Mutterstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Baustart für Kindercampus: Anwohner brauchen Geduld

Einen Plan vom neuen Kindercampus gibt es bereits. 2026 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.
Einen Plan vom neuen Kindercampus gibt es bereits. 2026 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Was lange währt, wird gut: In den Sommerferien beginnen die Bauarbeiten für den Kindercampus auf und neben der Pestalozzi-Grundschule in Mutterstadt. Und die liegt mitten im Wohngebiet. Bei einer Info-Veranstaltung ist den Bürgern gezeigt worden, was vor ihrer Haustür gebaut wird – und vor allem, mit welchen Unannehmlichkeiten sie in den kommenden Monaten rechnen müssen.

Altbürgermeister Hans-Dieter Schneider (SPD), der von der Gemeinde als Koordinator für das Projekt Kindercampus eingestellt wurde, nahm die Bürger zunächst mit in die gut sechsjährige Historie des Bauprojekts. „Ich möchte Sie an das Projekt heranführen“, sagte er. Denn dieses war für die Verwaltung Schwerstarbeit unter oft nicht optimalen Bedingungen. Der Kindercampus ist die größte und teuerste Investition in die Zukunft der Gemeinde, betonte der Altbürgermeister mehrfach. In seiner Amtszeit wurden die wesentlichen Schritte eingeleitet.

Ist der Kindercampus Ende 2026 fertiggestellt, stehen auf diesem nicht nur das bereits sanierte historische Schulgebäude und die renovierte Schulturnhalle, sondern ein Erweiterungsbau für die Schule, ein neues Kita-Gebäude für sieben Gruppen, eine Mensa für Kita- und Schulkinder sowie eine Zentralküche, in der Mittagessen für die Kindergärten und Schulen im Ort gekocht wird. Und die Kinder können auf einem größeren und schönen Schulhof spielen.

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2500 Quadratmeter Fläche werden für die Kita gebraucht. Der Erweiterungsbau hat 1110 Quadratmeter, informiert der stellvertretende Leiter des Fachbereichs Bauen, Stefan Bummel. Zum Vergleich: Das bestehende Schulgebäude habe eine Fläche von etwa 1700 Quadratmetern. Der gesamte Kindercampus-Komplex werde nach Fertigstellung eingezäunt, mit zentralem Zugang über die Fußgönheimer Straße. Derzeit ist das Schulgelände offen und von jedem begehbar. Mit der Umzäunung werden die rechtlichen Voraussetzungen für eine geplante Kameraüberwachung geschaffen. Auch die Baustelle werde mit Kameras überwacht.

Die Schwierigkeit beim Einrichten der Baustelle sei, dass an zwei auseinanderliegenden Stellen gebaut wird und die großen Sattelschlepper wegen der engen Bebauung nicht über die Fußgönheimer Straße anliefern können, erklärte Stefan Bummel. Darum soll die zentrale Zufahrt für die Bauunternehmen über die Neustadter in die Mozartstraße und Pestalozzistraße sein. Der Schulhof werde vom Baubereich mit einem Zaun abgetrennt. Baukräne schwenken nicht über den Schulhof. Der wird in der Bauzeit deutlich verkleinert. Das verschlechtere die Situation für die Kinder in den kommenden zwei Jahren noch weiter, merkte eine Anwohnerin an. Sie wollte wissen, wie das kompensiert werde. Ein Klettergerüst werde an anderer Stelle aufgebaut. In der Pause wird ein Grundstück gegenüber der Schule mitgenutzt, informierte Bürgermeister Thorsten Leva (SPD).

Mit Beginn der Sommerferien am 15. Juli beginnen die ersten Arbeiten für die Einrichtung des Baubereichs. Richtig los gehe es in der ersten Augustwoche mit den Geothermiearbeiten. Nach derzeitigem Plan sollen im Oktober die Rohbauarbeiten starten und bis etwa Anfang 2026 andauern: „Dann ist auch mit mehr Bauverkehr zu rechnen“, sagte Stefan Bummel. Ab dann gilt Halteverbot in der Mozart- und Pestalozzistraße – und auch in der Fußgönheimer Straße nach den Ferien aus Sicherheitsgründen. In der Fußgönheimer Straße soll zudem Schritttempo gelten, da die Kinder in der Pause auf die andere Straßenseite geführt werden, um dort auf einem Areal spielen zu können.

Wo soll geparkt werden?

In der Goethestraße wird der Bauzaun auch einen Teil der Straße einnehmen. Darum werde auf einer Seite – in Höhe der Hausnummern 2 bis 12 – ebenfalls Halteverbot gelten. Aber es werde sichergestellt, dass jeder mit seinem Auto in seinen Hof fahren könne. Zudem wird in der Mozartstraße die Vorfahrt geändert: Wer vom Wohngebiet Alten Damm kommt, muss Vorfahrt gewähren. Stefan Bummel versicherte, dass die Einschränkungen aufgehoben werden, sobald der Baustellenverkehr es ermögliche.

Dennoch wollte ein Anwohner wissen, wo Besucher, Eltern der Schulkinder und auch Handwerker parken sollen. Für die Handwerker sei ein Bereich auf dem Gelände vorgesehen. Die Anwohner sollten möglichst auf ihren Grundstücken parken. Einen konkreten Ausweichparkplatz gebe es nicht: „Wir haben ein paar Ideen, die sind aber noch nicht spruchreif“, erklärte der Bürgermeister. Die Idee eines Anwohners, bei Rewe nachzufragen, ob auf dem Parkplatz des Supermarkts ausgewichen werden kann, nahm der Thorsten Leva dankend an. Eine andere Bitte war, ob das Parkverbot nur wochentags gelten könnte, wenn gebaut wird. Auch diese Anregung wurde aufgenommen.

Kollidieren die Arbeiten mit dem Glasfaserausbau, der derzeit in Mutterstadt durchgeführt wird? Das sei derzeit nicht absehbar, sagte der Bürgermeister. Er stellte aber klar: „Der Kindercampus hat Priorität.“ Schon allein deshalb, weil das Projekt 2026 nach den Förderbedingungen abgeschlossen sein muss. Man werde sich bei Überschneidungen mit dem Glasfaserunternehmen in Verbindung setzen, um die Anwohner nicht doppelt zu belasten.

Bei der Infoveranstaltung der Gemeinde wollten Bürger unter anderem wissen, wo während der Bauzeit geparkt werden soll
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