Serie Nahaufnahme (3)
Ein Auge für Details: Maike Müller fotografiert am liebsten Architektur und Natur
Den fotografischen Blick, das Außergewöhnliche einzufangen, hat Maike Müller zweifelsfrei. „Die Fähigkeit, Licht und Kompositionen mit den eigenen Augen zu sehen, wird von Mal zu Mal besser“, sagt die Mutterstadterin. Inspirieren lässt sie sich vor allem von ihrer Umgebung. Müller muss nicht Hunderte von Kilometern fahren, um Motive zu finden. Manchmal reicht der Gang zum naheliegenden Feld oder aber der Blick in ihren wunderbar gestalteten Garten. Auch auf den Fahrten mit dem Cabrio durch die Region wird sie regelmäßig fündig.
„Die kleinen unentdeckten Details sichtbar machen, die das bloße Auge gar nicht wahrzunehmen vermag, haben für mich einen besonderen Charme“, erzählt sie. Die Stille und Orte, weit weg vom Mainstream, sind es, die Müller faszinieren. Zuletzt waren dies beispielsweise der Garten im Hofgut Holzmühle in Westheim, eine Oase des Friedens und der Ruhe, das blühende Mohnblumenfeld bei Heidelberg, ein Traum in Rot, oder aber das gelb-leuchtende Sonnenblumenfeld im Donnersbergkreis.
Fotografie als Kraftquelle
Maike Müller als Senkrechtstarterin zu bezeichnen, ist keinesfalls übertrieben. Vor fünf Jahren entschied sie sich, ihren Beruf als Bankkauffrau bei einer Genossenschaftsbank nach 33 Jahren an den Nagel zu hängen, um gemeinsam mit ihrem Mann Rudolf mehr Lebensqualität in Form von Zeit zu haben.
Die Fotografie ist für Müller „Kraftquelle für neue Energien“ und sie begleitet sie schon fast ein Leben lang. Eine nicht unerhebliche Rolle spielt dabei der ehemalige RHEINPFALZ-Fotograf Bernhard Kunz. „Er hat mich, da muss ich etwa sechs Jahre alt gewesen sein, hier auf dem Grundstück auf einem Kirschbaum fotografiert“, erzählt die 55-Jährige und bezeichnet Kunz seitdem als „Motivator“ für ihre eigene fotografische Laufbahn.
Schon früh habe sie „so rumfotografiert“, seitdem sie sich aus dem Job verabschiedet hat, wird sie immer professioneller, was sich auch in ihrer Ausstattung niederschlägt. Mit einer Fuji-Digitalkamera legte sie los, ehe die Lumix und daraufhin die Canon EOS-R folgten, zu der sie derzeit am häufigsten greift. Mit Kursen bei der Knips-Akademie Mannheim und der Volkshochschule Ludwigshafen vertiefte sie ihr Hobby.
Einige Preise gewonnen
Schnell stellten sich erste Erfolge ein. Einem dritten Platz beim Fotowettbewerb von „Staatlich Fachingen“ und einem sechsten Platz beim Fotowettbewerb des baden-württembergischen Magazins „Schlösser“ 2016 folgte ein Jahr später die erste eigene Ausstellung in der Gemeindebibliothek Mutterstadt mit dem Titel „Der Weinberg in seinen vier Jahreszeiten“. Heimatverbunden wie Müller ist, blieb sie für das Projekt in der Pfalz und beschäftigte sich 365 Tage lang mit den Strukturen, Symmetrien und Spiralformen des Weinbergs. „Das Ergebnis war eine atemberaubende Ästhetik in den wundervollsten Farben“, schwärmt Müller.
Dass sie auf Facebook auf ihrer Seite „Maike Müller Photography“ rund 3300 Facebook-Fans und Abonnenten hat, kommt nicht von ungefähr. In der Fotografenszene der Metropolregion Rhein-Neckar hat sich die sympathische Mutterstadterin einen Namen gemacht: ob mit ihrer Fotopräsentation im eigenen Garten als Teilnehmerin der „Offenen Gärten Rheinland-Pfalz und Elsass“, als Gründungsmitglied der Gruppe Kreart Mutterstadt oder auch mit ihren Fotos bei der Wanderausstellung „Wassertürme und Wasserwege in der Metropolregion Rhein-Neckar“, die bereits unter anderem Station im Technomuseum in Mannheim und in Heidelberg gemacht hat.
2019 folgte der Publikumspreis beim Fotowettbewerb „Stille in der Stadt“ der Protestantischen Kirche und des Marketing-Vereins Ludwigshafen. Mit dem Lensball, einer Glaskugel, hatte sie seinerzeit den Backsteinweiher gekonnt in Szene gesetzt. Im Lukom-Kalender ist sie mit ihren Fotos Dauergast, und rund 50 Bilder schafften bereits den Sprung in die Rubrik „Leser fotografieren“ der RHEINPFALZ.
Soll Hobby bleiben
Wenn Müller etwas anpackt, dann mit ganz viel Liebe und Akribie. Allein für die Wasserturm-Ausstellung verbrachte sie – ehe überhaupt das erste Foto entstand – Stunden am PC, um zu googeln, wo es überall Wassertürme in der Umgebung gibt. „Und ich war wirklich erstaunt, dass wir so viele in der Region haben“, sagt sie. Vier ihrer Fotos landeten im Bildband und in der Ausstellung, darunter auch der Gräfenau Wasserturm im Hemshof. Die Bauwerke Ludwigshafens – ob der S-Bahnhof Lu-Mitte, das Hemshofcenter oder das Hallenbad Nord – sind immer wieder Motive, die die in Ludwigshafen geborene und in Mutterstadt aufgewachsene Müller begeistern und die sie in all ihren Facetten mit ihrer Kamera einfängt. Maike Müller sprüht vor Ideen. Eines aber hat bei allem Priorität: „Spaß muss es machen und ein Hobby bleiben.“
Die Serie