Beindersheim
Eltern üben Kritik an Plänen für Grundschulanbau
Noch vor rund zwei Wochen hatte das Schreiben des Schulelternbeirats an die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Neustadt für Wirbel in der VG-Verwaltung gesorgt. Wie berichtet, wurde noch einmal geprüft, ob statt der vier geplanten neuen Klassenzimmer im Erweiterungsbau der Albrecht-Dürer-Schule nicht doch die von der VG gewünschten sechs Klassenzimmer gebaut werden könnten. Das hatte der ursprüngliche Plan einmal vorgesehen. Doch der wurde von der Neustadter Behörde nicht abgesegnet. Und auch im zweiten Anlauf gab es ein Nein von der Behörde – sehr zum Ärger von VG-Bürgermeister Michael Reith (SPD) und vermutlich auch des Schulelternbeirats. Die engagierten Eltern hatten die erneute Prüfung nämlich mit einem Schreiben und damit verbundenen Forderungen an die ADD ausgelöst.
Eltern stellen vier Forderungen
Die Erweiterung um sechs Klassenzimmer ist aber nur einer von vier Punkten, die sie an dem Bauprojekt kritisieren. „Wir verstehen, dass der Bauprozess schon sehr fortgeschritten ist, und wollen den Bau an sich nicht verzögern und auch nicht stoppen“, schreiben die Eltern an die ADD. Zur Erinnerung: Die Bagger rollten am 17. September an, das Erdgeschoss des Anbaus steht bereits. „Wir wollen aber auch nicht, dass unsere Kinder in beengten Räumen lernen und so in ihrer Entfaltung eingeschränkt werden“, heißt es in dem Brief weiter.
Die Eltern stellen drei weitere Forderungen: Erstens soll die Treppe, die im Anbau ins Erdgeschoss führt und laut Planung aktuell 1,20 Meter misst, breiter werden – ein „Nadelöhr“ in den Augen der Eltern. Zweitens soll ein weiterer Ausgang nach draußen geschaffen werden. Den gebe es zwar bereits in Form eines Notausgangs, doch er entspricht laut Elternbeirat nicht den Sicherheitsanforderungen. Die letzte Forderung: eine einheitliche elektroakustische (Ela) Anlage, die es bisher laut Reith nur in Teilen des Bestandsgebäudes gibt. Über sie sollen Schüler und Lehrer im Notfall – etwa wenn ein Feuer ausbricht – zentral vom Büro der Schulleitung aus informiert werden.
Lösung für Notausgang
Diese Kritikpunkte will Bürgermeister Reith nun aufgreifen, und er hat zum Teil bereits Nägel mit Köpfen gemacht: Der Ausgang vom Erweiterungsbau zur Straße hin bekommt eine Zaunanlage. Daran entlang geht es für die Schüler direkt auf die Rückseite des Gebäudes und in den Pausenhof. Für eine weitere Änderung musste er sich am Mittwochabend die Zustimmung der VG-Ratsmitglieder holen. Reiths Vorschlag: Aus dem Notausgang samt Nottreppe soll ein „ordentlicher Ausgang“ werden. Fenster, Tür und Treppe müssten dafür ausgetauscht werden. Über das Treppenhaus und ein Podest gelangen die Schüler dann direkt in den Pausenhof. Kosten dafür: rund 18.000 Euro. Die Ratsmitglieder stimmten einhellig zu.
Und auch mit Blick auf den vierten und letzten Kritikpunkt der Eltern konnte Reith am Mittwochabend Fortschritte verkünden: „Unser Planungsbüro ist aktuell an der Ela-Anlage dran.“ Sobald die Zahlen dafür vorliegen, will er sie den Ratsmitgliedern vorstellen.