Auf ein Wort am Lieblingsort RHEINPFALZ Plus Artikel Frank Pfannebecker ist ein Techniker mit Talent für Tischtennis

Schöne Erinnerungen an Stunden voller sportlicher Qualen hat Frank Pfannebecker, wenn er an der Laufbahn im Mutterstadter Sportp
Schöne Erinnerungen an Stunden voller sportlicher Qualen hat Frank Pfannebecker, wenn er an der Laufbahn im Mutterstadter Sportpark steht.

Fußball, Handball, Tischtennis, Radeln, Schwimmen und sogar für den Triathlon hat Frank Pfannebecker (CDU) mal trainiert. Gut, dass Sport jetzt zu seinem Ressort als Mutterstadts Beigeordneter gehört. Aber auch der Verkehr – und das ist nicht immer „vergnügungssteuerpflichtig“, wie er zugibt.

Frank Pfannebecker lädt zum Grünen Vanille-Tee ein. Den hat er in einer Thermoskanne mitgebracht, dazu zwei Campingstühle. Der Tee ist köstlich, die Stühle gemütlich, ab und zu blitzt die Sonne durch. „Erstmal entspannen“, sagt er. Kein Problem. Vor allem, wenn man anderen beim Sporteln zusehen kann. Denn die Stühle hat der 53-Jährige einige Meter vor die Laufbahnen im Mutterstadter Sportpark gestellt. Aber nicht, weil er gerne als Zuschauer andere Sportler anfeuert. „Auf dieser Laufbahn habe ich mich viele Jahre für den Triathlon gequält“, sagt er. Als Nicht-Sportler bekommt man direkt einen riesigen Respekt und ahnt: Sport ist ein wichtiger Part in seinem Leben.

Doch von vorne: Frank Pfannebecker ist in Mutterstadt aufgewachsen. Kindergarten, Grundschule, Integrierte Gesamtschule und dazu Fußball, Handball und Tischtennis. Die FG 08, TSG, und der TTV bestimmten die ersten Jahre seines Lebens. Viel Zeit ging da drauf, zumal er, wie er sagt, in allen drei Sportarten gut war. Doch auf allen Hochzeiten kann man eben nicht tanzen. „Ich entschied mich schließlich fürs Tischtennis, da ist man Einzelkämpfer und für seinen Erfolg oder Misserfolg alleine verantwortlich“, erklärt er. In Neuhofen trainierte als 16-Jähriger mit dem damaligen ungarischen Meister Istwan Toth. „Und das jeden Tag.“

In dieser Zeit gab es nur Berufsschule und Tischtennis. Pfannebecker absolvierte eine Lehre zum Industriemechaniker bei der ABB in Mannheim. Nach seinem Zivildienst machte er das Fach-Abitur am Carl-Benz-Gymnasium in Mannheim, dann studierte er Bauingenieurwesen mit dem Schwerpunkt Siedlungs- und Wasserwirtschaft in Darmstadt. In der Zeit wechselte er nach Ramstein und spielte sich vor bis in die Zweite Bundesliga.

Beruflich holperte es aber nach dem Studium: „42 Bewerbungen, 42 Absagen“, erzählt er, so sei das damals gewesen. Doch er wollte auf eigenen Füßen stehen. So schrieb er sich für den Aufbaustudiengang Wirtschaftsingenieurwesen ein und jobbte bei einem Bauunternehmen. Letztlich hat er das Studium nicht begonnen, denn sein Arbeitgeber, die Teerbau, wollte ihn behalten. „In der Zeit war ich dort zum Beispiel Bauleiter für das Limburgerhofer Neubaugebiet Nordost 2“, erzählt er.

In diese Richtung ging es weiter: Zehn Jahre war er anschließend im Bauamt der Stadt Frankenthal, zum Schluss als stellvertretender Bauamtsleiter. Damit nicht genug: Nach ein paar Jahren im Job wollte er es noch mal wissen und sich doch noch im kaufmännischen Bereich fit machen. Neben dem Beruf studierte er erfolgreich Technische Betriebswirtschaft. Und er liebäugelte sogar mit einer Dissertation und einer Professur. „Doch meine Frau war damals schwanger“, erzählte er. Ein anderer Lebensbereich wurde wichtiger. Heute ist er der Leiter des Hydrologischen Dienstes bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion in Neustadt. So schließt sich der Kreis zu seiner Fachrichtung Wasserwirtschaft.

Geprägt von Theo Wieder

Beruflich wie politisch hat ihn der damalige Frankenthaler Bürgermeister Theo Wieder (CDU) geprägt, der in der Verwaltung sein Chef war. „Zu ihm hatte ich einen guten Draht“, erzählt er. Und er sei auch mit ein Grund gewesen, warum er 2012 in die CDU eintrat, 2016 dann in den Ortsverband Mutterstadt. „Ich wollte mich nicht nur beschweren, sondern was bewirken, aber Ambitionen für Posten hatte ich eigentlich nicht“, sagt er. 2018 rückte er für Katja Schulze-Berge in den Gemeinderat nach, bei der Wahl 2019 wurde er wieder in den Rat gewählt. Rats- und Verwaltungsarbeit kannte er von seinem Beruf, so engagierte er sich im Bau-, aber auch im Haupt- und Finanzausschuss. Als Klaus Lenz (CDU) sein Amt 2023 niederlegte, habe man ihn gefragt, ob er Beigeordneter werden möchte. Er wollte, auch weil seine Familie hinter ihm stand.

Seine Lebenseinstellung passe zur Union, sagt er: Was Familie und Finanzen angehe, sei er schon konservativ. Was nicht heißt, dass Frank Pfannebecker ein stocksteifer Typ ist – im Gegenteil: Er scherzt und lacht sehr gern. Bei seiner Frau Anja hat er damit erst einmal nicht punkten können. „Sie hat lange Zeit neben mir gewohnt, und eines Tages hat sie Fenster geputzt, als ich gerade mit dem Auto nach Hause kam“, erzählt er. „,Bitte nicht auf mein Auto fallen!’ Den Satz fand sie irgendwie nicht witzig“, sagt er und lacht heute darüber. Gefunkt hat es trotzdem. In diesem Jahr sind sie 20 Jahre verheiratet, ihre Kinder sind 17 und 14 Jahre alt.

Der Sport spielt immer noch eine Rolle in seinem Leben, wenn auch nicht die Hauptrolle. „Ich brauche diesen zum Runterkommen“, sagt er. Tischtennis spielt er einmal in der Woche in Oggersheim – sogar in der Regionalliga. Außerdem schwimmt er gerne und fährt Mountainbike, seine Kinder sind oft dabei. Fahrrad und Sport – das sind unter anderem Themen, die ihn heute auch als Beigeordneten beschäftigen. Als solcher kümmert er sich auch um den Verkehr, Sport und die Kultur. „Mein Herzensprojekt ist die neue Bike-Area am Sportpark“, sagt er. Diese wurde am Freiwilligentag befahrbar gemacht. Er habe sich sehr dafür in den Ausschüssen stark gemacht. „Ich möchte Familien dazu bringen, mehr mit dem Rad zu fahren“, sagt er. Mit der Dirt-Bahn soll ein Anreiz geschaffen werden. Es müsse ein Umdenken stattfinden in dem – wie er zugibt „nicht vergnügungssteuerpflichtigen“ – Spannungsfeld „Pkw, Fahrrad und Fußgänger“. „Und dafür müssen wir bei den ganz jungen Leuten ansetzen.“ Die hat er auch für das 15. Europäische Filmfestival der Generationen ab 8. November im Blick. „Wir wollen Grundschulklassen für eine Filmvorführung ins Palatinum einladen“, verrät er.

Ein Projekt, das viel Zeit für den Berufstätigen in Anspruch genommen habe, war das Bildhauer-Symposium, das vergangenen Samstag mit dem Partnerschaftsfest beendet wurde. Das hat er vom Ideengeber Klaus Lenz übernommen. Vier Skulpturen, die in Mutterstadt verbleiben, wurden von Künstlern aus Partnergemeinden hergestellt. „Eine große Sache für Mutterstadt“, resümiert Frank Pfannebecker. Der Stress sei auch schon wieder fast vergessen, meint er und nimmt noch einen Schluck Grünen Tee.

Die Serie

Sie sind Spezialisten für ihre Fachbereiche und halten den Bürgermeistern oft den Rücken frei: die Beigeordneten. In der Serie „Auf ein Wort am Lieblingsort“ treffen wir sie abseits von Sitzungssaal, Paragrafen und Vorschriften.

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