Rhein-Pfalz Kreis Einfach spielen ist nicht

Wie schwer es für eine Gemeinde ist, einen Spielplatz zu errichten, zeigt das Beispiel in Dannstadt-Schauernheim. Hier auf dem G
Wie schwer es für eine Gemeinde ist, einen Spielplatz zu errichten, zeigt das Beispiel in Dannstadt-Schauernheim. Hier auf dem Gutenbergplatz werden erst mal keine Spielgeräte stehen.

«Dannstadt-Schauernheim.» Der Gutenbergplatz hat zuletzt vor allem als Lager für diverse Baustellen gedient, zum Beispiel als die gleichnamige Straße ausgebaut wurde. Der Spielplatz im nördlichen Teil hat seine besten Tage schon lange hinter sich. Deshalb wollte die CDU-Fraktion ihn auf Vordermann bringen lassen, damit er für Kinder und gegebenenfalls ihre Eltern wieder attraktiver wird. Als das Thema im Februar im Bauausschuss behandelt werden sollte, waren dessen Mitglieder jedoch mit den Vorschlägen der Verwaltung unzufrieden. Die Ideen für den Spielplatz waren ihnen zu dürftig. Jetzt soll sich der Gemeinderat wieder mit der Sache befassen. Doch egal, wie viel diskutiert wird. Will man das Areal richtig aufpeppen, ist das teuer. Zu teuer. Beate Berg (CDU) hat mal geschaut, was neben der Turmkombination, die auf den Spielplatz soll und schon 5800 Euro kostet, noch so schick wäre: eine Sitzbox-Babyschaukel, eine drehbare Kletternetz-Pyramide, eine Doppelschaukel, ein Trampolin, ein Netz-Steg und eine Federwippe. All das zusammen würde nach Angaben der Verwaltung allerdings 17.000 Euro kosten. Plus ungefähr 6000 Euro für die Montage sowie 9000 Euro für den erforderlichen Fallschutz und den Rückbau des alten Belags. Dazu kämen noch 13.000 Euro für einen Zaun rund um den Spielplatz samt Tor beziehungsweise Türen für etwa 13.000 Euro. Macht zusammen 45.000 Euro für einen Spielplatz, und im Haushalt sind für dieses Jahr lediglich 10.000 Euro eingeplant worden. Was tun? Debattieren, Diskutieren. Im Gemeinderat. Wobei sich die Gemüter vor allem daran erhitzten, dass um dem Spielplatz plötzlich jetzt ein Zaun soll. „Als wir unseren Antrag gestellt haben, hat niemand an einen Zaun und Kosten in dieser Höhe gedacht“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Dissinger. Und Ortsbürgermeister Bernd Fey antwortete: „Wieso hätte an so etwas auch jemand denken sollen? Es ging jahrzehntelang ohne Zaun, jetzt auf einmal müssen wir einen errichten wegen der angrenzenden Straße.“ Sachbearbeiter Roland Argus von der Verwaltung der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim wies fast reflexartig die Verantwortung von seiner Behörde: „Das fordert der Tüv“, stellte er klar. Marc Hauck (FDP) und Johannes Kupper (CDU) hatten allerdings ganz genau hingeschaut: Im Prüfbericht stehe, es „sollte“ ein Zaun errichtet werden, nicht „muss“. Da die Gemeinde allerdings ohnehin nicht aus dem Vollen schöpfen könne, schlug Hauck vor, vorerst nur ein großes Spielgerät als Hauptattraktion plus „etwas Kleines“ anzuschaffen und in den kommenden Jahren schrittweise weitere Geräte. Dissinger und sein Parteikollege Jens Naumann wiederum regten an, das Projekt komplett ins kommende Jahr zu verschieben und bis dahin zu klären, was genau das Wort „sollte“ im Prüfbericht bedeutet, also, ob es zum Handeln verpflichtet oder nicht. Ordnungsamtsleiter Gerhard Schaa verwies auf die DIN-Vorschrift, auf die sich der Prüfer bezogen habe und da stehe nun mal „sollte“. Die Verwaltung werde aber selbstverständlich versuchen, eine genauere Aussage zu bekommen. Der Spielplatz auf dem Gutenbergplatz muss bis dahin warten. Der Gemeinderat vertagte das Projekt ins kommende Jahr. Doch wie viel Geld soll nun in den kommenden Haushaltsjahren bereitgestellt werden? Das wollte Sachbearbeiter Argus wissen. Ihren Bedarf könne die Gemeinde der Verwaltung noch bis spätestens 24. Juni mitteilen, mahnte Bürgermeister Stefan Veth (CDU). Nach kurzer Diskussion einigte sich das Gremium darauf, 25.000 Euro im Jahr 2020 einzuplanen und 2021 noch einmal 10.000 Euro. Das Problem mit dem Sicherheitszaun stellt sich auch in der Straße In den Gärten, ebenfalls im Ortsteil Dannstadt gelegen. Da dieser Spielplatz hier aber nur an einer Seite an die Straße grenzt, würde der Zaun samt Tor lediglich 2000 Euro kosten. Naumann hatte aber eine andere Idee: „Wäre er auch noch nötig, wenn wir dort eine Spielstraße ausweisen, oder würde er sich dadurch erübrigen?“ Das wusste auf Anhieb niemand, weshalb der Rat die Verwaltung damit beauftragte, das herauszufinden.

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