Mutterstadt / Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Der frühe Spargel lockt den Kunden

Ein vertrautes Bild in der Vorderpfalz: Erntehelfer auf den Spargeläckern.
Ein vertrautes Bild in der Vorderpfalz: Erntehelfer auf den Spargeläckern.

In Mutterstadt bei Hartmut Magin dauert es noch ein bisschen, bis der erste Spargel geerntet wird. „Ja, die Dudenhofener sind früh dran“, sagt der Landwirt. Die Witterung hat mitgespielt. Und wird das hoffentlich weiter tun. Denn ein früher Start in die Saison ist gut für Pfälzer Spargelbauern, sagt Magin.

Hartmut Magin ist gerade auf dem Kartoffelacker unterwegs, als ihn der Anruf erreicht. Das passt. Magin ist Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft Pfälzer Grumbeere. Er baut aber deshalb nicht nur Kartoffeln an. Magin hat auch Spargel. Und freut sich darauf. Allerdings ist es bei ihm noch nicht soweit. So etwa drei Wochen noch, dann sollte bei ihm der erste Spargel dafür bereit sein, gestochen zu werden. „Wenn das Wetter mitmacht“, sagt Magin. Ja, das Wetter. Ein wichtiger Faktor in der Landwirtschaft, auch wenn man heutzutage ein bisschen nachhelfen kann. „Die letzten Folien haben wir gerade auf die Felder gebracht“, berichtet der Landwirt.

Hartmut Magin
Hartmut Magin

Früher Start als Chance

Folien gibt es in verschiedenen Stärken und Lagen. Der Dudenhofener Spargel war gut und früh eingepackt, vermutet Hartmut Magin, „Und die Witterung hat mitgespielt.“ Magin freut sich, dass die Spargelsaison in der Pfalz zeitig startet und Dudenhofen den Anfang machen kann. „Es ist gut, wenn wir früh mit Pfälzer Spargel auf dem Markt sind. Wir erreichen, die Kunden, die schon sehnsüchtig darauf warten und so nicht verführt werden, zu ausländischer Ware zu greifen“, meint der Mutterstadter.

Eine Verlängerung der Saison nach vorne habe auch den Vorteil, dass sich der Verkauf der beliebten Stangen gleichmäßiger verteile „und wir nicht Gefahr laufen, innerhalb weniger Wochen mit unserer gesamten Ernte auf dem Markt zu sein“. Das führe zu einem Überangebot und zu schlechten Preisen. Nach hinten hinaus in den Sommer werden Landwirte die Saison nicht verlängern.

„Kirschen rot, Spargel tot.“ Diese alte Bauernregel für den 24. Juni behält ihre Gültigkeit. Auch wenn sie streng genommen nicht ganz korrekt ist. Tot ist die Spargelpflanze keinesfalls. Während es in den Kirschbäumen im Sommer rot leuchtet, wird es auf den Spargelfeldern grün. Das Kraut sprießt. Die Spargelpflanze soll bis zum ersten Frost rund 100 Tage Zeit haben, Kräfte für das neue Jahr zu sammeln. Diese Regel trifft heute ebenfalls nicht mehr ganz zu. Selten friert es schließlich bereits Anfang November. „Aber die Anlagen – gerade die jungen – brauchen Zeit, um sich zu erholen“, erklärt Magin.

Stichwort Frost: Kalte Tage im Winter sind für ein gutes Spargeljahr laut Magin unabdingbar. „Eine Spargelpflanze muss gemerkt haben, dass Winter war. Danach kann sie loslegen und austreiben.“ Ohne Frost fehlt der klare Startschuss. Ein paar Spargelpflanzen wollen wachsen. Andere nicht. „Soll ich kommen oder nicht? Das sei dann die Frage und führe zu einem unregelmäßigem Wachstum“, sagt Magin. Er ist deshalb um die Frosttage Anfang des Jahres froh. Wenn es jetzt allmählich wärmer werde und nicht gleich eine große Frühjahrshitze komme – „das macht dem Spargel nur Stress“ – könne es ein gutes Spargeljahr werden. Magin freut sich darauf. Spargelliebhaber ebenfalls.

Das beweist auf jeden Fall der vielfach hochgereckte Daumen auf der Zürkerschen Facebook-Seite, als das erste Spargel-Bild dieses Jahres auftauchte. Für die kommenden Wochen wünschen sich der Dudenhofener Spargelbauer Roni Zürker wie sein Mutterstadter Kollege verhaltene Wärme, damit die Spargelsaison entspannt weiter geht und Angebot und Nachfrage zusammenpassen.

Unter drei Schichten
Roni Zürker
Roni Zürker

Bei Familie Zürker ist der Spargel unter drei Schichten Folie gereift. Bereits im Spätjahr waren die Pflanzen abgedeckt worden, genauso wie Magin vermutete. „Aufgrund des warmen Februars waren wir mit dem Erntebeginn noch mal eine Woche früher als im vergangenen Jahr“, berichtet der Dudenhofener Landwirt Roni Zürker. Auch die Feuchtigkeit habe gepasst – anders als zum Beispiel in Teilen Norddeutschlands, wo Spargelbauern mit zu viel Regen zu kämpfen hatten.

Allerdings läuft die Ernte zunächst noch auf Sparflamme, was nicht heiße, dass im Hofladen in der Neustadter Straße in Dudenhofen für Liebhaber nicht stets genug Spargel vorrätig sei. Der Laden hat täglich von 7 bis 20 Uhr geöffnet. Acht Sorten gibt es dort: „Dicke, dünne, krumme – wir haben alles da“, sagt Zürker. Der Preis sei der gleiche wie im vergangenen Jahr. „Wir haben auch was für den kleinen Geldbeutel“, verspricht Zürker.

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