Lambsheim RHEINPFALZ Plus Artikel Ernst Kaeshammer wird neuer Turmmaler

Ernst Kaeshammer spielt Gitarre und noch einige andere Instrumente.
Ernst Kaeshammer spielt Gitarre und noch einige andere Instrumente.

Ernst Kaeshammer aus Fußgönheim wird in diesem Jahr der Lambsheimer Turmmaler sein. Eine weitere Bewerberin um das Ehrenamt könnte im nächsten Jahr zum Zug kommen.

In nicht öffentlicher Sitzung hat der Kulturausschuss der Ortsgemeinde am Dienstag „eine schwierige Entscheidung“ getroffen, wie Beigeordneter Klaus-Peter Spohn-Logé auf Anfrage sagt. Für das in der Regel einjährige Amt des Turmmalers hatte sich neben Ernst Kaeshammer noch Eva Müller-Jöckel aus Kleinniedesheim beworben, die sich seit ihrer Kindheit für die Kunst begeistert. Beide verfolgten unterschiedliche Ansätze, meint Spohn-Logé und stellt in Aussicht, dass Müller-Jöckel beim nächsten Neujahrsempfang der Gemeinde 2024, sofern sie dann noch Interesse habe, zur Turmmalerin ernannt werden könnte.

Ernst Kaeshammer (73) ist Geigenbaumeister mit eigener Werkstatt in Fußgönheim und unterrichtete an der Fachhochschule für Geigenbau in Markneukirchen konstruktives und freies Zeichnen. Er ist in der Pfalz kein Unbekannter, da er relativ häufig als Musiker unterwegs ist, meist mit dem Landauer Liedermacher und Komponisten Paul Reinig und/oder mit Nicola Polizzano, der viele Jahre die Heßheimer Gemeindebücherei geleitet hat. Mit Letzterem konzertierte er im Dezember als Duo InTon in der protestantischen Kirche von Lambsheim. Die bevorzugten Instrumente der drei Musiker sind Drehleier, Akkordeon, Cister, Gitarre und Hackbrett.

Das Malen interessiert den Fußgönheimer von Jugend an, und ursprünglich wollte er sogar Kunst studieren, berichtet er auf Anfrage. „Vor etwa vier, fünf Jahren habe ich verstärkt wieder mit den Malen angefangen.“ Kaeshammer verweist auf seine Erfahrung im Organisieren von Ausstellungen und auf seine Kontakte zur Lambsheimer Kulturszene, etwa zur Gruppe „Theater am Türmchen“, die ihn auf das Turmmaleramt aufmerksam gemacht habe. „Da dachte ich: Warum eigentlich nicht?“

Die Idee für dieses nicht bezahlte kulturelle Amt stammt aus dem Jahr 1997, als es noch möglich war, den Turm des alten Schlosses in der Junkergasse zu nutzen. Später bezogen die Turmmalerinnen und -maler Quartier im Haus der Vereine. Von dort aus sollen sie für jeweils ein Jahr für ein kulturelles Programm in Lambsheim sorgen. Meist sind das Kurse oder Aktionen mit Kindern und Jugendlichen, zuweilen auch mit Senioren. In der Regel gestaltet der Turmmaler auch die Grußkarte der Gemeinde und das Logo auf dem Trinkglas anlässlich der Kerwe.

Die Corona-Pandemie hat den Turnus etwas durcheinandergebracht. Eric Lubos war zwei Jahre lang im Amt, weil er 2020 nicht alle Projekte umsetzen konnte, wie eine Vertreterin der Gemeinde damals sagte. Für 2022 drohte mangels Bewerber zunächst, dass das Amt vakant bleiben würde, dann gingen aber doch noch zwei Anmeldungen bei der Gemeinde ein, und Olga Käppler aus Lambsheim bekam den Job. Vermutlich am 19. März wird sie laut Gemeinde das Turmmaleramt an Ernst Kaeshammer übergeben.

Als Angebot für das Dorf schwebt ihm eine Kreativgruppe für die Jugend und/oder Erwachsene vor, eventuell zum Thema Mensch beziehungsweise Gesicht. Eine weitere Idee ist die künstlerische Gestaltung und Aufwertung der alten, unansehnlichen Litfaßsäule in unmittelbarer Nähe zum Türmchen und zum Haus der Vereine. Zumal es in der Kommunalpolitik die Forderung gibt, Verträge mit Werbefirmen auslaufen zu lassen. „Das muss aber erst noch mit der Gemeinde besprochen werden“, so Kaeshammer.

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