Badeseen-Serie RHEINPFALZ Plus Artikel Einmal abkühlen bitte: Das alles bietet der Silbersee

Der Badestrand befindet sich direkt am Eingang zum See, dahinter schließt sich die Liegewiese an.
Der Badestrand befindet sich direkt am Eingang zum See, dahinter schließt sich die Liegewiese an.

Der Silbersee in Bobenheim-Roxheim ist einer der beliebtesten Badeseen in der Rhein-Neckar-Region. Wer Entspannung, Sandstrand und Wasserspaß sucht, kommt hier auf seine Kosten. Ganz ohne Regeln geht es aber nicht.

Wie beliebt der Silbersee in der Region ist, zeigt sich, sobald die Temperaturen ansteigen, etwa nach einer längeren Regenphase. Dann ist der Parkplatz direkt an der Seezufahrt sofort voll. Wer zu spät kommt, kann es ein Stückchen weiter auf dem angrenzenden Feld probieren oder auf der anderen Seite der Industriestraße. Sein Auto auf dem geschotterten Hauptparkplatz eine Stunde stehen zu lassen, kostet einen Euro, das Tagesticket ist für fünf Euro zu haben. Bis Urlaubsgefühle aufkommen, müssen noch ein paar Meter zu Fuß zurückgelegt werden, ehe der Eingang der Beachbar sichtbar wird. Fahrradfahrer sind hier klar im Vorteil: Sie können bis zur Bar radeln und finden eine große Anzahl an Abstellmöglichkeiten vor.

Pole Position für Fahrradfahrer an der Beachbar.
Pole Position für Fahrradfahrer an der Beachbar.

Mit seinen rund 112 Hektar ist der Baggersee, in dem kein Kies mehr abgebaut wird, der zweitgrößte See in Rheinland-Pfalz. Der weitaus größte Teil ist in Privatbesitz. Gebadet werden darf nur entlang des südlichen Uferbereichs innerhalb der durch Bojen abgegrenzten Zone. Der Gemeinde Bobenheim-Roxheim gehört hier ein etwa 1,6 Hektar großes Stück vom Badeglück inklusive Strand und Liegewiese.

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Später Saisonstart

Der Sandstrand sticht einem vom Eingang aus ins Auge, lange Laufwege für Familien mit Kindern gibt es also nicht. Gerade zur Ferienzeit machen Eltern mit ihren kleinen und nicht mehr ganz so kleinen Kindern das Hauptpublikum aus. Die Freude darüber, hier endlich wieder baden zu dürfen, ist so spürbar wie die drückende Schwüle an diesem Freitagnachmittag in der zweiten Augusthälfte.

Monatelang war der Silbersee für Schwimmer gesperrt, weil im Einstiegsbereich Sand in die Tiefe des Sees gerutscht war. Erst nach mehrfachem Nachfüllen von Material unter Aufsicht eines Geologiebüros konnte das Gewässer vor wenigen Wochen wieder freigegeben werden. Dann kam der Regen. Entsprechend hat sich das Wasser wohl etwas abgekühlt. „Junge, ist der kühl“, ruft ein junger Mann seinen Freunden zu, als er den Versuch wagt, hineinzusteigen.

Für Beachbar-Besitzer Jeffrey Bauer beginnt aus den genannten Gründen die Saison jetzt erst so richtig. „Wir freuen uns, dass wir nach einem Jahr wieder ein Wochenende mit gutem Wetter haben, an dem man baden darf“, erzählt er. Scheint die Sonne, ist sein Gastroangebot zwischen April und September ab etwa 12 Uhr geöffnet. Mit jedem steigenden Grad Celsius auf dem Thermometer steige auch die Anzahl der Gäste. Neben Freibadklassikern wie Pommes oder Currywurst und den dazugehörigen Erfrischungen verkauft Bauers Team auch Cocktails und Wein.

Slip-Anlage nur für Vereine und Feuerwehr

Es ist hier am Silbersee die dritte Saison für den Kioskpächter aus Worms, der noch einen Schaustellerbetrieb führt. Anfangs habe er auch mal Zeit gefunden, selbst ins kühle Nass einzutauchen, aktuell sei das aus beruflichen Gründen nicht mehr möglich. Pluspunkte: Es gibt hier eine Toilette, einen kleinen Spielplatz für Kinder und einen gefliesten Bereich der Bar, in dem Hunde erlaubt sind. Die schauen nämlich ansonsten in die Röhre und sind rund um den Badebereich sowie im Wasser nicht erwünscht.

Mit den Regeln und Verboten im, am und um den Silbersee herum ist das so eine Sache. Wassersportaktivitäten sind nur den Wassersportvereinen erlaubt, weil die einen eigenen Zugang zum See haben, informiert Gemeindeverwaltungsmitarbeiterin Heike van Lier. Die Slip-Anlage direkt neben dem Badestrand dürfe von Surfern, Bootsfahrern oder Stand-up-Paddlern nicht benutzt werden. Müsse die Feuerwehr im Notfall anrücken, wäre die Anlage womöglich blockiert. Wer den See mit Booten oder Brettern nutzt, darf sich auch der Badezone und den Bojen nicht nähern. Bei einem Besuch wird jedoch schnell klar, dass sich nicht immer daran gehalten wird.

DLRG am Wochenende im Einsatz

Unweit der Strandbar wacht an den Wochenenden während der Saison die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Frankenthal. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind dort bei gutem Wetter zwischen 11 und 18 Uhr anzutreffen und auch für Erste Hilfe zuständig. „Wir versorgen oft auch Bienenstiche oder Schnittwunden“, sagt Einsatzleiter Max Leppla. Badeunfälle gebe es zum Glück selten.

Wer etwas Abstand zum vollen Badestrand sucht, kann ein Stück weiter entlang des Ufers auf ruhigere Plätzchen hoffen.
Wer etwas Abstand zum vollen Badestrand sucht, kann ein Stück weiter entlang des Ufers auf ruhigere Plätzchen hoffen.

Weiter abseits des vollen Sandstrands suchen Pärchen und Jugendgruppen auf der Liegewiese ihre Privatsphäre und Ruhe. An diesem Tag ist auch ein Mann aus Frankenthal dort, Jahrgang 1952, ursprünglich aus Bobenheim-Roxheim. Er ist mit dem Fahrrad da. „Ein bisschen frisch“ findet er den Silbersee Mitte August nach den ausgiebigen Regenfällen der vorangegangenen Wochen. Bereits als Kind sei er hier gewesen und jetzt ziehe es ihn immer noch hierher.

Einiges habe sich seitdem aber geändert. Man könne nicht mehr so weit um das Ufer herum gehen wie damals. Früher gingen Badegäste immer wieder illegal über das private Gelände der Kiesabbaufirma Willersinn ins Wasser oder richteten am Betriebseigentum Schaden an. 2020 wurden deshalb Zäune aufgestellt. Die neue Bar ist für den Geschmack des Seniors ein bisschen zu modern und zu teuer. Auch FKK sei inzwischen nicht mehr erwünscht. Eines aber ist gleich geblieben: der Sandstrand.

Die Serie

In unserer Sommerserie „Einmal abkühlen bitte“ zeigen wir, wo im Rhein-Pfalz-Kreis man an heißen Tagen Abkühlung findet, und beschreiben, was Erholungssuchende an den Seen an Infrastruktur vorfinden.

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