Meinung
Die Ausländerbehörde geht fahrlässig mit Menschenleben um
Fachkräftemangel? Ja klar. Hacker-Angriff? Natürlich. Irgendwann aber gehen auch einer Behörde die Ausreden aus. Dass mutmaßlich vier Mitarbeiter mit 4000 offenen Anträgen überfordert sind, ist kein Wunder, wenn etwa im Nachbarkreis deutlich mehr Personal verfügbar ist. Zwei Jahre nach dem Hacker-Angriff darf dieser kein Argument mehr für langsame Abläufe sein. Clemens Körner (CDU), zuständiger Landrat, muss sich die Frage gefallen lassen, was da schiefläuft, und es zur Chefsache machen. Einer Behörde Kalkül zu unterstellen, damit Ausländer wegziehen, ist ein schwerwiegender Vorwurf. Eine intransparente Kommunikation der Kreisverwaltung nährt derartige Spekulationen jedoch. In jedem Fall ist es ein fahrlässiger Umgang mit dem Leben von Menschen.
