Bobenheim-Roxheim RHEINPFALZ Plus Artikel CDU will Rundweg um Hinteren Altrhein schaffen

Diese lauschige Stelle am Silbersee liegt auf dem aktuell gesperrten Spazierweg.
Diese lauschige Stelle am Silbersee liegt auf dem aktuell gesperrten Spazierweg.

Die Idee war nicht schlecht: Wenn die Firma Willersinn mittels Zäunen die Umrundung des Bobenheim-Roxheimer Silbersees unterbindet, dann könnte die Gemeinde doch wenigstens einen Rundweg um den Hinteren Roxheimer Altrhein herstellen. Doch bei näherer Betrachtung spricht so einiges gegen diesen Antrag der CDU-Fraktion.

Um den Wunsch der Christdemokraten zu erfüllen, müsste der wegen morscher Bäume gesperrte Weg am südlichen Silberseeufer im Anschluss an die Liegewiese wieder geöffnet werden. Dann müssten alte, zugewachsene Wege in den Bereichen Storchenschnabel, Ochsenlache und Hinterer Altrhein freigelegt oder neue Wege geschaffen werden.

Das Problem: Die Route würde zum größten Teil durch Schutzgebiet führen. Dass die Vegetation dort Wege überwuchert hat, ist Absicht. „Es war der Wunsch von drei oder vier Naturschützergenerationen, dass der Bereich so beruhigt wird, dass da niemand mehr rumschleicht“, sagte Klaus Graber, als der Antrag kürzlich Thema im Umweltausschuss war. Graber ist zwar CDU-Ratsmitglied, aber auch engagiertes Mitglied des Vereins für Naturschutz und Heimatpflege sowie Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde beim Rhein-Pfalz-Kreis.

Außerdem hat die Gemeindeverwaltung erfahren, dass die Obere Naturschutzbehörde bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd Pläne für das südöstlich angrenzende Gebiet hat. Es werde derzeit untersucht, ob es sich zum Anlegen von Urstromtalwiesen eignet. Dann sei Besucherverkehr dort sicher nicht erwünscht. Die Ausschussmitglieder waren deshalb einstimmig der Meinung, dass sie dazu jemanden von der SGD beziehungsweise vom beauftragten Planungsbüro hören wollen, bevor ein Beschluss gefasst wird.

Rückschnitt hat nicht ausgereicht

Die Gemeindeverwaltung scheint die Vorstellung, den Spazierweg in der Verlängerung der Liegewiese wieder freizugeben, nicht zu mögen. Der Erste Beigeordnete Frank Peter (CDU) hat gegenüber der RHEINPFALZ zuletzt Mitte Oktober betont, der Weg werde auf Dauer gesperrt bleiben, weil dort trotz des Rückschnitts und der Baumfällungen noch Windbruchgefahr herrsche. Der Aufwand, alles verkehrssicher zu machen, sei zu hoch.

Betriebshofleiter Peter Bartmann wies die Ausschussmitglieder darauf hin, dass im Sommer immer wieder Leute von diesem Teil des Ufers aus in den Silbersee gehen oder sich an diversen kleinen Buchten am Wasser aufhalten, obwohl dazu der Badestrand und die Liegewiese da sind. Und das werde erst recht passieren, wenn der Weg Teil eines offiziellen Rundwegs werde.

Strand wird bald neu verpachtet

Und noch ein weiteres Argument spricht gegen den CDU-Vorschlag: Das Badestrandgelände soll bald neu verpachtet werden, und dazu wird laut Verwaltung ein neues Konzept erstellt, das einem Rundweg zuwiderlaufen könnte. Nähere Angaben wurden dazu nicht gemacht, aber es könnte sich um die Einzäunung des Badeufers handeln.

Als im Sommer der überfüllte Silberseestrand immer wieder wegen der Corona-Regeln geschlossen werden musste, kam die Idee auf, das der Gemeinde gehörende Badeufer ähnlich einem Freibad oder Strandbad zu betreiben: mit klaren Grenzen, sprich Zäunen, und mit einem Kassenhäuschen, sodass die Besucherzahl immer exakt ermittelt und begrenzt werden kann. Das ließe sich nur umsetzen, wenn die Liegewiese nicht mehr wie bisher in einen Spazierweg überginge.

Viel Totholz und morsche Bäume gibt es am Südufer des Silbersees.
Viel Totholz und morsche Bäume gibt es am Südufer des Silbersees.
x