Meinung Das Spiel mit der Angst
„Geothermie muss von unten nach oben entwickelt werden“ – dieser Grundsatz erklärt die Wahl von Waldsee als Standort für das Geothermie-Projekt. Grundlage der Entscheidung waren vorhandene Daten und diverse Ausschlusskriterien, etwa dass das Projekt nicht in Schutzgebieten liegen darf.
Die Betreiber-Gesellschaft Geopfalz und die Ortsgemeinde bemühten sich, alles richtig zu machen: Sie wählten zunächst einen Bohrplatz aus, informierten Grundstückseigentümer, die Anlieger im benachbarten Gewerbemischgebiet und später auch die Bewohner des Wolfgangsees. Dennoch lief nicht alles reibungslos. Der erste Standort für den Bohrplatz wurde verworfen, und Teile der Bevölkerung äußerten Unmut darüber, dass – nachdem die Bohrziele festgelegt worden waren – nur ausgewählte Gruppen eingebunden wurden.
Diese Lücke nutzte die rasch gegründete Bürgerinitiative gegen Tiefengeothermie und versorgte die Öffentlichkeit mit eigenen Informationen. Ihr einziges Ziel: das Projekt zu stoppen. Dabei werden Risiken betont und Ängste geschürt.
Demgegenüber heben Geopfalz und die Ortsgemeinde die Vorteile hervor und betonen, dass das Projekt sicher sei. Sie sehen in der Tiefengeothermie eine Zukunftschance: eine Wärmeversorgung unabhängig von fossilen Energieträgern, realisiert durch eine kommunal geführte Betreibergesellschaft. Diese stünde unter besonderer Beobachtung, da die Kommunalpolitik für ihr Handeln Verantwortung tragen muss.
Das Vorhaben bleibt umstritten. Sorgen und kritische Fragen sind berechtigt, und unterschiedliche Meinungen gehören zur Diskussion. Im Mittelpunkt sollte jedoch ein sachlicher Dialog stehen, in dem beide Seiten Gehör finden. Falschbehauptungen, Anfeindungen, Vandalismus, Verleumdungen und polemische Zuspitzungen haben in dieser Debatte nichts zu suchen.
