VG Römerberg-Dudenhofen
Bürgermeisterin Silke Schmitt-Makdice: „Ich fange gerade erst an“
Silke Schmitt-Makdice (SPD) ist seit eineinhalb Jahren hauptamtliche Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen und damit Chefin der Verbandsgemeindeverwaltung mit rund 75 Stellen. „Man braucht ein Jahr, um im Amt anzukommen und die Menschen kennenzulernen. Ich bin glücklich, dass ich mich vergangenes Jahr mit jedem Bereich in der Verwaltung intensiver beschäftigen konnte. Ich verstehe jetzt auch die andere Seite. Das ist Grundlage für Veränderungen“, sagt die 44-Jährige.
Ihr Vorgänger Manfred Scharfenberger (CDU) und der Verbandsgemeinderat hatten noch ein Personalentwicklungskonzept auf den Weg gebracht, das Schmitt-Makdice mit dem Leitenden Beamten der Verbandsgemeindeverwaltung, Christian Schreiner, jetzt mit Leben füllt.
Zum aktuellen Stand sagt die Bürgermeisterin, dass vier von fünf Fachbereiche von der Kommunalberatung untersucht worden seien. Als Ergebnis kam heraus, dass Aufgaben anders verteilt werden sollten. Schmitt-Makdice nennt als Beispiel, dass in der Bau- und in der Personalabteilung Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Schwerpunkten und nicht mehr Ortsgemeinden zugeordnet werden.
In der Personalabteilung kümmere sich ein Mitarbeiter jetzt um die Personalangelegenheiten aller Kita-Bediensteten und ein anderer um die aller Bauhof-Mitarbeiter. In der Bauabteilung sieht es ähnlich aus: Die Arbeit ist nicht mehr nach Ortsgemeinden aufgeteilt, sondern nach der Aufgabe, sagt Silke Schmitt-Makdice und nennt als Beispiel das Thema Gebäudeunterhaltung, das in jeder Grundschule ähnlich sei und daher nun für alle Ortsgemeinden bearbeitet werde. „Wir versprechen uns davon, schneller und effizienter zu arbeiten“, sagt die Verwaltungschefin.
Fokus auf Feuerwehrhäuser
Mit Blick auf dieses Jahr hofft Silke Schmitt-Makdice auf „ein bisschen mehr Ruhe und Frieden. Wir dürfen die Hoffnung nicht verlieren“, sagt sie. Außerdem wünscht sich die Bürgermeisterin, mit begonnenen Projekten voranzukommen. Die Verbandsgemeinde ist für den Katastrophenschutz zuständig, ein Bereich, der an Bedeutung gewonnen hat. In Dudenhofen steht dieses Jahr der Spatenstich für die Erweiterung und Modernisierung des Feuerwehrgerätehauses am Festplatz an. „Dieses Jahr rollen die Bagger“, freut sich Schmitt-Makdice, die darauf schon vergangenes Jahr gehofft hatte. Ein weiteres Projekt ist der Neubau eines Gerätehauses in Mechtersheim neben dem Autohaus. Dafür müssen in diesem Jahr aber erst einmal die baurechtlichen Grundlagen geschaffen werden. Bis die Bürgermeisterin dort einen Spatenstich setzen kann, wird noch einige Zeit vergehen – genauso wie in Harthausen. Dort bemüht sich die Verbandsgemeinde noch um ein geeignetes Grundstück für ein neues Feuerwehrgerätehaus. „Wir reden hier von Millionenprojekten“, verdeutlicht Schmitt-Makdice und macht damit klar, dass deren Verwirklichung noch einige Jahre dauern wird.
Nichtsdestotrotz ist der Bürgermeisterin die Bedeutung der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes bewusst. Gerade, weil es im vergangenen Mai bei einem extremen Starkregen-Ereignis zu folgenschweren Überschwemmungen in Mechtersheim gekommen ist. Hier ist Römerbergs Ortsbürgermeister Matthias Hoffmann (Grüne) dran, Vorkehrungen zu treffen. Die Verbandsgemeinde unterstütze dabei in ihrem zuständigen Bereich. Außerdem lässt sie von der Firma BIT Ingenieure aus Heilbronn ein Hochwasser- und Starkregen-Vorsorgekonzept für die gesamte Verbandsgemeinde erstellen, für das das Land eine finanzielle Förderung von bis zu 90 Prozent zugesagt habe. Da bei der Erstellung auch Bürger beteiligt werden sollen, rechnet Schmitt-Makdice mit einem „längeren Prozess“, bis das Konzept fertiggestellt ist.
Eine langwierige Angelegenheit ist auch der Austausch von Wasserleitungen in der Verbandsgemeinde. Das fällt in den Zuständigkeitsbereich vom Beigeordneten Reinhard Burck (Grüne), der für den Fachbereich verantwortlich ist. Weil es immer wieder zu Rohrbrüchen und damit verbundenen Sperrungen kommt, werden laut Schmitt-Makdice im Zuge von Straßensanierungen die Rohre begutachtet und je nach Zustand ausgetauscht. Das nächste dementsprechende Vorhaben ist die Sanierung der Alten Landstraße in Hanhofen, sagt die Bürgermeisterin.
Eine Herausforderung, mit der die Verwaltung weiterhin konfrontiert ist, ist die Unterbringung von Flüchtlingen. Nach Angaben von Schmitt-Makdice wurden der Verbandsgemeinde vor Kurzem zwei Häuser zur Miete angeboten. Die Gebäude in Harthausen und Römerberg „verschaffen uns kurzzeitig Luft zum Atmen“, sagt die Bürgermeisterin und verdeutlicht damit, welche Anstrengung die Unterbringung der Menschen für ihre Mitarbeitenden darstelle. Sollte sich kein Wohnraum mehr finden, müssten die Flüchtlinge in Containern untergebracht werden. Einen Plan mit Standorten hat die Verwaltung bereits ausgearbeitet, sprechen möchte Schmitt-Makdice darüber aber nicht, weil diese Wohnform derzeit nicht infrage komme. Sie hofft, die Flüchtlinge weiter dezentral unterbringen zu können.
Kritik im Bürgerbüro
Was die Bürgerinnen und Bürger teilweise ebenfalls beschäftigt, ist der Service im Bürgerbüro im Erdgeschoss im Dudenhofener Rathaus. Für Unverständnis sorgt, dass bei der Kfz-Zulassungsstelle seit Jahresbeginn nur ein Schreibtisch besetzt ist, obwohl dort eigentlich drei Mitarbeiter arbeiten. Für die Zulassungsstelle ist jedoch die Kreisverwaltung zuständig, Schmitt-Makdice sind die Hände gebunden. Ihre Mitarbeiterinnen aus dem Bürgerbüro könnten nicht aushelfen, was manchmal für Verdruss bei Bürgern sorge, wenn bei der Zulassungsstelle eine Schlange entsteht und die Plätze im Bürgerbüro frei sind. „In der freien Wirtschaft würde man sagen, dass wir zwei unterschiedliche Firmen sind“, vergleicht die Bürgermeisterin die Zuständigkeiten der Kreisverwaltung und der Verbandsgemeindeverwaltung. Ihre Mitarbeiter verfügten auch nicht über die Programme der Zulassungsstelle und seien nicht geschult, ergänzt Schmitt-Makdice.
Außerdem planen sie und ihr Büroleiter eine Umgestaltung des Bürgerbüros. In dem Raum seien zu viele Schreibtische, der Geräuschpegel sei hoch, der Datenschutz könne teilweise schwer gewährleistet werden, weil Beratungsplätze nah beieinanderliegen. Silke Schmitt-Makdice hat somit noch einige Projekte vor sich: „Ich fange gerade erst an“, sagt die Bürgermeisterin nach eineinhalb Jahren in ihrem Job, für den sie auf insgesamt acht Jahre gewählt ist.
Die Serie
Was wurde 2023 alles erledigt, was steht 2024 an? Wir haben mit den hauptamtlichen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern im Speyerer Umland gesprochen, ziehen mit ihnen Bilanz und blicken voraus.