Mutterstadt
Empfang im Palatinum: Schneiders letzte Neujahrsrede
„Eine tolle Eröffnung“ lobte Hans-Dieter Schneider bei seiner Begrüßung die Musiker der Blaskapelle Mutterstadt, die immer da seien, wenn man sie brauche. An seiner Seite waren die Schornsteinfegermeister Michael Rutz und Michael Fußer, als „gutes Omen für Sie“ stellte er die beiden den rund 750 Leuten im Publikum vor. Verzücken ließen sich diese im Anschluss von den Gardetänzen der Hopser sowie der Junior- und Jugendgarde des MCV „Die Geeßtreiwer“. Zwischen den Tänzen präsentierte Lara Biello mit ihrer Sternsingergruppe das Jahresmotto: „Kinder stärken, Kinder schützen – in Indonesien und weltweit“.
„Niemand hat geahnt, dass uns das Jahr 2022 neben der Corona-Pandemie einen weiteren Schock bescheren würde“, begann Schneider seine Neujahrsrede und zählte die Folgen auf, die der russische Angriffskrieg nach sich gezogen hat: Flüchtlingswelle, Gasmangel, Energiebremsen, der Weiterbetrieb dreier Atomkraftwerke, Inflation und so weiter.
Gestaltungswille sei ungebrochen
Doch Schneider hat auch positive Nachrichten: Etliche Investitionsvorhaben im Ort seien planmäßig umgesetzt worden, die Sanierung der Pestalozzi-Sporthalle konnte vorangetrieben werden, ebenso die Planungen zum Neubau einer Kita und die Erweiterung der Pestalozzi-Schule sowie die Sanierung der Neuen Pforte mit Jugendtreff und Bibliothek. Für steigende Kita- und Schulkinderzahlen seien Vorbereitungen getroffen worden. Seit Jahresanfang gäbe es eine neu gestaltete Homepage der Gemeindeverwaltung. Chronologisch wurden Höhepunkte, illustriert mit Bildern, aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen vorgestellt.
Als Ausblick für 2023 nannte er unter anderem die Übergabe des Regenrückhaltebeckens im Blockfeld Anfang des Jahres, die Wiederverfügbarkeit der Pestalozzi-Sporthalle bis Mitte 2023, den Spatenstich für die Bauarbeiten am Kindercampus im ersten Halbjahr, die Bauarbeiten an der Südspange und die Vorbereitung des Neubaugebiets Südwest. Im Februar seien Gespräche über eine Straßenbahnanbindung Mutterstadts datiert. „Sie sehen also, unser Gestaltungswille ist ungebrochen“, sagte der Noch-Ortschef, der an alle Bürger appellierte, sich am 5. März an der Bürgermeisterwahl zu beteiligen. Seine Amtszeit endet am 30. Juni und er geht mit knapp 68 Jahren in Pension. Minutenlanger Applaus. „Wie soll ich das jetzt interpretieren?“, stellte Schneider in den Raum.
Bürgermeister mit Garderöckchen?
Nun musste er die Herrschaft erst einmal an die Narren der Geeßtreiwer übergeben, die Rathausschlüssel und Gemeindesäckel forderten. Von MCV-Vizepräsidentin Sabrina Lüer erhielt er im Gegenzug die Amtskette. Unter einer Bedingung: Schneider muss bei der Geeße-Sitzung am 11. Februar im Garderöckchen auf die Bühne beziehungsweise in die Bütt. „Ich werde versuchen, meinen Teil beizutragen“, versprach er.
Für Comedian Chako Habekost war der Fall klar. Er interpretierte den Applaus bezüglich Schneiders Abschieds wohlwollend: „Man merkt es, ob ein Gemeindeoberhaupt beliebt ist oder nicht.“ Sprudelnd klärte er bei seinem Auftritt über typische pfälzische Sprichworte, Zen-Buddhismus auf Pfälzisch und und den Pfälzer „Dorscht“ auf. Der von Habekost beschriebene Flüssigkeitsbedarf eines Pfälzers wurde schließlich Rechnung getragen. Mit: „Wir haben draußen dafür gesorgt, dass es lääft“, lud Schneider die Anwesenden zum Umtrunk mit Brezeln ein.