Am Rande RHEINPFALZ Plus Artikel Fensterrecycling: Wofür sich ein FWG-Mann in Bobenheim-Roxheim stark macht

Mal sehen, ob die Fenster im Kleinerweg das Schicksal dieser ausgebauten Exemplare teilen werden.
Mal sehen, ob die Fenster im Kleinerweg das Schicksal dieser ausgebauten Exemplare teilen werden.

Es gibt Dörfer, da sagt der Bürgermeister in neun von zehn Fällen, also fast grundsätzlich, er sei nicht zuständig oder könne nichts machen, wenn ein Bürger ein Anliegen oder eine Beschwerde vorbringt. In Bobenheim-Roxheim ist das – zumindest aus Sicht der RHEINPFALZ – eher selten der Fall. Wenn dort im Rathaus die Achseln gezuckt werden, dann hat das meistens einen plausiblen Grund. Etwa weil bestimmte Vorgänge in der Hand einer anderen Behörde liegen oder weil es sich um eine Privatsache handelt.

Privateigentum ist zum Beispiel die Immobilie eines ehemaligen Blumengeschäftes im Bobenheim-Roxheimer Kleinerweg. Die hat vor ein paar Jahren ein Geschäftsmann aus Römerberg zwar gekauft, aber nichts daraus gemacht – wenn man von Versuchen, das zum Betrieb gehörende Wohnhaus umzubauen, absieht.

Landwelt-Markt will alles neu machen

Vor einigen Wochen hieß es dann, die Landwelt GmbH in Lahr wolle aus der Ex-Gärtnerei einen Einkaufsmarkt für Produkte rund um Haus und Garten machen. Der Bauausschuss der Gemeinde hat sich das Konzept angehört, den Umbau und die künftige Nutzung genehmigen muss jedoch die Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises.

Insofern war es okay, dass die Gemeindeverwaltung ein Ausschussmitglied der Freien Wählergruppe abblitzen ließ, als es hinsichtlich der Immobilie und auf Anregung von Bürgern ein Anliegen formulierte: Man möge doch bitte vor dem „Plattmachen“ der Gebäude die neu eingebauten Fenster ausbauen und wiederverwerten, wünschte sich Manfred Schärf. „Das ist Privatsache, da haben wir keinen Einfluss drauf“, war die Antwort. Auch der Versuch, Einfluss zu nehmen, wurde im Rathaus abgelehnt.

Keiner, der sich schnell abwimmeln lässt

In der Natur von Manfred Schärf liegt es nicht, sich schnell abwimmeln zu lassen bei einer guten Sache, in diesem Fall dem Baustoffrecycling angesichts der allgemeinen Materialknappheit. Er hat die Landwelt-Firma selbst angeschrieben. Und siehe da: Dort hieß es, als Tochtergesellschaft zweier bäuerlicher Genossenschaften sei man immer bemüht, so nachhaltig wie möglich mit Ressourcen umzugehen. Zu gegebener Zeit werde geprüft, ob es sinnvoll sei, die neu eingebauten Fenster und Türen einer neuen Verwendung zuzuführen.

Ob das ernst gemeint ist, lässt sich im Moment natürlich nicht sagen. Aber so, wie man Manfred Schärf kennt, wird er, wenn alles „plattgemacht“ ist, nachfragen, was aus den Fenstern geworden ist, und es die RHEINPFALZ-Leser wissen lassen.

x