Waldsee RHEINPFALZ Plus Artikel Eiscafé Dolomiti: Elena Rigoni begrüßt Kunden in neuem Ambiente

Verkaufen seit Rosenmontag wieder Eis: Dolomiti-Inhaberin Elena Rigoni (rechts) und Mitarbeiterin Nina Leuchter.
Verkaufen seit Rosenmontag wieder Eis: Dolomiti-Inhaberin Elena Rigoni (rechts) und Mitarbeiterin Nina Leuchter.

Das Eiscafé Dolomiti in Waldsee hat seit ein paar Tagen wieder geöffnet. Inhaberin Elena Rigoni hat die vergangenen fünf Monate genutzt und einiges verändert.

Elena Rigonis Arbeitstag beginnt morgens um 5.30 Uhr. Dann steht sie in der Eisküche, schält und schnippelt Obst, kauft ein, macht sauber und rührt das Eis an, das weit über die Grenzen von Waldsee hinaus bekannt ist. Die Rezepte stammen aus der Feder ihres Vaters Plinio, der das Eiscafé vor 53 Jahren eröffnet hat. Vor acht Jahren zog er sich aus dem Familienbetrieb zurück und überließ ihn seinen Zwillingstöchtern Alessia und Elena.

Heute ist die 44-Jährige die alleinige Inhaberin. Seit einem Jahr steht ihr Nina Leuchter zur Seite. Sie beide sind ein gutes Team, arbeiten sehr gerne zusammen, wie sie sagen. Elena Rigoni hat nur lobende Worte für ihre Mitarbeiterin übrig: „Sie ist super. Ich liebe sie. Sie ist resistent, ehrlich, denkt positiv und baut mich auf. So jemanden wie sie brauche ich noch drei Mal“, sagt Rigoni und lacht.

Personal dringend gesucht

Die Dolomiti-Inhaberin ist weiterhin auf der Suche nach Personal, hat bereits Anzeigen geschaltet und war bei der Arbeitsagentur. Bisher wurde sie nicht fündig. In der Gastronomie sei es seit der Pandemie sehr schwer, Mitarbeiter zu finden. Elena Rigoni bräuchte noch zwei bis drei Personen, die sie und Nina Leuchter im Service und an der Eistheke unterstützen. Wenn sie weitere Mitarbeiter eingestellt hat, könnten die Gäste auch an den Tischen bedient werden.

Elena Rigoni hat mit Unterstützung ihres Freundes Sven Kuss in der Winterpause den Innenraum des Eiscafés umgestaltet. Braun- und Beige-Töne sowie indirekte Beleuchtung bestimmen jetzt die Atmosphäre. Die Kunden können an den Tischen Platz nehmen, wenn sie sich ihr Eis an der Theke gekauft haben, erklärt Elena Rigoni.

Sie hat aber nicht nur in das Interieur investiert, sondern auch in die Eisküche, den Trockenlagerraum und in neue Geräte. „Der Winter war nur Stress“, sagt die 44-Jährige und ist umso dankbarer, Sven Kuss an ihrer Seite gehabt zu haben. Ihr Freund habe ihr handwerklich sowie bei der Fertigstellung der Räume und der Eiskarte geholfen. Er kenne sich mit der grafischen Gestaltung am Computer besser aus. „Ich bin eher für die Eisherstellung zuständig“, sagt Elena Rigoni.

Sie steht seit 30 Jahren hinter der Eistheke, hat ihr Handwerk von ihrem Vater und in der Meisterschule gelernt, hat Kurse in München, Österreich und Italien besucht. Ihr Herkunftsland, in dem sie bis als 14-Jährige gelebt hat, vermisst sie nicht – „kein bisschen“, außer ihre Eltern, die wieder in ihrem Heimatort – einem Bergdorf in Norditalien – leben. An Deutschland schätzt sie die „Sauberkeit, die netten Menschen und die Disziplin, dass alles perfekt ist“, sagt Elena Rigoni. Sie ist ebenso dankbar, dass ihr ihre Kunden von nah und fern während der Corona-Pandemie die Treue gehalten und sie unterstützt haben.

Preis musste steigen

Wer sich bei den Gästen umhört, bekommt häufig gesagt, dass das Dolomiti-Eis das beste sei. „Ich habe schon so viel probiert und komme immer wieder hierher“, sagt zum Beispiel Kerstin Weick, die in Geinsheim lebt und mindestens einmal pro Woche Eis von Elena Rigoni isst. Auch viele andere Kunden freuen sich, dass die Glastüren des Dolomiti in der Ludwigstraße wieder geöffnet sind. Der Renner seien Spaghetti-Eis, der Gianduia-Becher und der Erdbeer-Becher, sagt Elena Rigoni. Sie selbst isst am liebsten Vanille- und Nuss-Eis.

Seit dieser Saison muss sie pro Kugel 20 Cent mehr und somit 1,40 Euro verlangen. Grund sind die Preissteigerungen bei Lebensmitteln. Für Vanillestangen werden je Kilogramm 80 Euro und pro Ei 28 Cent mehr fällig. Milch, Zucker, Butter und Sahne seien ebenfalls teurer geworden – alles Grundzutaten für das Dolomiti-Eis, bei dem Elena Rigoni großen Wert auf Qualität, Naturprodukte und die traditionelle Rezeptur ihres Vaters legt.

Die 44-Jährige hofft für dieses Jahr, dass der Krieg in der Ukraine zu Ende geht und wieder ein normales Leben möglich ist. Sie spürt, dass die Menschen nach drei Jahren Pandemie wieder glücklicher sind und will mit ihrem Eis dazu beitragen. Sie selbst macht nichts zufriedener: „Ich liebe es, meine Gäste glücklich zu sehen“, sagt Rigoni. Da stört es sie auch nicht, wenn sie in der Hochsaison von früh morgens bis spät abends in ihrem Eiscafé steht. „Ich mache das schon so lange. Ich freue mich auf den Sommer“, sagt Elena Rigoni und lächelt.

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