Rhein-Pfalz Kreis Gegen die Enge

Auf einem Teil des Sportplatzes der Kurpfalzschule im Ortsteil Dannstadt soll eine neue Kita mit drei Gruppen gebaut werden. Daf
Auf einem Teil des Sportplatzes der Kurpfalzschule im Ortsteil Dannstadt soll eine neue Kita mit drei Gruppen gebaut werden. Dafür sollen die Garage und der alte Fahrradschuppen links abgerissen werden.

«Dannstadt-Schauernheim.» Das Problem: In den vergangenen Jahren hat Dannstadt-Schauernheim bereits sämtliche vorhandenen Kindertagesstätten erweitert. Mit der Kita Sonnenschein ist im ehemaligen Hauptschultrakt der Kurpfalzschule zudem eine neue Kita entstanden. Sie wird derzeit ebenfalls ausgebaut. Doch auch das reicht nicht, um den Bedarf zu decken. Es müssen drei weitere Gruppen her. Also hat die Kommune ursprünglich erwogen, die Kita Kleine Wolke – früher Regenbogen – in der Weinbietstraße entsprechend zu erweitern und Architekt Michael Klee mit der Planung beauftragt. Im Ortsgemeinderat hat die CDU-Fraktion jüngst allerdings mit dem Vorschlag überrascht, stattdessen eine neue Kita auf dem Schulgelände zu errichten. Nördlich der Kita Sonnenschein, zwischen der Haardtstraße und dem Schulsportplatz. Doch geht das auf dem relativ schmalen Streifen überhaupt? Das sollte Architekt Klee herausfinden. Das Ergebnis seiner Machbarkeitsstudie hat er jetzt vorgestellt. Die erforderlichen Räume können dort nur in einem zweigeschossigen Gebäude errichtet werden. Das Außengelände wäre aber zu klein. Denn jedes Kita-Kind soll mindestens zehn Quadratmeter zum Spielen haben. Bei drei Gruppen mit je 25 Kindern müsste die Freifläche also 750 Quadratmeter umfassen. Platz wäre aber nur für 125 Quadratmeter. Würde die neue Kita so gebaut, ergäbe sich Klee zufolge ein weiteres Problem bei der benachbarten Kita Sonnenschein. Deren Außengelände würde nämlich beschnitten. Statt der erforderlichen 1400 Quadratmeter hätte sie nur noch 897 zur Verfügung. Der Architekt hat den CDU-Vorschlag deshalb weitergedacht: „Wenn wir einen Teil des Sportplatzes dazu nehmen, können wir die neue Kita mit drei Gruppen eingeschossig bauen, und beide Kitas hätten genug Freifläche“, erklärt er seine Überlegung. Sollte der Bedarf an Betreuungsplätzen noch weiter steigen, könnte diese Kita problemlos um drei zusätzliche Gruppen aufgestockt werden, und zwar wortwörtlich: Sie würden in einem ersten Obergeschoss entstehen. CDU, SPD und FDP finden Klees Idee prima – nicht zuletzt gegenüber der Alternative in der Weinbietstraße. „Dort wäre alles sehr beengt und die Parkplatzsituation viel schwieriger“, sagt Marc Hauck (FDP). Darüber hinaus sei ein solcher Neubau auf dem Schulareal zukunftstauglich, da er eine Erweiterungsoption biete. Eins ist dem Liberalen indes wichtig: „Wir dürfen der Schule nichts wegnehmen, was sie dringend braucht.“ Uwe Schölles (SPD) begrüßt, dass damit auch größtenteils den Bedenken der Kita-Sonnenschein-Eltern Rechnung getragen wird. Diese hatten sich nach der vorigen Ratssitzung in einem offenen Brief an die Fraktionen gewandt und standen dem Kita-Neubau auf dem Schulgelände skeptisch gegenüber. Das alles sieht auch die CDU so, sagt Klaus Dissinger. Er stellt einen Antrag, den seine Fraktion mit der SPD/FDP-Gemeinschaftsfraktion abgestimmt hat. Demnach soll die Verbandsgemeinde das erforderliche Gelände zurück ins Eigentum der Ortsgemeinde übertragen – und Klee die neue dreigruppige Kita so planen, dass sie später einmal auf sechs Gruppen erweitert werden könnte. Und: „Die Planungen auf dem Gelände der Kita Kleine Wolke sind einzustellen.“ Die Grünen lehnen das Vorhaben aus ökologischen Gründen ab. Sie kritisieren, dass weitere Naturflächen bebaut werden. Zum Elternverkehr sagt Almut Schaab-Hehn: „Es gibt einen Rechtsanspruch auf Kita-Plätze, nicht auf Parkplätze.“ Wenn das Autofahren noch komfortabler werde, laufe das dem Klimaschutz zuwider. Stefan Veth (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim, hält Klees Kompromiss für vorstellbar – solange die Bedürfnisse der Schule nicht gefährdet werden.

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