Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Es reicht!

Lichterloh brannte am Donnerstagmorgen die Wertstoffhalle bei Süd-Müll.
Lichterloh brannte am Donnerstagmorgen die Wertstoffhalle bei Süd-Müll.

Zu viel ist in den vergangenen Jahren auf der Heßheimer Deponie passiert. So kann es einfach nicht weitergehen.

Wenn es nicht zu flapsig und verharmlosend klänge, würde man sagen: Langsam wird’s peinlich. Ein Batterienbrand 2012, ein Feuer im Zwischenlager für gewerblichen Kunststoffmüll 2013, explodierte Lithium-Batterien 2016 und wenig später ein Container mit selbst entzündeten Ölfiltern, dann 2018 der Chemieunfall mit zwei Toten, im April ein defekter Plastikschredder und jetzt ein Großbrand, der in der Region seinesgleichen sucht. Ganz zu schweigen von all den Vorkommnissen vor Jahrzehnten, als sich eine Bürgerinitiative gründete, die den Genehmigungsbehörden heute immer noch kraftvoll auf die Füße tritt. Soll das auf dem Heßheimer Deponiegelände von Süd-Müll ewig so weitergehen?

Das fragen sich nicht nur die in der Umgebung wohnenden Menschen, sondern zunehmend auch ihre politischen Vertreter. Und vermutlich auch die Feuerwehrleute, die so oft schon dort ihre Gesundheit riskiert haben. Mag sein, dass viele Risiken auf der Deponie in der Natur der Sache liegen, nämlich darin, den teils gefährlichen Dreck unserer Wohlstandsgesellschaft zu entsorgen. Mag sein, dass bei den Vorfällen der letzten Jahre nie die Bevölkerung gefährdet war. Mag auch sein, dass die Firma Sicherheitsauflagen einhält und trotzdem etwas passiert, für das es keinen Schuldigen gibt. Aber es passiert einfach zu viel, und das ist der springende Punkt.

Mit jedem Schaden dort schwindet in der Region das Vertrauen – auch in die Aufsichtsbehörden. Die Politik täte gut daran, das Problem endlich sichtbar anzugehen. Und die Süd-Müll-Verantwortlichen könnten überlegen, ob sie freiwillig, also ohne dass es in den Vorschriften steht, mehr Geld für den Brand- und Arbeitsschutz ausgeben. Denn: Es reicht.

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