Waldsee
Ein Rohrbruch und die Folgen
Es war eine richtig große Sache, die da am 23. August passiert ist. Die gusseiserne Trinkwasserhauptleitung nach Waldsee hatte, wie sich später herausstellte, einen mehrere Meter langen Schalenbruch. Wasser spritzte in armdicken Fontänen durch den Straßenbelag. Ganz Waldsee war an diesem Freitag stundenlang ohne Wasser. Der Schaden machte sich auch in Otterstadt bemerkbar. Erst drei Tage später konnten die letzten drei Haushalte in Waldsee an eine Notwasserversorgung angeschlossen werden. Bis dahin gab es für die Familien, die dort leben, nur Wasser aus dem Hydranten ein Stück die Straße runter.
Es hat einen ganzen Tag gedauert, bis der Zweckverband für Wasserversorgung den Schaden überhaupt lokalisieren konnte, so groß waren die austretenden Wassermengen, die den ganzen Kreuzungsbereich unterspülten. Schnell war klar: Das kann nur eine Spezialfirma reparieren. Die zu bekommen, hat zwei Wochen gedauert. Dass sich jetzt etwas tut, sieht man schon an der professionellen Absperrung. Bis dahin hatte der Bauhof mit eigenen Schildern und Absperrungen die Kreuzung gesichert.
Sehr zum Ärger von Ortsbürgermeisterin Claudia Klein (CDU) sind diese Absperrungen immer wieder ignoriert worden. „Autofahrer sind über Gehwege und durch Blumenrabatten gefahren oder haben die Absperrungen zur Seite geschoben“, berichtete sie bei der Sitzung des Ortsgemeinderats. Das sei zum einen sehr ärgerlich gewesen, weil der Bauhof die Absperrungen immer wieder aufstellen musste, was Arbeitskräfte gebunden habe. Zum anderen sei es auch gefährlich gewesen, denn selbst der Zweckverband für Wasserversorgung habe nicht sagen können, in welchem Ausmaß die Kreuzung unterspült und damit einbruchgefährdet ist. „Es wäre mein Wunsch gewesen, dass das früher professionell abgesperrt worden wäre“, so Klein. Das hat nun die Firma erledigt, die die Reparaturen durchführen wird. Bagger und Baumaterial stehen bereit.
Keine Infos auf den Homepages
Die Kommunikation mit dem Zweckverband sei gut und konstruktiv gewesen, was aber nicht so gut geklappt habe, war die Kommunikation an die Bürger. Der Schaden sei Freitagmittag passiert. Zu diesem Zeitpunkt war niemand mehr erreichbar, der entsprechende Informationen auf die Homepage der Verbandsgemeinde hätte stellen können. „Ich habe meine privaten Facebook- und Instagram-Accounts genutzt, um zu informieren, das ist nicht der Sinn der Sache“, monierte die Ortsbürgermeisterin. Sie stellte aber auch klar: Wäre es ein richtiger Katastrophenfall gewesen, hätte sie einen entsprechenden Alarm auslösen können. „Aber so schlimm war es jetzt auch nicht.“ Der Zweckverband habe zwar eine 24-Stunden Notfall-Hotline eingerichtet, allerdings habe auch der nicht auf der Homepage informiert.
Bei allem Unglück habe der Wasserrohrbruch auch Positives ans Licht gebracht: Die Bürger und Vereine hätten so gut zusammengearbeitet und es ermöglicht, dass der Pfälzerwaldverein sein Sommerfest und das Traktorentreffen an der Sommerfesthalle, die zurzeit nicht direkt anfahrbar ist, trotzdem durchführen konnte. Nun gelte es, Lehren aus dem Geschehenen zu ziehen. Außerdem wäre es interessant, nähere Informationen über den Zustand des Leitungsnetzes und dessen Sanierung zu erfahren, führte Klein weiter aus.