Rhein-Pfalz Kreis Das Ei im Mittelpunkt

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«Fussgönheim.»Kaum ist die Fasnacht vorbei, stehen die Mitglieder des Heimat- und Kulturkreises (HKK) Fußgönheim in den Startlöchern. An den kommenden beiden Wochenenden findet wieder der Österliche Kunsthandwerkermarkt statt. Erwartet werden mehr als 60 Aussteller.

In den Supermärkten stapeln sich schon wieder die Schokohasen, gefärbte Eier bekommt man mittlerweile das ganze Jahr über. Aber die frühesten in Sachen österliche Kunst sind vermutlich die Fußgönheimer. Traditionell veranstalten sie an den beiden Wochenenden nach Aschermittwoch ihren Österlichen Kunsthandwerkermarkt. „Wir sind der älteste Ostermarkt“, sagt Organisatorin Marie Luise Bingemann. Und einer mit Anspruch. Denn längst nicht jeder darf seinen Stand in der ehemaligen Schlossscheune aufstellen. „Das sind wir auch den Besuchern schuldig. Sie erwarten Qualität.“ Und legen dafür teils weite Wege zurück. Ein Ehepaar komme jedes Jahr aus Lausanne in der Schweiz angereist. Bingemann legt auf die exakte Ausfertigung des Handwerks großen Wert. Was die einzelnen Künstler fertigen, wird im Vorfeld kritisch beäugt. „Das Sortiment muss stimmen.“ Und: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Heißt: Weiterentwicklung ist ein wichtiger Part, findet Bingemann. Neue Ideen seien enorm wichtig. „Das beherzigen auch viele Teilnehmer“, erzählt sie. Zehn neue hat sie in diesem Jahr in den Reihen – sieben davon am ersten Wochenende, drei am zweiten. Dafür, sagt sie, müssen zehn andere aber auf ihren Platz verzichten. „Aber wer nicht eingeladen wird, muss nicht denken, dass er nie wieder kommen darf“, betont die Organisatorin. „Ich komme immer wieder auf Aussteller zu.“ Die ersten Einladungen für 2019 sind übrigens schon raus. Ein Jahr Vorlaufzeit brauche der Markt auf jeden Fall, weiß die Fußgönheimerin aus Erfahrung. Sie macht den Job schließlich schon seit 19 Jahren. Um das bestmögliche Angebot rund ums Ei zu ergattern, fährt Bingemann auch schon mal durch ganz Deutschland. Von Kloppenburg bis zum Kloster Andechs. Sie sei immer auf der Suche nach besonderen Eierfertigungstechniken, die in Fußgönheim noch nicht gezeigt wurden. Und deshalb dort gibt es immer einiges zu entdecken: Kalligraphie auf dem Ei, perforierte Eier mit Wachsbossierung, gekratzte oder stoffbezogene Eier, Richelieu-Eier, Löttechnik am Ei und – diesmal zum ersten Mal – 3-D-Eier. Die bringen Dinie und Jan Schipper aus Holland mit. Aber nicht nur das Ei, auch alles andere rund ums Thema Ostern wird angeboten: Floristik, Lederwaren, Klöppelarbeiten, Keramik und auch Schmuck. „Der ist dann passend, zum Beispiel in Eiform oder mit Frühlingsblüten. Da lege ich großen Wert drauf.“ Angefangen hat alles 1978. Erst wurden nur bunte Ostereier gestaltet, dann die weitere Pflege des christlichen Brauchtums eingebunden. Und die Idee schlug ein: 7500 Besucher verzeichnete der HKK, der dieses Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, Anfang der 1980er-Jahre. In den vergangenen Jahren hat sich die Anzahl bei rund 4000 eingependelt. Sie alle wollen sehen – und kaufen –, was die Aussteller in den vergangenen Monaten liebevoll hergestellt haben. Anfangs noch im Obergeschoss des 1976 eröffneten Heimatmuseums untergebracht, mussten die Veranstalter ob der guten Resonanz auf andere Räume ausweichen. Nächste Stationen waren der von der katholischen Kirchengemeinde zur Verfügung gestellte Schlosssaal, und dann der Schlossseitentrakt, der mittlerweile für die Sonderausstellungen genutzt wird. Seit Anfang der 1980er-Jahre findet die Veranstaltung in der Schlossscheune statt. Dem Ostermarkt folgte wenig später die ebenso erfolgreiche Sonderausstellung Fußgönheimer Vorweihnacht. Beide sind laut Verein Säulen und Fundamente der erfolgreichen Arbeit des HKK mit seinen 250 Mitgliedern. Im Obergeschoss des gegenüberliegenden Heimatmuseums wird an beiden Markttagen geklöppelt, genäht und gesponnen. Im Schlossseitentrakt ist die Sonderausstellung „Pfälzer Emaille“ geöffnet. Und auch die Schlosskirche ist offen. Kartoffelproben mit Beilage serviert die Erzeugergemeinschaft Pfälzer Grumbeere im Deutschen Kartoffelmuseum. Im Museumsstübchen gibt es frühlingshafte Leckereien. Termin Österlicher Kunsthandwerkermarkt, Schlossscheune Fußgönheim, Samstage, 17. und 24. Februar, 10 bis 18 Uhr, Sonntage, 18. und 25. Februar, 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt – Schlosskirche und Museen inklusive – kostet zwei Euro.

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