bauantrag will Willersinn nicht die gesamte Anlage einzäunen, informierte Bauamtsleiter Thomas Krauß. An den Zugängen sollen Drehflügeltore, vor der Halbinsel soll auch ein Schiebetor angebracht werden. Für die Scharrau ist weiterhin auf einer Länge von 330 Metern ein Doppelstabmattenzaun vorgesehen. Am Seerosenteich soll ein 880 Meter langer Zaun errichtet werden. Entlang der B9 ist ein 360 Meter langer Zaun vorgesehen. Er soll durch Stacheldraht erhöht werden.

Matthias Vettermann (Grüne) forderte, zunächst abzuwarten, ob das Oberverwaltungsgericht Koblenz der Zulassung einer Revision zustimme. Das Urteil, in dem der Bebauungsplan für ungültig erklärt wurde, sei bis dato noch nicht rechtskräftig. Auch werde sich mit dem Ausklang der Badesaison die Anzahl der Besucher reduzieren. Laut Michael Voll (CDU) sei die Begründung der Firma Willersinn sachlich nachvollziehbar, doch müssten zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Pflöcke eingeschlagen werden. Er forderte Willersinn zum Dialog mit Rat und Verwaltung auf und dazu, den Silbersee-Rundweg außerhalb der Badesaison für Spaziergänger geöffnet zu halten. Letzterem stimmten auch Hans Reiner Schiffmann (SPD) und Manfred Schärf (FWG) zu. Frank Sommer (Grüne) meinte, die Einzäunung sei nach der Entscheidung des Koblenzer Verwaltungsgerichts als „Retourkutsche“ zu sehen. Eingezäunt werde überwiegend ein Bereich, in dem die Auskiesung in absehbarer Zeit auslaufe.

Müller stellte klar, dass der Zugang zum See trotz Einzäunung gewahrt bleibe und erinnerte: „Wir haben ein laufendes Verfahren und können nichts machen.“ Sollte der Revisionsantrag nicht genehmigt werden, wolle er Handlungsszenarien ausarbeiten. In der Ratssitzung am 2. September soll das Thema aufgegriffen werden.

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