Rhein-Pfalz-Kreis Fast alle Badeseen von „ausgezeichneter“ Qualität
Zwischen Bobenheim-Roxheim im Kreis-Norden und Römerberg im Süden liegen 13 Naherholungsgebiete mit Seen, die offiziell als EU-Badegewässer ausgewiesen sind und in denen das Schwimmen und Planschen somit erlaubt ist. Die Seen sind im Badegewässeratlas Rheinland-Pfalz aufgeführt. Die Wasserqualität wird in der Badesaison zwischen 15. Mai bis 31. August regelmäßig untersucht. Dafür sind die Gesundheitsbehörden vor Ort und das Landesamt für Umwelt zuständig. Sie besichtigen die Gewässer, entnehmen Proben und lassen sie analysieren.
Die Behörde aus Mainz überprüft außer den Keimbelastungen die Algenblüte. Ein Fokus liegt dabei auf der Kontrolle, ob Cyanobakterien, sogenannte Blaualgen, in den Gewässern vorkommen, damit mögliche Gesundheitsgefahren für Badende rechtzeitig erkannt werden können. Blaualgen können Hautreizungen oder Durchfall auslösen. Seen mit einem großen Potenzial für das Auftreten der Blaualgenblüten werden nach Angaben des Landesamts regelmäßig untersucht. Werden die Grenzwerte überschritten, muss ein Badeverbot ausgesprochen werden. Entsprechende Warnhinweise werden veröffentlicht beziehungsweise vor Ort an den Stränden angebracht.
Vier Kategorien zur Einstufung
Die EU-Badegewässer werden nach Angaben des Klimaschutzministeriums in vier Kategorien eingestuft – „ausgezeichnet, gut, ausreichend und mangelhaft“. Die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder (Grüne) teilte zur nun beginnenden Badesaison mit, dass fast allen 65 Badeseen im Land eine ausgezeichnete Wasserqualität bescheinigt wurde. In der vergangenen Badesaison wurden gemäß der Messungen lediglich fünf Seen in die Kategorie „gut“ eingeordnet. Dazu gehört im Rhein-Pfalz-Kreis der Kief’scher Weiher zwischen Altrip und Ludwigshafen und der Große Weiher bei Mechtersheim. Ein unbeschwertes Badevergnügen ist dort nach Angaben der Ministerin dennoch möglich, weil die mikrobiologischen Grenzwerte nicht überschritten werden.
Wer ins kühle Nass des Silbersees, der Schlicht oder des Otterstädter Altrheins – der übrigens wieder ein offizielles Badegewässer ist – springen will, darf zurzeit allerdings nicht zimperlich sein. Die Wassertemperatur betrug bei der letzten Messung Ende Mai um die 20 Grad, anschließend folgten keine heißen Tage und kühle Nächte.
Flüsse sind keine Badegewässer
Klimaschutzministerin Katrin Eder macht die Badenden noch auf einen anderen Aspekt aufmerksam: Die Seen seien wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Daher soll kein Abfall hinterlassen werden. Tiere sollen nicht gefüttert werden, und Schwimmen ist nur an ausgewiesenen Badestellen erlaubt. Flüsse seien grundsätzlich nicht zum Baden geeignet – zum einen weil sie als gesundheitlich bedenklich anzusehen seien und zum anderen weil der Schiffsverkehr sowie die teils starke Strömung lebensbedrohliche Gefahren darstellten.
Info
Eine Auflistung mit allen ausgewiesenen Badegewässern in Rheinland-Pfalz sowie die aktuellen Messwerte sind im Internet einsehbar unter www.badeseen.rlp-umwelt.de.