Badeseen-Serie
Geheimtipp unter den Seen: Langer Strand und kristallklares Wasser am Marxweiher
Beim Besuch des Marxweihers mit der Familie an einem späten Freitagnachmittag tummeln sich höchstens noch zwei Dutzend andere Menschen auf der großen Liegewiese und am mehr als hundert Meter breiten Sandstrand. Es ist sogar noch einer der rund zehn Parkplätze direkt am See frei (weitere gibt es ein kleines Stück entfernt). Auch mit dem Fahrrad ist der Weiher übrigens gut zu erreichen: Der Radweg am Rheindamm entlang führt direkt an ihm vorbei. Verglichen mit den bekannteren Badeseen im Umkreis wie der Neuhofener Schlicht und oder der Blauen Adria in Altrip ist der Marxweiher so etwas wie ein Geheimtipp – auch wenn er bei schönem Wetter natürlich ebenfalls viele Besucher anlockt. Was beim ersten Gang ans Ufer auffällt, ist das kristallklare Wasser. Sogar kleine Fische sind zu sehen. In der nordöstlichen Ecke des trapezförmigen Sees bereiten sich gerade Taucher darauf vor, die Unterwasserwelt des Weihers zwischen Kreisstraße und Otterstadter Altrhein zu erkunden.
Das schöne klare Wasser lobt auch Rita Postel, die aus Neuhofen stammt, aber mittlerweile in Bobenheim-Roxheim wohnt. „Und man kann gut schlafen“, ergänzt ihre Begleiterin Karin Koob lachend, während nebenan ein anderer Besucher auf seinem Handtuch leise vor sich hin schnarcht. Die beiden Frauen haben ihre eigenen Stühle und einen Campingtisch mitgebracht und genießen die Nachmittagssonne und den Blick auf den Weiher. „Ich kenne den See schon seit meiner Kindheit“, erzählt Koob, die in Neuhofen wohnt. „Früher hatten wir auch einen Platz im Campinggebiet.“ Heute zieht es sie immer noch regelmäßig an den Marxweiher. „Schade ist nur, dass viele Leute nicht in der Lage sind, ihren Müll wieder mitzunehmen“, bedauert Koob. Dabei gibt es jede Menge Mülleimer, in denen der Abfall entsorgt werden kann.
Idyllischer Ausblick
Nun wird es aber höchste Zeit, die Badehose auszupacken und sich selbst von den Qualitäten des Marxweihers zu überzeugen. Der ausgewählte Platz dort, wo die Liegewiese endet und der Sandstrand beginnt, bietet einen schönen Blick aufs Wasser, in dem sich die Strahlen der langsam sinkenden Sonne spiegeln. Anders als an der Schlicht stört kein Kieswerk die Idylle. Leider bleibt der Ausblick nur kurz unverstellt. Eine Gruppe mittelalter Herren breitet ihre Handtücher einige Meter entfernt aus. Egal, jetzt geht’s ohnehin erstmal ins Wasser. Der Sand ist fein genug, dass der Gang ans Ufer keinem Tanz auf dem Nadelkissen gleicht. Das Wasser ist überraschend warm – gefühlt sogar wärmer als jenes im heimischen Pool. Auch auf der gegenüberliegenden Seeseite sind einige Menschen zu sehen. Dort ragt eine kleine Landzunge ins Wasser, die vor allem den Nutzern des Campinggebiets „Auf der Au“ als Strand dient. Sie müssen nur einmal die Kreisstraße überqueren, um an den See zu kommen.
Umziehen unterm Poncho
Auf der Ostseite des Marxweihers gibt es direkt an den Strand angrenzend ebenfalls Campingplatz-Parzellen. Dort, wo das Reich der Camper beginnt, befinden sich auch die Sanitäranlagen für den See. Diese zu checken steht jetzt an, denn die Tochter muss aufs Klo. Die Toiletten werden zufällig gerade von zwei freundlichen männlichen Putzkräften gereinigt und sind dementsprechend in gutem Zustand. Klos und eine Dusche gibt es hier zwar, was allerdings fehlt, sind Umkleidekabinen. Wie praktisch, dass die Gattin einen großen Poncho als „mobile Umkleide“ mitgebracht hat.
Zeit für eine kleine Umfrage unter den Kindern, was sie denn vom Marxweiher halten: Das schöne warme Wasser, in dem sie sogar Fische gesehen hat und schöne Steine sammeln konnte, fällt der Neunjährigen spontan ein. Für sie ist es der erste Besuch am Marxweiher. Der Elfjährige ist hingegen regelmäßiger Besucher. Mit einem Freund und dessen Stand-up-Paddelboot hat er dieses Jahr schon so einige Stunden hier verbracht, als die Temperaturen noch Sommerniveau hatten. Von daher gibt’s auch von ihm ein klares Daumen hoch für den Marxweiher. Dass sich die Fische vor allem morgens und abends blicken lassen, wenn weniger los ist am Weiher, verrät er noch, bevor er wieder mit seinem Kumpel in Richtung Wasser von dannen zieht. Klares Fazit: Es dürfte nicht der letzte Besuch gewesen sein.
Die Serie: Einmal abkühlen bitte
In unserer Sommerserie „Einmal abkühlen bitte“ zeigen wir, wo im Rhein-Pfalz-Kreis man an heißen Tagen Abkühlung findet und beschreiben, was Erholungssuchende an den Seen an Infrastruktur vorfinden.
