Waldsee / Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Die ersten Minuten am Tatort nach dem Armbrustmord

Sagten vor Gericht aus: Rettungskräfte.
Sagten vor Gericht aus: Rettungskräfte.

Im Fall des Ambrustmords am Besitzer einer Autowerkstatt in Waldsee sind am Donnerstag vor der Großen Strafkammer im Landgericht Frankenthal die beiden Rettungssanitäter und der Notarzt als Zeugen vernommen worden. Sie schilderten die ersten Minuten am Tatort.

Der Rettungssanitäter erzählte, dass ein Notruf eingegangen war, weil in einer Autowerkstatt im Gewerbegebiet von Waldsee eine bewusstlose Person aufgefunden worden war. Schon gleich nach der Ankunft hatte er ein „komisches Gefühl“, sagte der erfahrene 41-Jährige. Die Feuerwehr war da. Drei weitere Personen, vermutlich Mitarbeiter, zeigten mit dem Finger auf die Arbeitsgrube. Über der Grube waren mehrere Holzbretter, die einen Teil abdeckten. Weil die Grube nicht ganz abgedeckt war, habe er unten eine Person unter einer weißen Decke liegen sehen. Die Füße ragten heraus. Er habe die Holzbretter entfernt und sich mit seiner Kollegin verständigt, dass er hinunter klettern würde. Sie solle oben bleiben und auf den Notarzt warten.

Unten habe er nach der Hand der Person gefasst. Sie habe keinen Puls mehr gehabt, und er habe den Eindruck gehabt, die Totenstarre habe schon eingesetzt. Dass ein Toter vor ihnen lag, sei unverkennbar gewesen. Auf die Frage des Richters sagte er, er arbeite seit gut zwanzig Jahren als Rettungssanitäter. Als er die Decke zurückgeschlagen habe, habe er gesehen, dass ein blauer Abfall-Plastikbeutel über den Kopf gezogen und mit Kabelbinder festgezurrt gewesen sei. Reanimationsversuche habe er unter diesen Umständen nicht mehr eingeleitet. Ihr Einsatz sei damit beendet gewesen.

Inzwischen sei der Notarzt eingetroffen, dem er mitgeteilt habe, dass die Person tot sei. Er habe zwar Blut an der Decke gesehen, aber keine Schussverletzungen entdeckt. Allerdings habe er den Körper nicht vollständig aufgedeckt. Von den Schussverletzungen habe er erst später im Radio gehört, sagte der Sanitäter.

Die zweite Zeugin, die Kollegin, hatte die Polizei gerufen und die Feuerwehr gebeten, auf Abstand zu bleiben. Ihr sei sofort klar gewesen, dass hier ein Mord geschehen und dies nun ein Tatort sei. Neben den drei Mitarbeitern in der Halle sei noch eine vollkommen aufgelöste Frau schreiend herbeigelaufen. Die habe sie im Rettungswagen zu beruhigen versucht. Sie habe zudem eine Freundin der Frau angerufen, damit diese nicht allein sei. Bei der Frau handelte es sich um die ehemalige Freundin des Opfers, die mit ihm in einer WG gelebt habe.

Der Notarzt bestätigte, dass, als er gekommen sei, der Rettungssanitäter bereits den Tod festgestellt habe. Er sei dann nicht noch ebenfalls in die Grube gestiegen, sondern habe den vorläufigen Totenschein ausgestellt. Auf Frage des Verteidigers Hans Böhme sagte er, der Rettungssanitäter sei ein sehr erfahrener Mann, den er seit vielen Jahren kenne. Wenn der den Tod festgestellt habe, sei das auch so.

Die Verhandlung wird am 2. September um 13 Uhr fortgesetzt. Dann sind drei Zeuginnen geladen, zwei von ihnen Schwestern des Angeklagten. Der Verteidiger kündigte an, dass er den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragen werde, sofern allzu intime Details aus dem Familienleben zur Sprache kämen.

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