Speyerer Umland RHEINPFALZ Plus Artikel Badeseen: Parksituation teils sehr kritisch

Sonntagnachmittag: der Mechtersheimer Badestrand.
Sonntagnachmittag: der Mechtersheimer Badestrand.

Im Norden des Rhein-Pfalz-Kreises sind am Sonntag zwei beliebte Badeseen wegen Überfüllung geschlossen worden. Die Gemeinde Bobenheim-Roxheim sperrte den Zugang zum Silbersee, die Verbandsgemeinde Lambsheim-Heßheim den zum Nachtweideweiher bei Lambsheim. Auch an den Badegewässern im Süden des Kreises war viel los.

In Bobenheim-Roxheim hatte sich der Gemeinderat vergangene Woche in einer Sondersitzung auf eine Obergrenze von 800 Menschen geeinigt, die sich auf der Liegewiese und am Sandstrand am Silbersee aufhalten dürfen. Ist diese Grenze erreicht, wird der Zugang zum See gesperrt, weil die Einhaltung des vom Land vorgegebenen Hygienekonzepts für Badegewässer nicht mehr gewährleistet werden könne. Das Hygienekonzept sieht an Badegewässern neben den geltenden Kontaktbeschränkungen einen Mindestabstand von 1,5 Metern an Land und von drei Metern im Wasser vor. Sowohl in Bobenheim-Roxheim als auch in Lambsheim war die Situation auf dem Hauptparkplatz ausschlaggebend. Beide waren am Sonntag bereits um die Mittagszeit voll, sodass die Zufahrten und Zugänge zu beiden Gewässern gesperrt wurden. Die Badegäste, die sich bereits an den Seen aufhielten, durften bleiben, wer erst kam, musste wieder umkehren. Tumulte hat es keine gegeben, jedoch Diskussionen und Beschwerden. In Bobenheim-Roxheim wichen Besucher, die nicht mehr an den Silbersee kamen, an einen anderen Weiher aus, an dem dann ebenfalls „Ausnahmezustand“ geherrscht hat.

Wie Reinhard Burck (Grüne), der zuständige Beigeordnete der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen, am Montag auf RHEINPFALZ-Anfrage sagte, sei das Mechtersheimer Ufer des Großen Weihers zwar gut besucht gewesen, die Sicherheitsabstände seien aber eingehalten worden. Das habe ihm das Ordnungsamt zurückgemeldet, sagte Burck. Auch bezüglich des Parkens habe es keine Probleme gegeben. Die Rettungswege seien frei gehalten worden. An der Natostraße hätten die Autofahrer nur auf einer Straßenseite geparkt, berichtete Burck. „Die Besucher haben sich sehr diszipliniert verhalten“, sagte der Beigeordnete. Mit Blick auf das Vorgehen der Gemeinden im nördlichen Rhein-Pfalz-Kreis sagte Burck, dass die Situation am Mechtersheimer Ufer weiter beobachtet werde. Eine Besucher-Obergrenze wie in Bobenheim-Roxheim gibt es für die Seen in den Gemeinden im Speyerer Umland nicht. Für das Mechtersheimer Ufer sei dies bisher noch kein Thema gewesen. Sollten die Corona-Regeln nicht eingehalten werden, werde das Ordnungsamt von sich aus handeln, sagte der Beigeordnete.

Genauso soll es laut Bürgermeister Patrick Fassott (SPD) auch in der Verbandsgemeinde Rheinauen geschehen. Fassott berichtete auf Anfrage, dass die Situation an den Badeseen in der Verbandsgemeinde am Wochenende „in Ordnung“ gewesen sei. Das habe ihm das Ordnungsamt gemeldet. Grund sei auch, dass die Rheinauen-Gewässer sehr weitläufig seien, sich die Besucher besser als an den Seen in Bobenheim-Roxheim und Lambsheim verteilen könnten. Sehr kritisch sei dagegen die Parksituation am Wolfgangsee und an der Natostraße an der Gaststätte „Rheinblick“ bei Waldsee sowie an der Landesstraße 535 zur Kollerinsel gewesen. Die Landesstraße und damit die Zufahrt zur Kollerinsel liegt auf Otterstadter Gemarkung, für die Kontrollen dort ist das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Rheinauen zuständig. Laut Fassott wurden Strafzettel verteilt. Für die Situation auf der Kollerinsel ist die Gemeinde Brühl verantwortlich, zu deren Gemarkung die Halbinsel gehört. Fassott zufolge soll es in dieser Woche Gespräche innerhalb der Verwaltung geben, wie das Parkproblem in den Naherholungsgebieten zum „Schutz der Natur“ in den Griff bekommen werden kann.

„Zu bequem“ zum Laufen

„Ein Haufen“ Strafzettel wurde nach Angaben von Ordnungsamtsleiter Michael Kolesnikow am Wochenende nahe des Lingenfelder Ufers des Großen Weihers an Falschparker verteilt. Auf dem dortigen kostenlosen Parkplatz seien zwar vereinzelt noch Plätze frei gewesen, Autofahrer hätten ihr Fahrzeug aber am Deich abgestellt. Kolesnikow vermutet, dass sie zu bequem waren, weil sie einen weiteren Weg hätten laufen müssen, wenn sie ihr Fahrzeug ordnungsgemäß auf den Parkplatz gestellt hätten. Das Parken am Deich sei ein gravierendes Problem, weil das Bauwerk, das vor Hochwasser schützen soll, dadurch beschädigt werde. Die Verwaltung kläre nun, wer die Parkverstöße ahnde, da für den Deich an sich die Deichmeisterei zuständig sei, sagte der Ordnungsamtsleiter.

Er berichtete auf Anfrage außerdem, dass nach Angaben des Campingplatzwarts zwar viele Besucher am Badesee waren, die Situation aber „noch in Ordnung“ war. Es seien keine „größeren Gruppen“ entdeckt worden. „Die Leute schauen auf den Abstand“, sagte Kolesnikow. Ein Ordnungsamtsmitarbeiter war ihm zufolge am Wochenende nicht am Lingenfelder Ufer des Großen Weihers.

Natostraße bei Mechtersheim: Autos sind auf einer Straßenseite geparkt.
Natostraße bei Mechtersheim: Autos sind auf einer Straßenseite geparkt.
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