Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel Ehemalige Gärtnerei könnte Landwelt-Markt werden

Über den Zustand des Geländes der ehemaligen Gärtnereiimmobilie im Kleinerweg hatten sich Bürger schon vor Monaten beschwert.
Über den Zustand des Geländes der ehemaligen Gärtnereiimmobilie im Kleinerweg hatten sich Bürger schon vor Monaten beschwert.

Das Gebäude einer ehemaligen Gärtnerei in Bobenheim-Roxheim steht seit Jahren leer. Nun zeigen Investoren Interesse, dort einen Landwelt-Markt zu bauen.

Die ZG-Raiffeisen eG und die Agrargenossenschaft fenaco, die auch unter dem Namen Landi auftritt, wollen im Einzelhandel expandieren und kündigten bereits 2021 fünf Landwelt-Pilotmärkte in Süddeutschland an. In der jüngsten Bauausschusssitzung in Bobenheim-Roxheim stellten Konzernvertreter das angedachte Konzept für einen solchen Markt auf der Fläche der ehemaligen Gärtnerei im Kleinerweg vor.

Verkauft werden sollen demnach Produkte rund um Garten, Haus, Pflanzen und Landwirtschaft, aber auch Lebensmittel und Getränke, fünf bis sieben Prozent davon regional. Zuständig für Konzept, Beschaffung, Logistik und Vermarktung ist die Landi Schweiz AG, ein Tochterunternehmen der fenaco, das in der Schweiz nach ähnlichem Konzept bereits Landi-Läden unterhält. Für den Betrieb vor Ort ist die 2021 gegründete Landwelt GmbH zuständig, die von der ZG-Raiffeisen bei Standortakquisition sowie bei Personal und Finanzwesen unterstützt wird. 65 Prozent des Sortiments bestehen nach Konzernangaben aus Eigenmarken – neben „Dauertiefpreisen“ ein Kernelement des Konzepts.

400 bis 500 Kunden täglich

Die geplanten 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche im Kleinerweg verteilen sich auf 1100 Quadratmeter im Innenbereich und 900 Quadratmeter auf einer überdachten Außenfläche. Hinzu kommen etwa 109 Parkplätze, sodass die Gesamtfläche des Markts bei rund 7000 Quadratmetern liegen soll. Gerechnet wird mit 400 bis 500 Kunden täglich. Zehn Vollzeitstellen sollen neben weiteren Jobs für geringfügig Beschäftigte entstehen.

Im Bebauungsplan ist das Gebiet als Sondergebiet „Gärtnerei“ ausgewiesen. Eine wohnbauliche Nutzung, die Interessenten bisher beabsichtigten, ist deshalb nicht möglich. Nach den Landwelt-Markt-Plänen soll ein kompletter Neubau auf der Fläche errichtet werden. Ob das Garten- beziehungsweise Pflanzensortiment, das im Bauausschuss auf Nachfrage mit rund 35 Prozent angegeben wurde, der Kreisverwaltung ausreicht, um den Markt an der Stelle zu genehmigen, bleibt abzuwarten. Die abschließende Beurteilung des Konzepts liegt nun in ihrer Hand.

Milliardenschwere Unternehmen investieren

Die ZG Raiffeisen-Gruppe mit Hauptsitz in Karlsruhe erwirtschaftete im Jahr 2020 nach Konzernangaben einen Jahresumsatz von rund 1,2 Milliarden Euro. Fenaco mit Sitz in Bern erzielte im selben Jahr einen Nettoerlös von umgerechnet rund 6,8 Milliarden Euro. Seit 2015 betreiben sie als LahrLogistics GmbH bereits gemeinsam ein Logistikzentrum im baden-württembergischen Lahr.

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