Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel CDU moniert Versäumnisse und mahnt Impulse an

Pfarrheim St. Heinrich: 750.000 Euro kostet der Kauf.
Pfarrheim St. Heinrich: 750.000 Euro kostet der Kauf.

Die Ampel-Koalition und mit Einschränkungen auch die Freien Wähler im Dudenhofener Ortsgemeinderat sahen im Haushaltsplanentwurf 2022/2023 ihre Wünsche für das Dorf erfüllt. Die CDU hat sich bei der Verabschiedung des Zahlenwerks hingegen der Stimme enthalten. Sie vermisst Impulse für die Weiterentwicklung des Dorfes.

In der Begründung für die Enthaltung seiner Fraktion bei der Entscheidung über den Haushaltsplan im Dudenhofener Gemeinderat listete Marcus Mönig (CDU) auf, was die Koalition beiseitegelegt und in den vergangenen zweieinhalb Jahren nicht erledigt habe. Mönig: „Stichworte wie Kreisel im Ortskern, Fahrradweg Iggelheimer und Speyerer Straße fehlen im Vorhabenkatalog komplett.“ Wenn nach zweijähriger Wartezeit endlich der Kauf des Pfarrheims St. Heinrich notariell vollzogen werde, wolle die CDU bei der Neuplanung eines Kindergartens auf dem Gelände soweit möglich den Erhalt von Altgebäuden berücksichtigt wissen. Vergeblich suchte Mönig im Haushalt einen Ansatz zum Neubau eines Horts an der Iggelheimer Straße. Sein Vorschlag: Statt des ursprünglich geplanten Komplexes Hort und betreuende Grundschule – was von der Aufsichtsbehörde abgelehnt wird – zwei Hortgruppen inklusive Funktionsräume. Die Pläne dafür lägen in der Schublade. „Unter den Nägeln brenne“ die Errichtung einer Mobilfunkantenne in Dudenhofen Nord.

Wilhelm Kannegießer (SPD) betonte die dritte Silbe im Wort Haushalts-plan. Immer wieder müssten gedachte Investitionen – sie finanziert die Gemeinde 2022/2023 über Kredite in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro – verschoben werden. Einzelne Maßnahmen seien noch im Rat zu beschließen. So wie es aussehe, müsse die Gemeinde aufgrund neuer Schülerzahlen und Verzögerungen bei der Aufsichtsbehörde noch mal in die Planungen für die Erweiterung der Grundschule und für den Hort einsteigen. 750.000 Euro koste der Kauf von St. Heinrich, 100.000 Euro kosteten die Luftreinigungsgeräte für Schule und Kitas, weitere 164.000 Euro Beschaffungen für die Kitas, 102.000 Euro (Einnahmen daraus 260.000 Euro) die Resterschließung Pferdehaltung Atzelhof. Diskussionsbedarf bestehe zum vertagten Projekt Ortskernsanierung (100.000 Euro).

Baugebiet: nichts entschieden

931.000 Euro erwartet Kannegießer aus dem Verkauf gemeindeeigener Grundstücke im Baugebiet „Dreißig Morgen“. Seine „Klarstellung“ in Richtung CDU, die den Verkauf von 4000 Quadratmetern an einen Investor kritisierte und rückgängig machen möchte: „Noch ist nichts entschieden.“ Vom Investor seien generationsübergreifende Konzepte angefordert worden. Es sollen sowohl Interessen von jungen Familien als auch von Senioren berücksichtigt werden. Für die Südtangente und den Kreisel in der Ortsmitte stünden zumindest mal Anlaufbeträge im Haushalt.

Manfred Duttenhöfer (Grüne) verteilte die vermeintlichen Versäumnisse der Vergangenheit auf mehrere Schultern: Unterschiedliche Ansichten seitens der Verwaltung, Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Landesbetrieb Mobilität, Kreisverwaltung, die eine Erweiterung der Grundschule ablehnt, und auch fehlende Zuschüsse hätten ihren Anteil daran, dass Vorhaben „nur bedingt oder nicht in Angriff genommen“ wurden. Zusätzliche Hortplätze und Mensa-Erweiterung der Grundschule seien unverzichtbar. Eine der Herausforderungen in nächster Zeit sah er in der Umsetzung des Verkehrskonzepts mit sicheren innerörtlichen Radwegen.

Für unabdingbar hielt auch Jürgen Creutzmann (FDP) Hortplätze, die Erweiterung der Mensa, Kita-Neubau, neue Heizungs- und Lüftungsanlage plus Wärmedämmung in der Festhalle und Aufforstung (100.000 Euro) für den Flächenverbrauch durch Baupläne. Von der Verwaltung erwartet er eine kurzfristige Konzeption zur Verwendung der wiederkehrenden Beiträge: „Neben den Gehsteigen könnte im Ort auch mal die eine oder andere Straße repariert werden.“ Abhängig von der Höhe der Kreisumlage bleibe zum Haushaltsausgleich 2023 die Zuführung von 100.000 Euro aus den Gemeindewerken.

Manfred Hook (FWG) stellte die Erweiterung der Küche in der Kita St. Kunigunde in Frage: „Die Vergabe an einen Catering-Service käme vermutlich billiger“, sagte er. Der barrierefreie Umbau der Bushaltestellen (75.000 Euro) sollte schnellstmöglich erfolgen. Ungeachtet einer Nutzung seien 100.000 Euro für die alte Friedhofskapelle gerechtfertigt. Leider seien im Haushalt keine Mittel für die Erweiterung der Grundschule und der Hortbetreuung eingestellt. Hook: „Wie schnell sind wieder zwei Jahre rum und nichts ist geschehen.“

Trotz Überschüssen der Gemeindewerke beim Jahresabschluss 2020 – E-Werk plus 87.000 Euro, Gewinn Gasversorgung 129.000, Wasserwerk 68.000 Euro – erhöhte der Rat den Strompreis ab 2022 um 1,19 Cent auf 29,33 Cent die Kilowattstunde und den Gaspreis um 0,6 Cent auf 6,26 Cent die Kilowattstunde.

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