Waldsee
Fasnachter fiebern dem Dienstag entgegen
Für die Uno war klar: Der Umzug findet statt, allen Anforderungen und Herausforderungen der sich verschärfenden Sicherheitsbestimmungen zum Trotz. Das Vorausdenken hat sich für die Waldseer bezahlt gemacht. „Wir haben schon damit begonnen, Abstimmungen mit dem Ordnungsamt und der Polizei zu treffen, lange bevor das neue Gesetz verabschiedet wurde“, macht Bernhard Knittel deutlich.
Er ist einer der Aktiven, die sich im von André Netter geleiteten Wagenbauteam in der Narrhalla seit vielen Wochen die Zeit um die Ohren schlagen. Die behördlichen Absprachen kennt Knittel selbst noch zu gut aus seiner Zeit als Präsident der Uno. Sie verlaufen problemlos mit dem örtlichen Ordnungsamt, mit dem der Verein eigeninitiativ in Verbindung getreten ist. „Anfangs waren wir natürlich nicht erfreut, als die Sicherheitsauflagen vor ein paar Jahren verschärft wurden. Heute sind wir froh, dass wir damals bereits reagiert haben“, sagt Knittel. So kann die Uno sich auf die kreativen Arbeiten konzentrieren und die Vorfreude auf das Großereignis genießen.
Ideen für Motive sprudeln
„Die Ideen für die Motivwagen zu entwickeln war kein Problem“, spricht Knittel davon, dass die Aktiven vor Einfällen nur so sprudeln. Bei der Umsetzung macht jeder das, was er kann. Besonders anspruchsvoll ist die maßstabsgetreue Umsetzung von Figuren und Aufbauten. Knittel ist dahingehend beeindruckt von denjenigen aus der Gruppe, die das beherrschen.
Eine gut vier Meter hohe Justizia mit verbundenen Augen, die am Bug eines Fischerbootes steht, ist daraus entstanden. „Das muss nach dem Umzug zurück in den Altrhein“, kündigt Knittel grinsend an. Im Boot werden Polizei, Ordnungsamt und Fasnachter gemeinsam sitzen, symbolisiert durch Playmobilfiguren. Ebenfalls in Szene gesetzt: die Klimakleber und der Hackerangriff auf die Kreisverwaltung. Für letztere wird aus dem Landrat der Ritter Clemens Körner, der sich statt eines neuen Kreishauses eine sichere Burg baut.
Unzählig viel Material verbaut
„Wir arbeiten viel mit großen, dicken Pappkartons“, informiert Bernhard Knittel. Dass der Vater von Prinzessin Eva I. Zimmermann ist, hat der Uno für dieses Jahr viel Holz als Werkstoff eingebracht. Auch riesige Styroporblöcke haben Verwendung gefunden. Wie viele Nägel, Schrauben und Heißklebepatronen verbraucht worden sind, können die Helfer nicht mal grob schätzen.
Mit 60 Zugnummern ist der närrische Lindwurm bestens bestückt. „Standard ist bei uns die Teilnahme unserer örtlichen Vereine“, betont Knittel. Auch befreundete Karnevalvereine aus der Region schicken Abordnungen. Eine Premiere: Die Familie der Lieblichkeit gestaltet einen eigenen Wagen. Die Reaktivierung des Umzugs ist für die TG 1 mit der Startnummer 27 gleichzeitig ein Abschied. „Sie werden zum letzten Mal dabei sein“, informiert Knittel. Doch jetzt steht erst einmal die Vorfreude im Mittelpunkt.
Die Zugstrecke
Aufstellung für den Waldseer Fasnachtsumzug ist in der Neuhofener Straße. Von dort aus zieht der Lindwurm in einer großen Schleife über die Ludwigstraße in die Kanalstraße schräg gegenüber des Rathauses und über die Schifferstadter Straße zur Kulturhalle, in der die kostenlose After-Umzugs-Party steigt.
